Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Lokalsport
  4. So sieht Europas größte Stocksporthalle mit neuem Belag aus

Kühbach

26.01.2020

So sieht Europas größte Stocksporthalle mit neuem Belag aus

Viel Arbeit: Die rund 1200 Quadratmeter große Fläche in Europas größter Stocksporthalle in Kühbach wurde neu gepflastert. Kostenpunkt: Rund 45 000 Euro. Die TSV-Stockschützen wie Lukas Koppold (links) und Wolfgang Zimmermann können nun wieder unter gleichbleibenden Bedingungen trainieren.

Plus 30000 Steine wurden ausgetauscht. Mehr als 40 Helfer beteiligten sich. Was der neue Belag alles kann und warum die Mitglieder jetzt fleißig trainieren müssen.

Stein für Stein, Quadratmeter für Quadratmeter arbeiten sich die Stockschützen des TSV Kühbach voran. Nach rund 1000 Arbeitsstunden ist es endlich geschafft – die größte Stocksporthalle Europas erstrahlt in neuem Glanz beziehungsweise in neuem Gewand. Das Pflaster auf den zehn Bahnen mit einer Fläche von insgesamt 1200 Quadratmetern wurde komplett ausgetauscht. Mehr als 40 Helfer, darunter auch Spieler des benachbarten EC Haslangkreit, hebelten zunächst im Dezember die rund 30000 Steine aus dem Kiesbett heraus. Per Hand wurden nun wieder 30000 „frische“ Steine eingesetzt, wobei einer rund sechs Kilogramm wiegt.

Stein für Stein setzten die zahlreichen Helfer unter der Leitung von Georg Birgmeir (rechts), der mit seiner Firma aus Hohenried auf Stockbahnen spezialisiert ist. Rund 30 000 Sechs-Kilo-Brocken wurden erst ausgehoben und dann durch neue ersetzt.

Kühbacherinnen kämpfen um die Deutsche Meisterschaft

Besonders Stockschützenchef Anton Stadlmair war nach den Strapazen erleichtert über das Ergebnis: „Ich hatte wirklich Albträume und konnte nicht schlafen. Überall war der Quarzsand. Ich bin froh, dass es jetzt wieder nach einer Stockschützenhalle aussieht.“ Zwischendurch lag das Kühbacher Wohnzimmer brach. Rund vier Wochen lang konnte nicht trainiert werden. Mitte Dezember wurde eine Woche lang das Pflaster abgetragen, vom 7. Januar bis 14. Januar setzten die Kühbacher die neuen Steine ein. Damit war die Arbeit aber noch nicht getan. Stadlmair: „Es war überall Staub – in jeder Ritze, an jedem Schild. Wir haben mehrere Tage gewischt und gesaugt.“ Und gerüttelt. Denn die Steine werden von feinem Quarzsand zusammengehalten und sind nach dem Setzen mit einer Rüttel-Maschine bearbeitet worden.

Neues Stockschützenbelag: 45.00 Euro und viele Helfer

Der Austausch des Belags hat übrigens sportliche Gründe, wie TSV-Vorsitzender Stefan Schneider erklärt: „Die ursprünglichen Pflastersteine waren nicht gleich groß. Mit der Zeit wurden die Unterschiede größer und die Stöcke gleiten nicht mehr gleichmäßig über die Bahnen. Wir wussten, dass wir irgendwann wechseln müssen. Dass das Pflaster fast 15 Jahren gehalten hat, hätten wir nicht gedacht.“ 2005 wurde die Stocksporthalle fertiggestellt. Schneider schätzt die Kosten auf rund 45000 Euro. „Dank unserer vielen Helfer, der Gemeinde und Sponsoren können wir das als Verein stemmen“, so Schneider. Anton Stadlmair kommt noch auf einen weiteren Punkt zu sprechen: „Wir haben hier bis zu 25 Turniere pro Jahr. An vielen Steinen hat man die Abnutzungsspuren gesehen, wenn die Schäden zu groß sind, läuft der Stock nicht mehr so gut. Es war aber von Anfang klar, dass wir irgendwann das Pflaster tauschen müssen.“ Die Kühbacher gehören zu den erfolgreichsten Stockschützenvereinen Europas, weshalb dem TSV der neue Belag entgegenkommt, wie Stadlmair erklärt: „Der Zufall ist weniger ein Faktor. Der Stock fliegt jetzt gleichmäßiger und wackelt nicht mehr so stark. Das kommt den guten Schützen entgegen, aber auch Anfänger tun sich leichter.“

Nachher: Die schwarzen Wege sollen verhindern, dass die Spieler in die Bahnen laufen.

Fast noch ein Anfänger ist Lukas Koppold. Der 15-Jährige begann vor rund einem Jahr mit dem Stocksport und ist nun einer der Ersten, der auf dem neuen Belag trainiert. Auffällig bei seinen ersten Schüben, der Stock gleitet über das Pflaster, kommt aber deutlich vor dem Zielbereich zum Stehen. „Man muss sich erst an den neuen Belag gewöhnen, aber das wird schon“, so der Nachwuchsspieler. Und tatsächlich – nach rund 20 Schüben landet der Stock dort, wo er soll. Koppold: „Je mehr Schübe man macht, desto besser läuft es.“ So auch bei Trainingspartner Wolfgang Zimmermann. Der 63-Jährige ist seit 1985 bei den Kühbacher Stockschützen dabei und kennt noch die alten Asphaltbahnen vor dem Umzug in den Sportpark 2005. „Der feine Quarzsand setzt sich anfangs noch auf dem Belag ab und dann an den Platten unter den Stöcken fest. Dadurch werden die Bahnen sehr langsam. Je mehr gespielt wird, desto schneller wird die Bahn, bis irgendwann optimale Bedingungen vorherrschen.“

Das ist neu bei den Kühbacher Stockschützen

Das soll in rund vier bis sechs Wochen der Fall sein, vorausgesetzt es wird fleißig trainiert. Für Stadlmair das kleinste Problem: „Wir bekommen täglich Anfragen von Vereinen aus der Region, ab wann die Bahnen wieder genutzt werden können.“ Seit Mittwoch wird offiziell trainiert. Neben dem aktuell noch etwas langsamen Belag fällt auch optisch etwas auf. Zwischen den Bahnen ist der Weg mit schwarzen Steinen gepflastert. Stadlmair erklärt: „So wissen die Spieler ganz genau, wo sie laufen müssen, um nicht aus Versehen in die Bahn zu laufen und das Spiel zu stören. Das kommt immer mal wieder vor.“

Erledigt haben könnte sich für die Kühbacher nun das Pflastern. Das hält laut Georg Birgmeir, der mit seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb aus Hohenried (Kreis Pfaffenhofen) den Einbau geleitet hat, deutlich länger als das Alte. „Im besten Fall hält das ein Leben lang. Wenn zwischen durch mal ein Stein kaputt gehen sollte, kann man ihn ganz einfach austauschen“, so Birgmeir, der schon mehr als 200 Stockschützenanlagen gepflastert hat.

Auf dem neuen Belag sind weiterhin Veranstaltungen aller Art möglich sein, wie etwa ein Boxkampf von Weltmeisterin Tina Rupprecht, die in der TSV-Halle bereits zwei Mal in den Ring gestiegen ist. Den Unterschied zum alten Belag werden aber nur die Stockschützen bemerken.

Vorher: Stockschützenchef Anton Stadlmair zeigt die Schäden im alten Pflaster.
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren