Newsticker

US-Forscher: Weltweit eine Million Corona-Tote seit Beginn der Pandemie

06.07.2010

Neuers Lehrmeister

Von wem er das Ball fangen und festhalten wohl gelernt hat? Kurt Kowarz, Torwartrainer und Trainer des Bayernligisten TSV Rain, hat mit dem deutschen Nationaltorhüter während der U21-Europameisterschaft 2009 ständig gearbeitet. Foto: dpa
2 Bilder
Von wem er das Ball fangen und festhalten wohl gelernt hat? Kurt Kowarz, Torwartrainer und Trainer des Bayernligisten TSV Rain, hat mit dem deutschen Nationaltorhüter während der U21-Europameisterschaft 2009 ständig gearbeitet. Foto: dpa
Bild: dpa

Biberbach-Markt Es gibt wohl kaum jemanden im Landkreis Augsburg, der die meisten Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft besser kennt als Kurt Kowarz. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter, der im Biberbacher Ortsteil Markt wohnt, wurde 2009 als Torwarttrainer mit der deutschen U21-Auswahl Europameister. Und in dieser DFB-Mannschaft standen mit Dennis Aogo, Jerome Boateng, Sami Khedira, Marco Marin, Manuel Neuer und Mesut Özil nicht weniger als sechs Kicker, die derzeit bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika für Furore sorgen.

"Das sind allesamt ,Hausmarken', die perfekt mit dem Ball umgehen, technisch gut drauf sind, über eine extreme Schnelligkeit verfügen und präzise Pässe spielen können", urteilt Kowarz über die neue Generation des deutschen Fußballs, die er vor einem Jahr zusammen mit Horst Hrubesch zum Titel geführt hat. "Und alle legen eine hundertprozentige Einstellung an den Tag", sagt Kowarz. Dabei räumt er Mesut Özil einen Sonderstatus ein: "Er ist ein Künstler, hält sich nicht immer an taktische Vorgaben. Aber genau das ist ja auch seine Stärke."

Kurt Kowarz' Analyse der Spiele fällt messerscharf aus: "Gegen Australien war das deutsche Spiel sehr gut, aber nicht so himmelhoch wie es gemacht wurde. Gegen Serbien war es nicht so schlecht, weil wir mit zehn Mann immer noch dominiert haben. Die nervliche Belastung gegen Ghana war brutal hoch. Gegen England war der Druck dann weg." Alles überragend war dann die Leistung gegen Argentinien.

Insbesondere mit Manuel Neuer hat sich der langjährige Co-Trainer des FC Augsburg, der zurzeit den Bayernligisten TSV Rain trainiert und auch schon mit den Torhütern des TSV Meitingen gearbeitet hat, während der U21-EM in Schweden intensivst beschäftigt. "Er trainiert extrem. Ihm ist nichts schwierig genug, man muss ihn sogar bremsen", gerät Kowarz regelrecht ins Schwärmen, wenn er von Manuel Neuer spricht. "Ich habe ihm schon damals prophezeit, dass er bei der WM im Tor stehen wird." Neuer sei ein cooler Hund, der in sich ruhe, psychisch stabil sei. "Seine Reaktionen, sein Stellungsspiel - nahezu perfekt. Und seine Spieleröffnung ist eine Waffe", sagt Kowarz.

Neuers Lehrmeister

Stundenlang hat er Steilvorlagen mit Neuer trainiert. Ein wenig Genugtuung verspürte Kowarz dann doch, als Miroslav Klose den Abschlag von Neuer zum 1:0 gegen England verwandelt hat. Obwohl Neuer wisse, was er kann und vor Selbstvertrauen nur so strotzt, sei er keinesfalls überheblich. Kowarz: "Er hat nie die Bodenhaftung verloren."

Außer wenn er nach Bällen fliegt, die dann hinter der Torlinie landen. Wie zum Beispiel gegen England. "Da haben wir sehr viel Glück gehabt", sagt Kowarz. Und ist trotzdem für die Inanspruchnahme technischer Hilfsmittel. "So etwas darf nicht mehr passieren. Da muss man einschreiten", versteht er nicht, dass sich der Fußball-Weltverband (FIFA) da so stur gibt. "Bei ganz groben Dingen muss man die vorhandenen Möglichkeiten ausnutzen. Es geht schließlich auch um viel Geld."

Für das heutige Spiel gegen Spanien ist Kurt Kowarz nicht bange, selbst wenn es ein Elfmeterschießen geben sollte. Man hat ja schließlich einen Manuel Neuer, der in Kurt Kowarz einen hervorragenden Lehrmeister hatte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren