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Leichtathletik

31.08.2018

Sandra Kollers Weg ist steinig

Die gebürtige Unterwittelsbacherin Sandra Koller legte während des Karwendelaufes 52 Kilometer zurück. Dabei musste die 25-Jährige so manchen steinigen Weg zurücklegen.
Bild: Thomas Demmelmaier

Die gebürtige Unterwittelsbacherin legt beim 52 Kilometer zurück. An diese Leistung war vor wenigen Jahren noch nicht zu denken.

Erst kürzlich gab Sandra Koller aus Altomünster ihr Marathondebüt in Füssen. Die gebürtige Unterwittelsbacherin schaffte die Distanz in unter vier Stunden. Am Wochenende stand für die 25-Jährige ein weiterer Höhepunkt an. Sie nahm teil am ultralangen Karwendelmarsch, der von Scharnitz zum Achensee über 2281 Höhenmetern führte und über 52 Kilometer über sehr anspruchsvolles Geläuf ging. Insgesamt waren es 2500 Teilnehmer, darunter 900 Läufer. Von den 180 gewerteten Frauen kam sie auf den 49. Platz mit der Einlaufzeit von 7:14:36 Stunden.

Los ging das wagemutige Unterfangen um vier Uhr morgens. Nach einem leichten Frühstück hieß es sich warm einpacken. Die Wetterprognosen sahen alles andere als rosig aus. Temperaturen um die zwölf Grad, leichter Nieselregen und dichte Nebelschwaden hüllten das Karwendelgebirge in den Morgenstunden ein. Um sechs Uhr morgens wurden die Teilnehmer mit einem lauten Kanonenschuss auf die beschwerliche Reise geschickt. Die ersten 18 Kilometer ging es bis zum Karwendelhaus auf einer Höhe von 1771 Metern in einer frostigen Nebelsuppe fast ständig bergauf. Sandra Koller hatte sich das ultralange Rennen sehr gut eingeteilt.

Rauf- und Runter ging es für die Fotografin über Stunden. Nach etwa 40 Kilometern hatte man am Gramaisattel auf 1850 Höhenmetern den höchsten Punkt erreicht. Das hintere Feld hatte nun mit dem einsetzenden Schneefall zu kämpfen. Mittlerweile hatte man längst österreichisches Staatsgebiet erreicht. Ging es zu Beginn des Rennens noch über befestigte Waldwege, so waren nun Stock und Stein ständiger Wegbegleiter. Die letzten Kilometer ging es für Koller durch Matsch und Schlamm. All die Schikanen bewältigte die Altomünsterin bei ihrem ersten Ultramarathon bravourös. Unterwegs und im Ziel konnte Sandra Koller etliche verdreckte Teilnehmer erblicken mit offenen Armen, Beinen und Knien. Einmal war sie den Tränen nahe, als sie in einer Gruppe von Männern lief und eine Zuschauerin kurz vor dem Ziel vor ihr symbolisch den Hut zog. Als sie dann in Pertisau nach über sieben Stunden über die Ziellinie lief, ihr Name aufgerufen wurde und ihr eine Medaille umgehängt wurde, da gab es für ihre Tränen kein Halten mehr. Die Leistung von Sandra Koller ist umso höher zu bewerten, da sie im Mai 2015 noch 110 Kilogramm auf die Waage brachte.

Eines Tages blickte sie in den Spiegel und beschloss ihr Leben zu ändern. (wir berichteten). „So kann es nicht mehr weitergehen“, sagte sich die junge Frau damals. Sie begann mit dem Laufen und absolvierte 2016 erfolgreich ihren ersten Halbmarathon. Nur hat sie ihr großes Ziel – den Karwendelmarsch zu bewältigen – erreicht.

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