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Fußball-Rückschau

16.06.2018

Saison 2017/18: Vom Wunder bis zum Albtraum

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„Bezirksliga wir kommen“ – stand auf den Aufstiegsshirts des FC Affing. In Schwabens höchster Spielklasse gibt es jetzt viele Derbys.
Bild: Sebastian Richly

Durch den Abstieg des TSV und den Aufstieg des FCA gibt es in der kommenden Spielzeit gleich fünf Bezirksligisten in der Region. Wunder und Trauer in der Relegation.

Die Fußballvereine aus dem Wittelsbacher Land haben es geschafft – es ist Sommerpause. Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen Monate in den Fußball-Ligen. Von der B-Klasse bis zur Landesliga – die Saison hatte es in sich. Dabei gab es einige Teams, die positiv überrascht haben, andere Mannschaften hinkten ihren Erwartungen hinterher. Egal ob jubelnde Aufsteiger oder traurige Absteiger, die Aichacher Nachrichten blicken zurück:

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Meisterjubel und Abstiegstrauer: Die Bilder der Saison
Bild: Sebastian Richly

Landesliga: Aindling stürzt völlig ab

Bis zuletzt dachte man beim TSV Aindling, dass man den Abstieg doch noch verhindern könnte. Spätestens nach dem Relegationshinspiel in Gersthofen mussten aber auch die größten Optimisten am Schüsselhauser Kreuz einsehen, dass es nun erstmals seit 1982 wieder in die Bezirksliga geht. Es war eine Saison zum Vergessen. Dabei fing es im Toto-Pokal recht vielsprechend an. Zunächst besiegte man den FC Gundelfingen und danach wurde sogar der spätere Meister TSV Nördlingen bezwungen. Das war es dann aber auch gewesen. Sahen in der 1:5-Pleite zum Auftakt in Ichenhausen viele noch einen Ausrutscher, so war die Bilanz nach acht Spieltagen ernüchternd. Einem Sieg standen sieben Niederlagen gegenüber. Trainer Roland Bahl musste gehen und die Verantwortlichen setzten nun auf den jungen Thomas Wiesmüller. Der 31-Jährige feierte mit zwei Siegen einen Einstand nach Maß. Doch die Hoffnungen verpufften schnell wieder. Zur Winterpause standen gerade einmal drei Siege zu Buche. Dabei hatte das Team im Sommer nicht unbedingt an Qualität eingebüßt. Wer nach der Winterpause ein anderes Gesicht erwartet hatte, wurde schnell enttäuscht. Auch der nach Verletzung zurückgekehrte Kapitän Patrick Modes konnte das Steuer nicht mehr herumreißen und so steuerte der TSV unaufhaltsam auf die Relegation zu. Bezeichnend, dass der TSV lediglich am dritten Spieltag über dem Strich stand und zweimal gegen das Schlusslicht aus Bad Grönenbach verlor. Mit 70 Gegentoren verwandelte sich die einst so sattelfeste Abwehr in die Schießbude der Liga. Auch vorne agierten die Aindlinger zu harmlos. In den letzten sechs Spielen gelang der Wiesmüller Elf nur ein Treffer.

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Der TSV Aindling muss nach dem 0:1 in die Bezirksliga absteigen.
Bild: Sebastian Richly

Bezirksliga: Ecknach überrascht alle

Nimmt man die Platzierungen der drei Landkreisteams (Plätze sechs, acht und neun), dann könnte man denken, die Spielzeit wäre allerorts recht ähnlich verlaufen. Falsch gedacht – der Saisonverlauf hätte kaum unterschiedlicher sein können. Für die Überraschung sorgte der VfL Ecknach, der in seiner ersten Saison auf Bezirksebene sensationell auf Platz sechs ins Ziel kam. Allerdings kroch der VfL mehr ins Ziel, als das er sprintete. Denn in der Rückrunde lief aufgrund des Ausfalls zahlreicher Führungsspieler wie etwa Torjäger Serhat Örnek nicht mehr viel zusammen. Der Klassenerhalt war aber nie gefährdet. Ganz anders beim TSV Hollenbach. In der Winterpause war die Situation mehr als bedrohlich. Die Abstiegszone kam nach der Auftaktniederlage gegen Ecknach noch näher, doch dann platzte der Knoten nach neun Partien ohne Sieg. Es folgten fünf Dreier am Stück und der Klassenerhalt war perfekt. Sogar dem souveränen Meister VfR Neuburg trotzte man noch einen Punkt ab und landete noch vor dem Rivalen aus Adelzhausen. Der BC Adelzhausen spielte ähnlich wie der VfL eine eher durchwachsene Rückserie. Besonders deutlich kann man das anhand der Statistik von Torjäger Dominik Müller ablesen. Mit 29 Treffern holte er zwar mit großem Vorsprung die Torjägerkanone, doch 2018 kamen gerade einmal zwei Törchen hinzu. Die Bezirksliga geriet aber trotz nur zweier Siege nie in Gefahr, weshalb in der kommenden Spielzeit gleich fünf Vertreter aus dem Landkreis-Norden in der Nordstaffel dabei sind.

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Die Top-Elf der Rückrunde
Bild: beinhoferch

Kreisliga: Turbulenzen und Seriensieger

Das liegt nicht zuletzt am FC Affing, der durch die Meisterschaft die Rückkehr in Schwabens höchste Spielklasse feiern konnte. Eine bärenstarke Rückrunde mit elf Siegen am Stück bescherte dem FCA nach der Vizemeisterschaft nun den Titel. Dabei fing die Saison mit viel Unruhe an. Schon nach zwei Spielen trennte man sich von Trainer Manfred Kämpf. Es übernahmen die Novizen Tobias Jorsch und Marc-Abdu Al-Jajeh. Schließlich gelang der souveräne Titelgewinn. Eine starke Saison spielte auch der SC Griesbeckerzell, der sich überraschend die Herbstmeisterschaft holte. Der SCG war insbesondere defensiv eine Klasse für sich und behielt in den entscheidenden Phasen die Konzentration. Am Ende konnte man aber mit der Affinger Serie nicht ganz Schritt halten und musste in die Relegation. Dort scheiterte die Truppe von Trainer Metin Bas am SC Altenmünster. Als Dritter ins Ziel kam der vor der Saison hochgehandelte TSV Pöttmes. Hochkarätige Neuzugänge, unter anderem das spielende Trainerduo Andreas Brysch/Sebastian Kinzel, machten den TSV für viele zum Topfavoriten auf den Titel. Am Ende reichte es nicht für den Aufstieg. Denkbar schlecht ging es los mit der 1:6-Pleite gegen Petersdorf und der Verletzung von Kinzel. Das „Missverständnis“ mit dem Torjäger wurde wenige Wochen später beendet. Sportlich fing sich das Team, doch ein Eklat nach dem Spiel gegen Gerolsbach führte zur Trennung von Andreas Brysch. Im Winter übernahm der regionalligaerfahrene Mariusz Suszko. Eine Schwächephase zu Beginn des Jahres 2018 kostete alle Chancen auf die vorderen beiden Plätze. Teilweise zeigte der SSV Alsmoos-Petersdorf Glanzvorstellungen und schoss seine Gegner, wie beim 6:1-Auftakterfolg gegen Pöttmes, nur so vom Platz. Unnötige Niederlagen verhinderten, dass der SSV ganz vorne mitspielen konnte – Platz fünf. Eine gute Vorrunde spielte der BC Aichach, in der Rückrunde lief dann aber nichts mehr zusammen. Hinzu kam die Trennung vom Sportlichen Leiter Frank Burghart. Am Ende belegte der BCA Platz sieben. Zwei Ränge dahinter lief der TSV Rehling ein, der am Ende vorzeitig den Klassenerhalt sicherte. Die „Endspiele“ Anfang 2018 gegen die Konkurrenz konnten die Lechrainer gewinnen.

Die Wanderfreunde Klingen besiegen vor 1200 Zuschauern den TSV Weilach mit 2:0 und feiern den Klassenerhalt.
Bild: Sebastian Richly

Kreisklasse: Klingen schafft das Wunder

Eine starke Saison liegt hinter dem TSV Dasing in der Kreisklasse Aichach. Lange kämpften die Autobahner um die Meisterschaft. Am Ende ging der Schmid-Truppe aber die Puste aus. In der Relegation scheiterte man am SV Echsheim-Reicherstein. Der SVE seinerseits verpasste den Titel in der Neuburger Staffel und kam in die dritte Runde der Kreisligarelegation. Dort scheiterte die Kefer-Elf tragisch im Elfmeterschießen. Eine ordentliche Saison legte der TSV Inchenhofen mit seinem neuen Spielertrainer Arthur Vogel hin. Am Ende stand Platz vier. Einen Rang dahinter beendete der SC Oberbernbach die Saison. Schnell etablierte sich der SCO in der Spitzengruppe der Liga, konnte aber nicht mehr ins Aufstiegsrennen eingreifen. Etabliert haben sich auch die letztjährigen Aufsteiger FC Gundelsdorf und DJK Gebenhofen-Anwalting auf Rang sieben und acht. Eine schwierige Saison wurde es für den Absteiger TSV Kühbach. Bis zur Winterpause befand man sich in Abstiegsgefahr, danach ging es nach oben bis auf Rang neun. Einen Platz und einen Punkt dahinter hat sich die DJK Stotzard platziert. Die Seizmair-Truppe geriet zwar nie so wirklich in Abstiegsgefahr, dennoch steht am Ende nur Platz zehn. Bis zum Schluss musste dagegen der FC Affing II zittern. Erst am letzten Spieltag sicherte sich der FCA den Klassenerhalt. Wenige Spieltage vor Schluss trennte man sich von Coach Philipp Pistauer, Interimstrainer Gerhard Schroll gelang die Rettung. Für die größte Überraschung der Liga sorgten die Wanderfreunde Klingen. Zur Winterpause hatte das Team gerade einmal fünf Punkte auf dem Konto. Routinier Frank Lasnig kam und führte das Schlusslicht doch noch in die Relegation. Mit einem 2:0 über Weilach gelang das Fußballwunder. Leidtragender der Klingener Aufholjagd war der TSV Sielenbach, der am letzten Spieltag, nur aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs, ans Tabellenende rutschte.

A-Klasse: Zwei bittere Abstiege

Die Teams aus dem Landkreis-Norden konnten nicht in den Aufstiegskampf eingreifen. Bestes Team war die SG Mauerbach auf Rang sechs. Eine gute Saison spielte der Aufsteiger TSV Hollenbach II, der am Ende auf Rang acht landete. Frühzeitig den Klassenerhalt sicherte sich auch der VfL Ecknach II auf Rang neun. Eine durchwachsene Saison spielte der FC Laimering-Rieden, der lange verletzungsbedingt auf Spielertrainer Thomas Nöbel verzichten musste. Enttäuschend verlief die Spielzeit dagegen für den TSV Schiltberg, der als Vorletzter den Weg in die B-Klasse antreten muss. Gleiches gilt für Türkspor Aichach, die abgeschlagen das Tabellenende zierten.

Der TSV Aindling II gewann im Spitzenspiel gegen den SV Obergriesbach mit 3:1. Sebastian Kinzel erzielt das 1:0 für Obergriesbach.
Bild: Sebastian Richly

B-Klassen: Kinzel kann wieder lachen

Die größte Überraschung war die Rückkehr von Sebastian Kinzel zum SV Obergriesbach. Der SVO stieg auf, ebenso wie der TSV Aindling II, der TSV Mühlhausen und der TSV Dasing II. Der FC Igenhausen verpasste trotz guter Leistungen den Sprung nach oben.

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