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Eurasburg-Freienried

02.01.2021

Nach Platz zwei bei Deutscher: Klettert Sandra Hopfensitz bei Olympia?

Bei den bayerischen Meisterschaften war Sandra Hopfensitz in ihrer Altersklasse nicht zu schlagen. Bei den nationalen Titelkämpfen trat die 17-jährige Freienriederin in der Damen-Konkurrenz an und wurde Zweite.
Bild: Bernd Jaufmann

Plus Sandra Hopfensitz stellt bei den nationalen Titelkämpfen einen Rekord auf. Wie die 17-Jährige mit der Pandemie umgeht und was ihre Ziele für 2021 sind.

Trotz der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie blickt Klettersportlerin Sandra Hopfensitz auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Die Freienriederin (Gemeinde Eurasburg) sicherte sich neben der bayerischen Jugendmeisterschaft auch den zweiten Platz bei den nationalen Titelkämpfen im November. In Hamburg kämpfte sich die 17-Jährige ins Finale der Damenkonkurrenz.

Hopfensitz setzte gleich in der Qualifikation ein Ausrufezeichen, als sie in 8,225 Sekunden einen neuen deutschen Rekord im Speed-Klettern aufstellte. „Ich war so glücklich, weil ich mir gar nicht so viel ausgerechnet hatte“, so die Klettersportlerin, die für den Deutschen Alpenverein (DAV) Augsburg an den Start geht.

Dabei hielt ihr Rekord nicht lange, denn im kleinen Finale unterbot Nuria Bockfeld (Osnabrück) ihre Bestmarke erneut. „Das ist für mich nicht schlimm, immerhin bleibt mir der bayerische Rekord“, so Hopfensitz, die im Finale gegen Franziska Ritter (Barmen) unterlag. „Ich bin beim Start weggerutscht und konnte das nicht mehr aufholen. Das ist schade, aber ich bin dennoch ziemlich zufrieden.“

Meist alles im Griff: Sandra Hopfensitz.
Bild: Michael Hochgemuth

Freienriederin gehört zu Deutschlands Besten

Zumal die Freienriederin diesen Erfolg nicht in ihrer Paradedisziplin holte. „Ich habe mich auf Lead konzentriert in diesem Jahr.“ Das sogenannte Schwierigkeitsklettern ist neben dem Klettern auf Zeit (Speed) und dem Bouldern – hierbei haben die Sportler mehrere Versuche eine Route zu bewältigen – eine von drei Disziplinen, in denen Hopfensitz antritt. Im Lead holte sich die 17-Jährige auch den Sieg beim deutschen Jugendcup.

Abgerundet wurde das Ergebnis von zwei zweiten Plätzen im Bouldern und Speed. Auch auf internationalem Parkett bewegte sich die angehende Abiturientin, die die zwölfte Klasse des Friedberger Gymnasiums besucht. Beim Jugend-Europa-Cup in Augsburg wurde sie bei ihrem Heimspiel Elfte im Lead-Klettern. „Die Konkurrenz ist viel stärker. Ich habe das Finale nur ganz knapp verpasst.“

Hopfensitz ist froh, in diesem Jahr überhaupt so viele Wettbewerbe bestritten zu haben, obwohl die Vorbereitung nicht immer einfach war. „Gerade im ersten Lockdown war ich anfangs etwas orientierungslos. Zum Glück hat der Bayernkader ein Online-Training angeboten.“

So lief das Klettertraining während Corona

Neben Kraftübungen stand auch Yoga auf dem Programm. Beinahe täglich habe sie trainiert. „Ich war zum Ausgleich sogar auch öfter Joggen“, so die Freienriederin, die aber nicht ganz aufs Klettern verzichten musste. Zuhause im Dachboden steht eine kleine Wand mit Griffen, an der sie fleißig trainierte. „Das ersetzt zwar nicht das Training in der Halle, war aber nicht schlecht.“ Ihre Fingerkraft stärkte Hopfensitz zusätzlich an einem Holzbrett mit Griffen.

Sandra Hopfensitz (Mitte) bei den Kreismeisterschaften 2019 in Aichach.
Bild: Richard Kuhfeld

Problematischer war für die 17-Jährige die Vorbereitung auf das 2021 anstehende Abitur: „Wir hatten als Abschlussklasse relativ viel Präsenzunterricht, aber einfach war es trotzdem nicht, sich immer auf dem Laufenden zu halten. Ich hoffe, wir können uns möglichst gut auf die Prüfungen vorbereiten.“

Denn im neuen Jahr muss das Klettern zunächst hinten anstehen: „Es kommen noch Klausuren und dann die Abschlussprüfungen. Ich muss sehen, wie ich das mit dem Sport vereinbaren kann. Ich werde vermutlich ein paar Wettbewerbe weniger bestreiten, möchte aber bei so vielen wie möglich mitmachen“, so die 17-Jährige, die noch nicht genau weiß, was sie nach dem Abitur machen will.

2021: Abitur ja, aber kein Olympia

„Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die Frage ist, ob ich den Sport oder das Studium an erste Stelle setze. Das weiß ich aber jetzt noch nicht. Erst einmal will ich mein Abitur machen.“

Sandra Hopfensitz wurde Zweite bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres der Aichacher Nachrichten 2018.
Bild: Sebastian Richly

Nicht im Plan für 2021 stehen bei Hopfensitz die Olympischen Spiele in Tokio. „Für die Qualifikationswettbewerbe habe ich mich gar nicht gemeldet, weil ich von 2020 ausgegangen bin. Das wäre zu früh gekommen.“

2024 möchte die Freienriederin dann aber bei Olympia dabei sein. „Jeder Sportler träumt davon. Das wäre das Allergrößte für mich“, so Hopfensitz, die beim DAV Aichach mit dem Klettersport begann.

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