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Handball

29.01.2019

Schwappt das WM-Fieber auch auf den TSV Aichach über?

Große Begeisterung löste die Handball-Weltmeister schafft in Deutschland aus. Auch wenn das deutsche Team eine Medaille verpasste, so bleibt doch ein sehr positiver Eindruck zurück. Wie wirkt sich dieser Erfolg jetzt auf den Handball im Wittelsbacher Land aus. Die Aichacher Nachrichten haben nachgefragt.
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Große Begeisterung löste die Handball-Weltmeister schafft in Deutschland aus. Auch wenn das deutsche Team eine Medaille verpasste, so bleibt doch ein sehr positiver Eindruck zurück. Wie wirkt sich dieser Erfolg jetzt auf den Handball im Wittelsbacher Land aus. Die Aichacher Nachrichten haben nachgefragt.
Bild: Sören Stach/dpa

Bei der Weltmeisterschaft feierten viele die deutsche  Nationalmannschaft. Führt das jetzt zu mehr Mitgliedern in den Vereinen? Wir haben nachgefragt.

Es war ohne Frage das Sportereignis im ersten Monat des Jahres 2019. Seit einigen Tagen ist die Handball-Weltmeisterschaft der Herren nun Geschichte. Was bleibt von diesem Mega-Event, der Millionen von Sportfans an die Bildschirme lockte? Strahlt die Euphorie aus bis nach Aichach? Die Aichacher Nachrichten haben sich umgehört.

„Schwierige Frage“, meint Tini Wonnenberg, als es um mögliche Folgen für den TSV Aichach geht. „Ich glaube nicht, dass jetzt mehr Mitglieder zu uns kommen.“ Die routinierteste Spielerin im Frauenteam und seit knapp zwei Jahren Abteilungsleiterin zusammen mit Steffie Szierbeck geht davon aus, dass man sich auch künftig um die Basisarbeit bemühen muss. In den Schulen will man auf diesen Sport aufmerksam machen und Kinder den Handball bei einem Probetraining schmackhaft machen. Was sie sich in jedem Fall wünscht: Solche Handballturniere sollten grundsätzlich bei den Fernsehsendern zu verfolgen sein: „Eine WM nur im Internet - das kann es nicht sein.“

Kann man als Zuschauer vor Ort oder vor dem Bildschirm etwas lernen für das eigene Spiel? „Der Unterschied ist zu groß.“ Im Vergleich zur Bezirksoberliga in Aichach sagt sie über die WM-Partien: „Das ist schon ein anderes Spiel.“ Ungleich schneller, oft genug mit einer Perfektion, wie sie nur auf professioneller Basis denkbar erscheint. Im Nachwuchsbereich sieht sie bei den Jungs zwischen 14 und 16 Jahren, dass sie schon mal versuchen, die großen Idole bei den Würfen zu imitieren. Einen großen Andrang an neuen Mitgliedern vermag sich Tini Wonnenberg nicht so recht vorzustellen. Wenn eine Veranstaltung aus dem Blickpunkt der Medien verschwunden ist, dann gelte das auch für die Köpfe der Leute. „Das ist sonst schwierig.“

Bundesligacoach Mayerhoffer sieht den verband in der Verantwortung

Manfred Szierbeck, seit eineinhalb Jahren für die Erste Männermannschaft des TSV Aichach als Trainer zuständig, hat einiges mitgenommen von der WM. Etwa das Kleingruppenspiel, den siebten Feldspieler dagegen sieht er für seinen Bereich nicht nachahmenswert. Beeindruckt hat ihn das Verhalten der Zuschauer: „Es hat sich gezeigt, dass sich eine Mannschaft steigern kann, wenn sie unterstützt wird.“ Zumindest im Ansatz wünscht er sich das auch für die Aichacher Heimspiele. Zwei WM-Partien hat man bei den Szierbecks zuhause im Kreis der Mannschaft verfolgt, das Halbfinale auch mit Teilen des Frauenteams. Beim Spiel um Platz drei, das Deutschland verlor, setzte Manfred Szierbeck andere Prioritäten, da war ihm das Match der Zweiten TSV-Mannschaft wichtiger.

Hartmut Mayerhoffer machte sich in Aichach und Friedberg einen Namen, ehe er in Bietigheim und nun in Göppingen in den Profibereich aufstieg. Aus seiner Truppe gehörten Ivan Sliskovic und Kozina Kresimir zum Aufgebot von Kroatien, während Nemanja Zelenovic im serbischen Kader stand. Deren Erwartungen gingen allenfalls zum Teil in Erfüllung, daher kann sich der Vereinstrainer schon vorstellen, dass nun ein wenig Aufbauarbeit bei seinen WM-Teilnehmern erforderlich ist. In jedem Fall aber wird das Trio reichlich zu erzählen haben von den Erlebnissen bei der WM.

Grundlegend Neues hat Mayerhoffer bei dem Turnier nicht entdeckt. Dänen und Norweger, die beide im Endspiel standen, hätten absolute Führungsspieler in ihren Reihen. Dass die von enormer Bedeutung sind. Und wie erlebte er die Stimmung in den Hallen? „Super, fantastisch.“ Die deutschen Nationalspieler ließen nach den beiden finalen Niederlagen die Köpfe hängen. Nach dieser Enttäuschung, glaubt Mayerhoffer, dass sie erkennen, wirklich Großes geleistet haben, nicht nur aufgrund der Ergebnisse, sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Erlebt Handball nun in Deutschland einen Boom? Hartmut Mayerhoffer erhofft sich Unterstützung vom Deutschen Handball-Bund: „Der Ball liegt beim Verband.“ Der müsse nun die Euphorie nutzen.

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