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Fußball

08.12.2018

So spannend war die Hinrunde in Aichach-Friedberg

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Nach dem Sieg beim VfL Ecknach gab es Grüße aus der Kabine per Facebook an Coach Christian Adrianowytsch, der so Vater wurde. Der Kleine heißt Ben Liam.
Bild: Thun

TSV und FCA mischen völlig überraschend die Bezirksliga Nord auf. Die Kreisliga bietet Spannung pur im Aufstiegs- und im Abstiegskampf.

Die Fußball-Vereine aus dem Wittelsbacher Land haben es geschafft - es ist Winterpause. Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen Monate in den Fußball-Ligen. Von der B-Klasse bis zur Bezirksliga – die Hinrunde hatte es in sich. Dabei gab es einige Teams, die positiv überrascht haben, andere Mannschaften hinkten ihren Erwartungen hinterher. Jetzt beginnt die Hallensaison, die Aichacher Nachrichten blicken zurück:

Bezirksliga Nord: Überraschungen in beide Richtungen

Nach dem Sieg beim VfL Ecknach gab es Grüße aus der Kabine per Facebook an Coach Christian Adrianowytsch, der so Vater wurde. Der Kleine heißt Ben Liam.
Bild: Thun

Was war das für eine verrückte Herbstrunde in der Nordstaffel von Schwabens höchster Spielklasse. Die Favoriten straucheln und die Abstiegskandidaten schwingen sich in Richtung Spitze auf. Planbar ist in dieser Liga eigentlich gar nichts mehr. Ansonsten müsste man ja fest mit dem Aufstieg des TSV Hollenbach rechnen. Denn das Team von Christian Adrianowytsch steht aktuell auf Platz drei und bekommt im Winter mit Christoph Burkhard wohl den spektakulärsten Neuzugang der Saison. Damit müsste doch mindestens Platz zwei drin sein, zumal die Hollenbacher über die beste Abwehr mit nur 17 Gegentreffern verfügen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Das weiß auch Abteilungsleiter Maximilian Golling: „Klar wächst der Druck, aber wir sind froh, dass wir bisher so gut stehen. Wir sind demütig.“ Damit fährt der spielende Chef wohl auch besser, denn ausgerechnet beim abgeschlagenen und bis dahin sieglosen Schlusslicht TSG Thannhausen kassierte der TSV eine von nur vier Pleiten.

Sicher ist also rein gar nichts, höchstens, dass Absteiger TSV Aindling nichts mit dem Aufstieg zu tun haben wird. Nach einem katastrophalen Saisonstart fing sich das Team nach der Entlassung von Trainer Thomas Wiesmüller zwar, doch so wirklich oben angreifen konnte man auch unter Nachfolger Herbert Wiest nicht. Konstanz ist am Schüsselhauser Kreuz zum Fremdwort geworden. Die Kellerkinder Adelzhausen und Thannhausen schoss man regelrecht vom Platz, während man sich gegen Holzkirchen und Meitingen bis auf die Knochen blamierte. Was der TSV zu leisten im Stande ist, sah man beim Sieg über Spitzenreiter Ehekirchen. Doch das Potenzial schöpft das Team, wie schon im Vorjahr, zu selten aus. Deshalb ist man aktuell nur Mittelmaß.

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Die Fußballer des FC Affing bejubeln  die Meisterschaft und spielen auch eine Liga höher strak mit.
Bild: Sebastian Richly

Überraschend vor dem Rivalen aus Aindling steht der FC Affing. Der Aufsteiger überwintert gar auf Rang vier und liegt näher am Relegationsplatz in die Landesliga als die Favoriten aus Gersthofen und Meitingen. Schlüssel des Erfolges ist die Effizienz. Gleich fünf Partien gewannen die Affinger mit nur einem Tor Vorsprung. Einen Kantersieg sucht man vergebens. Bezeichnenderweise war das 3:0 beim TSV Aindling der höchste Sieg. 31:29 – das Torverhältnis sagt viel aus, denn selbst der VfL Ecknach auf Rang zehn steht in dieser Kategorie besser da.

Die Ecknacher bekamen zu spüren, was es heißt, im verflixten zweiten Jahr zu sein. Bis zum achten Spieltag musste man warten, ehe es im den ersten Dreier gab. Der Sieg war eine Art Befreiung, denn danach lief es fast wie im Vorjahr. Höhepunkt war der 4:0-Erfolg gegen die hochgehandelten Meitinger. Zum Ende der Herbstrunde merkte man dem VfL allerdings die Anstrengungen an. Zumal die beiden neuen Spielertrainer Daniel Framberger und Jan Plesner verletzt ausfielen. Dennoch ist man beim Aufsteiger des Vorjahres nach dem Umbruch im Sommer zufrieden. Einzig die vielen Platzverweise dürften den verantwortlichen nicht schmecken. Sechs Gelb-Rote und drei Rote Karten stehen zu Buche, nur Schlusslicht Thannhausen leistete sich eine Hinausstellung mehr.

Ganz andere Sorgen hat der BC Adelzhausen. Im vierten Jahr in der Bezirksliga droht nun der Abstieg aus Schwabens fußballerischen Oberhaus. Mit 18 Punkten überwintert der BCA auf einem Abstiegsplatz. Ein Hauptgrund ist der katastrophale Saisonstart. Erst im neunten Spiel gab es den ersten Sieg. Nach einer Erfolgsserie fiel das Team vom Römerweg aber leistungsmäßig wieder ab. Nach dem 0:2 musste Spielertrainer Peter Eggle gehen. Im letzten Spiel vor der Winterpause gab es dann noch eine 1:7-Klatsche gegen Aindling. In Adelzhausen brennt vor Weihnachten der Baum. Auch lastet das Toreschießen fast ausschließlich auf den Schultern von Dominik Müller und hinten stand lediglich zwei Mal die Null. Trost verspricht aber die Tabelle, denn der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt nur drei Punkte.

Kreisliga Ost: BC Aichach droht der Super-Gau

Zwei Überraschungen hatte die Herbstrunde für die Teams aus dem landkreisnorden zu bieten. Eine Positive und eine Negative. Erfreulich waren die Auftritte des SSV Alsmoos-Petersdorf. Im dritten Jahr nach dem Aufstieg hat sich das Team von Trainer Frank Mazur endgültig etabliert. Seit Anfang Oktober ist der Fusionsklub ungeschlagen, zwischendrin gab es sechs Siege am Stück. Lohn der starken Vorrunde ist Relegationsplatz zwei. Vor allem die Offensive um Torjäger Stefan Simonovic (siehe Top-Elf der Hinrunde) gehört wie immer zum besten, was die Kreisliga zu bieten hat. Doch auch Defensive gehörten die Petersdorfer in diesem Herbst zu den besseren Teams. Im Gegensatz zum SSV ist der SC Griesbeckerzell ein Stammgast unter den besten drei Teams. Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der Relegation klopft das Team von Trainer Metin Bas auch in dieser Saison an die Bezirksliga an. Zwischendrin schwächelte der SCG allerdings, wodurch der Rückstand auf Spitzenreiter Friedberg bereits acht Punkte beträgt. Der Relegationsplatz ist aber mit einem Zähler Rückstand in Schlagdistanz. Anders sieht das beim TSV Pöttmes aus. Mit hohen Erwartungen war das Team von Trainer Mariusz Suszko in die neue Spielzeit gestartet. Viele verletzungsbedingte Ausfälle machten dem qualitative Kader, der allerdings rechts dünn war, schwer zu schaffen. Gerade in den Wochen vor der Winterpause gab es nichts mehr zu holen. Negativer Höhepunkt war das 1:7 gegen Rinnenthal. Mit 24 Punkten und Platz acht gehört der TSV nur zum grauen Mittelfeld. Nicht mal mehr dazu gehört der einst so glanzvolle BC Aichach. Der BCA muss wie schon vor drei Jahren um den Klassenerhalt bangen. Mit 16 Punkten stehen die Paarstädter auf dem Relegationsplatz. Schuld daran ist eine zwischenzeitliche Negativserie von acht Niederlagen in Folge. Das ging nicht spurlos am Team vorbei. Trainer Manislavic musste seinen Hut nehmen. Interimscoach und Sportdirektor Martin Brunner konnte mit dem 5:1-Erfolg in Rehling immerhin mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen. Die Lage ist aber weiter prekär, zumal der BCA dringend einen neuen Übungsleiter benötigt. Den braucht auch der TSV Rehling. Zumindest aber Sommer, denn dann wechselt Sebastian Kalkbrenner nach Lechhausen. Bis dahin will er aber mit dem TSV noch den Klassenerhalt schaffen. Leichter gesagt, als getan, denn die Lechrainer sind mit zwölf Punkten Vorletzter. Nach dem erneuten Umbruch im Sommer war man sich in Oberach bewusst, dass es schwer werden würde. Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer bleiben Kalbrenner und seine junge Truppe realistisch.

Kreisklasse Aichach: Dasing marschiert

Nicht zu bremsen sind die Dasinger Marco Ruppenstein (links) und Simon Gilg.
Bild: Rummel

Was sich im vergangenen Jahr bereits angedeutet hatte, könnte 2019 eintreten. Der TSV Dasing, der im Sommer noch in der Relegation scheiterte, ist auf dem besten Weg in die Kreisliga. In der Herbstrunde kassierte das Team von Trainer Jürgen Schmid keine einzige Niederlage und liegt mit acht Punkten Vorsprung souverän auf Platz eins. In Lauerstellung ist der FC Gundelsdorf, der auf Platz drei überwintert. Noch Chancen auf Platz zwei darf sich auch der SC Oberbernbach ausrechnen, wobei der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits acht Punkte beträgt. Im Niemandsland der Tabelle liegen der TSV Inchenhofen, der TSV Kühbach und die DJK Stotzard. Den Blick nach hinten richten müssen der FC Affing II und die DJK Gebenhofen, denn der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt nur vier bzw. drei Zähler. Ein Deja-Vu erleben die Wanderfreunde Klingen, die mit zehn Punkten Schlusslicht sind. Vor einem Jahr war die Situation noch aussichtsloser, doch am Ende rettete sich die Lasnig-Elf in der Relegation. Allerdings gibt es diesmal zwei Direktabsteiger und keine Entscheidungsspiele.

A-Klasse: Zweikampf um Platz zwei

Gleich zwei Teams peilen den Durchmarsch von der B- in die Kreisklasse an. Im Sommer feierten der SV Obergriesbach und der TSV Aindling II noch den Aufstieg in die A-Klasse, jetzt streiten sie sich um den Relegationsplatz hinter dem ungeschlagenen Primus FC Tandern. Dahinter liegt auf Rang vier der FC Laimering. Im grauen Mittelfeld haben sich der TSV Hollenbach II, die SG Mauerbach, der TSV Sielenbach und der TSV Dasing II eingereiht. Der VfL Ecknach II und die Pöttmeser Reserve haben schon sieben bzw. acht Punkte Rückstand auf diese Teams und bilden das Ende das Mittelfeldes. Der Vorsprung nach hinten ist aber komfortabel.

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Unsere Elf der Hinrunde
Bild: Christian Beinhofer


Unsere Top-Elf der Hinrunde

Aufstellung Die Aichacher Nachrichten stellen ihre Top-Elf der Fußball-Hinrunde zusammen. Die Auswahl ist subjektiv. Es wurde versucht, möglichst viele Spieler unterschiedlicher Vereine aus dem Landkreis-Norden mit einzubeziehen.

Tor

Rainhold Tinni (TSV Hollenbach) Groß waren die Fußstapfen im Krebsbachtal nach der angekündigten Pause von Keeper Daniel Varga. Mittlerweile ist klar – der 21-Jährige hat die Erwartungen erfüllt. Seine Zahlen in dieser Saison sind beeindruckend. 15 mal stand Tinni zwischen den Pfosten, dabei gab es nur eine Niederlage. Sage und schreibe elf Mal hielt er seinen Kasten sauber. Auch dank Tinni steht der TSV auf Platz drei und hat die wenigsten Gegentore kassiert. So einen Rückhalt braucht jedes Team - auch unsere Auswahl.

Abwehr

Daniel Ungelenke (SSV-Alsmoos-Petersdorf) Lange Jahre war vor allem die Offensive das Prunkstück der Petersdorfer. Das ist es nach wie vor, doch in der Herbstrunde hat sich auch die Defensive stabilisiert. 29 Gegentreffer sind zwar kein Topwert, doch eine deutliche Steigerung. Das liegt auch an Daniel Ungelenke, der aus der Jugend aufrückte und sofort zum festen Bestandteil des Kreisligisten wurde. Plötzlich klopft der SSV als Tabellenzweiter ans Tor zur Bezirksliga.

Martin Knauer (TSV Hollenbach) An der starken Hollenbacher Defensive hat nicht nur Torhüter Tinni Schuld. Eigentlich könnte man den gesamten Abwehrverbund des TSV hervorheben. Stellvertretend steht hierfür Martin Knauer. Der 23-Jährige stand in allen 18 Partien auf dem Platz und übernahm die Rolle als Abwehrchef, als Spielertrainer Christian Adrianowytsch nicht einsatzfähig war.

Sebastian Slupik (FC Gundelsdorf) Der FC Gundelsdorf kämpft in der Kreisklasse Aichach um Platz zwei. Das Faustpfand der Gundelsdorfer ist die Defensive. Lediglich 13 Gegentore kassierte der FCG. Das liegt vor allem an Neuzugang Sebastian Slupik. Der 30-Jährige hat die Abwehr stabilisiert. Als spielender Co-Trainer gibt er die Kommandos und ist auch offensiv gefährlich.

Mittelfeld

RonnyRoth (FC Affing) Der ehemalige Bayernligaspieler erlebt in Affing seinen zweiten Frühling. Der Neuzugang schlug beim Aufsteiger ein wie eine Bombe. In zwölf Partien schoss er vier Tore und bereitete weitere vier vor. Er ist der kreative Kopf des Affinger Spiels und nicht unbeteiligt an Platz vier in der Bezirksliga. Der Mann für die besonderen Momente, wenn er denn verletzungsfrei bleibt.

Patrick Modes (TSV Aindling) Die Vorrunde am Schüsselhauser Kreuz lief alles andere als gut, das steht fest. Fest steht aber auch, dass ein Spieler wie Patrick Modes eigentlich nicht in die Bezirksliga gehört. Der Kapitän geht immer voran und reißt die Mannschaft mit. Sieben Tore und vier Vorlagen – offensiv war der 25-Jährige nie stärker.

Simon Gilg (TSV Dasing) Wenn eine Mannschaft bis zum Winter ungeschlagen ist, kommt das nicht von ungefähr. Die Dasinger stehen mit mehr als einem Bein in der Kreisliga. Der Erfolg hat viele Gesichter – speziell das von Simon Gilg. 15 Tore in 16 Spielen erzielte der 19-Jährige für den souveränen Tabellenführer.

Michael Eibel (VfL Ecknach) Zugegeben, beim VfL Ecknach lief nicht alles rund in der Vorrunde. Dass der Aufsteiger des Vorjahres dennoch im gesicherten Mittelfeld liegt, ist zu einem großen Teil dem 25-Jährigen zu verdanken. Der Flügelflitzer ist nur selten in den Griff zu bekommen. Er ist torgefährlich (zehn Treffer) und hat eine gute Übersicht (sechs Vorlagen).

Angriff

Simon Knauer (TSV Aindling) Was für Patrick Modes gilt, gilt auch für Teamkollege Simon Knauer. An guten Tagen ist der 29-Jährige eine Klasse für sich und lässt die gegnerischen Abwehrreihen verzweifeln. In 18 Partien traf er 18 Mal. In fünf Spielen erzielte der Stoßstürmer mindestens zwei Tore. Auch zwei Dreierpacks stehen zu Buche.

Stefan Simonovic (SSV Alsmoos-Petersdorf) Der 29-Jährige ist Stammgast in unseren Bestenlisten und die Lebensversicherung des SSV. Die Tormaschine hat auch in dieser Spielzeit bereits 23 Treffer erzielt. Eiskalt im Abschluss und technisch der überragende Kicker der Kreisliga Ost – er darf in unserem Team nicht fehlen.

Manuel Schweizer (SC Griesbeckerzell) Zweikämpfe und Balleroberungen gehören zu den Stärken des 23-Jährigen. Außerdem ist Schweizer torgefährlich und hat schon 13 Treffer auf seinem Konto. Auch deshalb liegt der SCG noch im Rennen um Platz zwei.

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