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Willprechtszell

07.11.2019

Porträt: Das ist Topschützin Anna Birkmeir

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Anlegen, zielen und feuern: Luftgewehrschützin Anna Birkmeir stand schon mit 16 Jahren am Schießstand. Auch mit 57 Jahren gehört die gebürtige Schönleitenerin immer noch zu den besten Schützen des Gaus Aichach. In ihre Karriere hat sie schon so manchen Erfolg gefeiert.
Bild: Sebastian Richly

Plus Vor allem im Einzel hat die 57-jährige Schönleitenerin einige Erfolge aufzuweisen. Warum sie noch nicht ans Aufhören denkt und welchen Traum sie noch hat.

„Als ich mit dem Schießsport angefangen habe, war alles noch ganz anders. Zum Glück hat sich mittlerweile vieles geändert“, sagt Anna Birkmeir von den Almenrausch-Schützen aus Willprechtszell. „Damals waren Frauen im Rundenwettkampf die absolute Ausnahme. Die Männer haben uns angeschaut, als ob wir uns verlaufen hätten. Heute sind die Frauen oft die besseren Schützen.“ Die heute 57-Jährige muss es wissen, schließlich hat sie im zarten Alter von 16 Jahren mit dem Schießen angefangen. Birkmeir: „Ich bin mit einer Freundin spaßeshalber zum Training gegangen. Wir hatten einfach Lust, es auszuprobieren. Zum Glück hat uns der damalige Schützenmeister die Grundlagen gezeigt.“

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Während ihre Freundin bald wieder aufhörte, blieb Birkmeir dem Schießsport treu. Eine gute Entscheidung, denn die gebürtige Schönleitenerin hat in ihrer Karriere einige Erfolge mit dem Luftgewehr gefeiert. Mehrmals stand die „Anni“, wie sie von allen genannt wird bei der Gaumeisterschaft ganz oben auf dem Treppchen. Zwei Mal wurde ihr schon die Ehre der Willprechtszeller Schützenkönigin zu teil.

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Sportporträts: Die Sportskanonen 2019 in Bildern
Bild: Sebastian Richly

Sportporträt: Einen Traum hat Anna Birkmeir noch

In diesem Jahr wurde die Aindlingerin Bayerische Meisterin bei den Damen III. Ihren größten Erfolg feierte sie vor vier Jahren, als sie bei der Deutschen Meisterschaft Fünfte wurde. Mit der Mannschaft schaffte Birkmeir vor rund anderthalb Jahren den erstmaligen Aufstieg in die Oberbayernliga. Trotz all der Erfolge hat die 57-Jährige noch Ziele: „Ich war noch nie Gaukönigin, das wäre mal was. Aber mein großer Traum ist es, bei der Deutschen auf dem Treppchen zu stehen.“

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Für die Montagearbeiterin stehen aber nicht die Erfolge im Vordergrund: „Es ist das Schießen an sich. Ich liebe die Konzentration. Kopf abschalten und sich konzentrieren, das macht das Schießen aus. Außerdem ist die Kameradschaft immer etwas tolles.“ Deshalb schießt Birkmeir auch lieber mit der Mannschaft als bei Einzelwettbewerben. In ihrem Team ist sie mit Abstand die Älteste, im Rundenwettkampf tritt sie oft auch gegen Gegner an, die zum Teil fast 40 Jahre jünger sind: „Manchmal denke ich mir schon, was machst du da eigentlich, musst du dir das noch antun. Die Gegner werden immer jünger, aber solange ich noch mithalten kann, stört mich das nicht.“ Falls aber bei Almenrausch die Talente Ansprüche anmelden würden, würde Birkmeir auch ihren Platz im BOL-Team räumen: „Natürlich, da würde ich der Jugend den Vortritt lassen, aber bei uns gibt es aktuell nicht wirklich viele Talente. Bis es soweit ist, muss ich noch etwas durchhalten.“ Eigentlich könnte Birkmeir in ihren Alter auch schon zu den Aufgelegt-Schützen wechseln. Davon will die Aindlingerin allerdings noch die Finger lassen: „Nein, dafür fühle ich mich noch zu fit. Wenn ich mein Gewehr irgendwann nicht mehr richtig halten kann und die Ergebnisse gar nicht mehr stimmen vielleicht, aber aktuell nicht.“

Anna Birkmeir schießt seit vielen Jahren erfolgreich für die Almenrausch-Schützen aus Willprechtszell.
Bild: Sebastian Richly

Topschützin Anna Birkmeir: Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?

Ein Erfolgsgeheimnis hat die erfahrene Schützin übrigens nicht: „Es gibt Tage, da geht einfach gar nichts. Ich versuche dann, kurz vom Stand wegzugehen und wieder in die Spur zu kommen. Aber oft hilft auch das nichts. Mal läuft es, mal überhaupt nicht. Ich versuche, mich einfach zu konzentrieren und alles auszublenden.“ Als Linksschützin hat Birkmeir dabei einen Vorteil: „Dann sehe ich die Bildschirme nicht. Das ist gar nicht schlecht für mich. Aber man bekommt auch so mit, was der direkte Konkurrent macht.“ Einmal pro Woche trainiert die Aindlingerin an den Schießständen in Axtbrunn. Bis zu 60 Schuss feuert Birkmeir dann auf die Scheiben ab, in voller Montur versteht sich. Ihr persönlicher Rekord liegt bei 394 Ringen: „Das ist aber schon 20 Jahre her.“ Beim Gewinn der Bayerischen Meisterschaft in diesem Jahr kam sie zu ihrer eigenen Überraschung auf 392 Ringe.

Andere Sportarten kamen für Birkmeir eigentlich nie infrage: „Das war alles schon in der Schule nichts für mich.“ In ihrer Freizeit geht Birkmeir Radfahren und Schwimmen, ganz oben steht aber das Lesen: „Das ist meine liebste Freizeitbeschäftigung.“ Auch in die anderen Disziplinen beim Sportschießen hat sie meist nur reingeschnuppert. „ Ich schieße zwar mit der Luftpistole, aber da bin ich bei Weitem nicht so erfolgreich. Da ist mir mein Luftgewehr lieber.“ Ihr erstes eigenes legte sich Birkmeir mit Mitte 20 zu. Damals trat sie hauptsächlich gegen Männer an, heute sind in der Bezirksoberliga die Frauen in der Überzahl: „Vor allem viele junge Mädels schießen mit. Das ist erfreulich. Für mich persönlich ist es aber egal, mit wem oder gegen wen ich schieße, Hauptsache es macht Spaß.“ Beim Ersten Luftgewehrteam von Almenrausch ist Birkmeir übrigens die einzige Frau.

Anna Birkmeir stand mit 16 Jahren das erste mal am Schießstand.
Bild: Sebastian Richly
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