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Fußball-Rückschau im Wittelsbacher Land

10.06.2019

Rückrunde: Von Meistern, Absteigern und Kämpfern

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Plus Hollenbach feiert größten Erfolg der Vereinsgeschichte und Adelzhausen den Klassenerhalt, während Aindling enttäuscht. In der Kreisliga Ost trauert Rehling.

Nun ist die Fußballer-Saison vorbei und die heimischen Kicker haben sich die Sommerpause verdient. Während so manches Team sich mit dem Feiern von Meisterschaft, Aufstieg oder Klassenerhalt in die fußballlose Zeit verabschiedet. Überraschungen gab es einige. Die Aichacher Nachrichten blicken zurück:

Bezirksliga Nord

Ehekirchen und Bubesheim hatten die meisten auf dem Zettel, wenn nach den Aufstiegskandidaten vor der Saison gefragt wurde. Beinahe niemand hatte Hollenbach auf dem Zettel – nicht einmal der TSV selbst. Nach einer starken Vorrunde legte die Elf aus dem Krebsbachtal aber auch im Frühjahr eine starke Serie hin und holte sich am Ende Platz drei. Zwischenzeitlich war sogar der Sprung auf Rang zwei möglich, denn dank einer Serie von drei Siegen am Stück rückte man den Bubesheimern auf die Pelle, verlor dann aber das entscheidende Spiel. „Wir sind überglücklich, das ist die beste Platzierung der Vereinsgeschichte“, so Abteilungsleiter Maximilian Golling. Die Bilanz im Frühjahr: Sieben Siege, ein Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Prunkstück der Hollenbacher war die Defensive. In 30 Partien gab es gerade einmal 26 Gegentreffer – mit Abstand Ligabestwert. Offensiv können sich auch die 61 Tore sehen lassen. Wichtiger für Golling: „Wir sind das beste Team aus dem Landkreis, das war unser Ziel.“

Vielmehr hätte man dort oben den TSV Aindling erwartet. Der Absteiger war mit dem Ziel, „um den Wiederaufstieg mitspielen“ in die Saison gestartet. Doch schnell wurde klar, das wird nichts. Nach nur einem Punkt aus drei Spielen musste Trainer Thomas Wiesmüller früh seinen Hut nehmen. Die krasse 2:6-Schlappe gegen Aufsteiger SV Holzkirchen war zu viel für die Verantwortlichen. Es kam Herbert Wiest auf die Kommandobrücke, doch auch der Routinier konnte am Schüsselhauser Kreuz keine Konstanz reinbringen. Zur Winterpause war eigentlich schon klar – Aindling gehört zum grauen Mittelfeld. Nur vereinzelt zeigte der Absteiger, was er drauf, wie beim 3:2-Erfolg gegen Ehekirchen. Es passte ins Bild, dass man sich noch in der Winterpause von Wiest retten wollte. Magnus Hoffmann sprang ein und führte das Team mit einem passablen Endspurt immerhin noch auf Rang sechs.

Eine weitestgehend sorgenfreie Saison erlebte der VfL Ecknach im eigentlich so schwierigen zweiten Jahr. Nimmt man aber die Rückrunde, dann sieht es nicht so rosig aus. Aus den vergangenen sieben Partien gab es nur einen Sieg und so wurde es beinahe doch nochmals eng in Richtung Relegation. Zwar holte der VfL einen Zähler mehr als in der vergangenen Spielzeit, steht am Ende aber zwei Plätze schlechter da.

Deutlich schlechter als in der Vorrunde steht 2019 auch der FC Affing da. Konnte der Aufsteiger die Verletzen in der Herbstrunde noch ausgleichen, gelang dies nun kaum mehr. Einen einzigen Sieg gab es zu bejubeln. Besonders zu Hause enttäuschte der FCA. Zwei magere Pünktchen sprangen in fünf Partien vor heimischen Zuschauern heraus. Abteilungsleiter Markus Berchtenbreiter freute sich deshalb auf die Sommerpause: „Das wird allerhöchste Zeit. Wir sind nur noch auf dem Zahnfleisch dahergekommen. Zum Glück haben wir in der Vorrunde gut gepunktet. Es tut mir vor allem für die Zuschauer leid, denen wollen wir in der neuen Saison wieder besseren Fußball bieten.“Am Ende lief der FCA als Neunter und 41 Punkten dennoch als bester Aufsteiger ins Ziel ein.

Dass der BC Adelzhausen im Sommer in seine fünfte Saison in Schwabens höchster Spielklasse geht, hat er seiner bärenstarken Frühjahrsrunde zu verdanken. Von zehn Spielen gewann der BCA sechs und ging nur dreimal leer aus. Dabei sah es nach der 1:7-Pleite gegen Aindling kurz vor der Winterpause sehr düster aus. Doch die Elf vom Römerweg stabilisierte sich – vor allem in der Defensive. Nach dem 1:0-Erfolg am abschließenden Spieltag in Nördlingen war der Jubel groß: „Wir waren eigentlich schon weg, haben uns aber zurückgekämpft mit einer unheimlich geschlossenen Mannschaftsleistung“, beschreibt Abteilungsleiter Jürgen Dumbs die Gefühlslage.

Kreisliga Ost

Es war sicher nicht die Rückrunde der Teams aus dem Wittelsbacher Land. Besonders den Anwärtern auf den Aufstieg ging im Endspurt der Saison die Luft aus. Allen voran dem SC Griesbeckerzell. Lange Zeit stand der SCG auf Rang zwei. Weniger aus Eigenleistung, sondern weil auch die Konkurrenz zu Beginn der Rückserie Federn ließ. Doch je länger die Runde dauerte, desto länger wurde die Verletztenliste. Insgesamt gab es 2019 nur zwei Siege. Zum Schluss setzte es für die Mannschaft des scheidenden Trainers Metin Bas drei Niederlagen, was in der Endabrechnung Platz vier bedeutet. Dabei war die Relegation aber bis zum allerletzten Spieltag möglich.

Noch schlechter fiel die Bilanz des SSV Alsmoos-Petersdorf aus. Zur Winterpause noch auf Rang zwei liegend, legte der Fusionsklub in der Frühjahrsrunde nur noch einen Dreier nach. Schnell fiel das Team um Trainer Frank Mazur zurück und der Traum vom Aufstieg war geplatzt. Gerade einmal zehn Treffer gelang der besten Offensive der Vorrunde. Auch Topstürmer Stefan Simonovic war mit fünf Treffern vergleichsweise harmlos. Zum Vergleich – im Herbst waren es noch 22.

Auf und ab ging es dagegen beim TSV Pöttmes. Neu-Coach Roman Artes holte aus den ersten fünf Partien zwar nur einen Sieg, doch dann kam die Offensive der Pöttmeser ins Rollen. Zwischenzeitliche Abstiegsängste waren spätestens mit dem Sieg gegen Feldheim am vorletzten Spieltag vom Tisch. Trainer und Mannschaft werden sich aber eine ruhigere Saison wünschen. Die Razzia beim TSV und die laufenden Ermittlungen gegen den Verein (wir berichteten) können nicht förderlich sein.

Förderlich war beim BC Aichach in jedem Fall die Winterpause, denn das Team von Interimstrainer Martin Brunner startete 2019 eine sensationelle Aufholjagd und entledigte sich alsbald seiner Abstiegssorgen. Sechs Siege, ein Remis und zwei Niederlagen – kein Team war 2019 in der Kreisliga Ost besser. Vor allem offensiv kam das torgefährliche Sturmduo Markus Wehren und Max Schmuttermair endlich in Fahrt.

In Fahrt kam zu Beginn der Frühjahrsrunde auch der TSV Rehling mit seinem neuen Coach Thomas Wiesmüller. Spätestens nach dem 4:2-Erfolg gegen Pöttmes schien die Relegation zum Greifen nah, doch dann verlor man im direkten Duell gegen Lechhausen. Dass der Augsburger Konkurrent am abschließenden Spieltag dann in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer zum Rehlinger Abstieg erzielte, ist umso tragischer, da die Lechrainer in der kürzen Frühjahrsrunde 15 ihrer 27 Punkte holten.

Kreisklasse Aichach

Eine fast perfekte Saison hat der TSV Dasing hinter sich. Ungeschlagen holte sich der letztjährige Vizemeister den Titel. Nachdem Platz eins feststand, flog die Mannschaft kurzerhand nach Mallorca, blieb aber auch danach für die Konkurrenz nicht zu bezwingen.

Eine starke Spielzeit hat auch der FC Gundelsdorf hinter sich. Lange Zeit sah es so aus, als könnte das Team um Co-Trainer Sebastian Slupik sogar Platz zwei schaffen, den schnappte sich aber das Offensivteam aus Mühlried. Das Mittelfeld der Liga bildet der SC Oberbernbach auf Rang vier. Als einziges Team war der SCO schnell raus was Ab- oder Aufstieg anbelangte. Nie wirklich abstiegsgefährdet war zwar der TSV Inchenhofen, der aber von Platz fünf zur Winterpause noch auf Rang sieben abrutschte. Auf und ab ging es beim TSV Kühbach. Zur Halbzeit lag man noch auf Rang sechs. Zwischendrin rutschte man auf Rang zehn ab, um am Ende Achter zu werden.

Länger zittern musste da schon die DJK Stotzard, die auf Platz sieben überwinterte. Am Ende reichte Platz elf gerade noch zum Klassenerhalt, ähnlich wie beim FC Affing II auf Platz zwölf. Eine äußerst bittere Frühjahrsrunde spielte die DJK Gebenhofen. Nur einen Sieg verbuchte das Team von Trainer Vincent Aumiller. Die Folge war der Absturz auf den vorletzten Platz und schließlich der Abstieg. Der Stand bei den Wanderfreunden Klingen noch etwas früher fest. Sechs Punkte 2019 reichten nicht.

A-Klasse Aichach

Eine bärenstarke Saison spielten die Aufsteiger Obergriesbach und Aindling II auf Platz zwei und drei. Zufrieden darf auch der TSV Hollenbach II auf Rang fünf sein. Der FC Laimering war zwischenzeitlich nah dran an Platz zwei, rutschte zum Schluss aber noch auf Rang sieben ab.

Im Mittelfeld befinden sich auch die SG Mauerbach, der TSV Dasing II sowie Absteiger TSV Sielenbach. Punktemäßig deutlich zurück liegen der VfL Ecknach II und der TSV Pöttmes II, die aber aufgrund der Schwäche der Konkurrenz nie in Abstiegsgefahr gerieten.

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Ausgefallener Jubel und mehr: Die besten Bilder der Rückrunde
Bild: Michael Horling

Die Top-Elf der Aichacher Nachrichten

  • Aufstellung Die Aichacher Nachrichten stellen ihre Top-Elf der Fußball-Hinrunde zusammen. Die Auswahl ist subjektiv. Es wurde versucht, möglichst viele Spieler unterschiedlicher Vereine aus dem Landkreis-Norden mit einzubeziehen.

  • Tor
    Martin Janyga (TSV Dasing) In sechs Spielen stand Martin Janyga 2019 über 90 Minuten im Tor und kassierte dabei nur zwei Gegentreffer. Der 27-Jährige war der Rückhalt für den Kreisklassen-Meister, falls seine Vorderleute ihn einmal brauchten, war er zur Stelle. Insgesamt kassierte der TSV nur 16 Gegentreffer in 26 Spielen, auch ein Verdienst des Keepers, der als Trainer der Frauen von Schwaben Augsburg ebenfalls sehr erfolgreich war. So einen Rückhalt braucht jedes Team – auch unsere Auswahl.
  • Abwehr
    Wolfgang Klar (BC Adelzhausen) Mit dem direkten Klassenerhalt hatten beim BCA nicht mehr viele gerechnet. Einer schon – Spielertrainer Wolfgang Klar. Auch dank des Abwehrchefs stabilisierte sich die sonst so anfällige Defensive der Adelzhauser. In den ersten drei Partien nach der Winterpause gab es gar kein Gegentor. Dauerbrenner Klar trug durch seine Ruhe und Erfahrung zur Stabilität bei. Er hat sowohl als Trainer als auch als Spieler seinen Anteil am Klassenerhalt der Elf vom Römerweg.
    Dennis Ruisinger (TSV Hollenbach) Aus der Hollenbacher Defensive könnte man eigentlich jeden Spieler in die Top-Elf der Rückrunde stellen. Die Abwehr war das Prunkstück der Elf aus dem Krebsbachtal in der abgelaufenen Saison. 26 Gegentreffer sind absoluter Ligabestwert. Die TSV-Viererkette besticht durch Erfahrung. Nur Dennis Ruisinger passt da nicht rein. Der Neuzugang vom FC Augsburg fand sich mit seinen erst 18 Jahren aber auf Anhieb zurecht und machte die ohnehin schon starke Hollenbacher Abwehr noch stärker. Auch offensiv überzeugte der Jungspund mit zwei Treffern und zwei Vorlagen.
    Christian Fischer (TSV Dasing) Was für Martin Janyga gilt, trifft auch auf Christian Fischer zu. Der Innenverteidiger hat großen Anteil an der Meisterschaft des TSV. Der 29-Jährige ist einer der wenigen erfahrenen Spieler in der sonst so jungen Dasinger Mannschaft. Er führt das Team von hinten heraus. Dabei ist Fischer eigentlich gelernter Stürmer. In der Spielzeit 2013/2014 gelangen ihm in 24 Partien 25 Treffer.
  • Mittelfeld
    Max Schmuttermair (BC Aichach) Anhand von Schmuttermair kann man die Fieberkurve der Aichacher festmachen. Im Herbst lief es beim 22-Jährigen nicht rund, im Frühjahr explodierte er. Kein Wunder, dass auch der BCA immer weiter nach oben in der Tabelle kletterte. Der Beitrag des schnellen Offensivspielers: Zehn Tore und acht Vorlagen in acht Spielen. Angelo Jakob (TSV Hollenbach) Als „Mister zuverlässig“ bezeichnet ihn Abteilungsleiter Max Golling. Der Hollenbacher Kapitän kam in allen 30 Partien zum Einsatz. Mit seinen zwei Teffern ist der 24-Jährige kein Goalgetter, aber im Mittelfeld unheimlich wichtig. Seine Standards sind gefährlich, was zehn Vorlagen unterstreichen – unser Anführer im Mittelfeld.
    Patrick Schuch (BC Adelzhausen) Im Mittelpunkt stehen am Römerweg andere. Dabei ist der 26-Jährige von großer Bedeutung für sein Team: „Er macht die Drecksarbeit und hat gerade in den vergangenen Wochen überragt“, so Abteilungsleiter Jürgen Dumbs über den defensiven Mittelfeldspieler, wobei Schuch auch offensiv Qualitäten hat. Immerhin schoss er das Tor zum Klassenerhalt.
    Kevin Seifert (TSV Rehling) An Kevin Seifert hat es nicht gelegen, dass die Lechrainer am Ende absteigen mussten. Am Aufschwung in der Frühjahrsrunde hatte der 23-Jährige seinen Anteil. Nicht umsonst wechselt der Mittelfeldspieler nun zum Bezirksligaaufsteiger TSV Friedberg.
  • Angriff
    Marcus Wehren (BC Aichach) Wenn Stürmer allein an Toren gemessen werden, hat der 21-Jährige in jedem Fall einen Platz in unserem Team verdient. In acht Partien traf er zwölf Mal – unser Knipser. Zwei Dreierpacks stehen zu Buche.
    Werner Meyer (TSV Hollenbach) Mit Toren gegeizt hat auch der 28-Jährige nicht. Achtmal war der Mittelstürmer erfolgreich. Allein gegen Schlusslicht Thannhausen war Meyer vier mal erfolgreich. Schnell, trickreich und aus allen Lagen gefährlich – unsere Allzweckwaffe im Sturm.
    Gheorge Geanta (TSV Pöttmes) Fiel lief beim hochgelobten Pöttmeser Kader auch in dieser Spielzeit nicht zusammen. Ein Lichtblick war in der Rückrunde der 28-Jährige, der in den vergangenen sechs Partien zehn Mal traf und drei Tore vorlegte. Auch dank des Rumänen geriet der TSV nicht mehr in den Abstiegsstrudel.
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