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Fußball-Landesliga

19.05.2015

Tobias Völker hört auf

Gegen Illertissen II unterlag der FC Affing mit 0:7. Das hat den Spielern zu denken gegeben. Benjamin Woltmann (rechts) hat mit Alexander Thiel inzwischen das Training der Mannschaft übernommen.
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Gegen Illertissen II unterlag der FC Affing mit 0:7. Das hat den Spielern zu denken gegeben. Benjamin Woltmann (rechts) hat mit Alexander Thiel inzwischen das Training der Mannschaft übernommen.
Bild: Michael Eberle, Archiv

Über 400 Mal trug er das Aindlinger Trikot bei Punktspielen, nun ist für den 35-Jährigen Schluss. In Affing werden sich wohl bald viele Spieler verabschieden.

Affing/ Aindling Während der FC Affing am Wochenende in der Fußball-Landesliga überraschend gewann, geht dem TSV Aindling im Endspurt anscheinend die Luft aus.

TSV Aindling „Zum Spiel sag’ ich gar nichts mehr.“ Wenn Josef Kigle sich so äußert, dann darf man davon ausgehen, dass er alles andere als gut auf die Fußballer des TSV Aindling zu sprechen ist. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen Dinkelsbühl wurde der Vorstand Spielbetrieb dann doch noch deutlicher: „Für mich ist das unerklärlich, dass man sich im letzten Spiel daheim so präsentieren kann. Die Spannung ist bei uns draußen seit dem Kottern-Spiel. Das kann nicht sein. Wenn ich als Fußballer reingehe, dann möchte ich auch gewinnen. Ausbaden müssen das wir.“ Damit meinte er die Funktionäre, die sich nun bemühen, Dauerkarten für die neue Saison in der Landesliga zu verkaufen.

Trotz allem Ärger sagt Kigle auch: „Wir haben einen kleinen Schritt nach vorne gemacht.“ In diesem Jahr bleibt dem Verein die nicht gerade beliebte Relegation erspart, in den Jahren 2013 und 2014 war das anders. Die mäßigen Vorstellungen in diesen Wochen werden aber Konsequenzen haben, gerade auch für den Kader. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Verein noch von Spielern trennt, mit denen man sich eigentlich bereits einig war. Laut Kigle sollen noch drei Leute geholt werden, derzeit umfasst der Kader bereits 19 Namen, unter ihnen auch David Englisch, der am Samstag mit einer schweren Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.

Auch Roland Bahl verlangt neue Kräfte: „Wir brauchen frisches Blut, wir brauchen neue Leute. Es reicht bei dem einen oder anderen nicht.“ Im Mittelfeld beklagt der Trainer einen Mangel an Qualität, auch mit dem Angriff ist er keineswegs wunschlos glücklich: „Ohne Steger fehlt uns vorne ein Stürmer mit Tempo.“

Ein überaus routinierter Fußballer war am Samstag letztmalig am Schüsselhauser Kreuz im Einsatz. „Ich hör’ auf, komplett“, erklärte Tobias Völker. Wird er als Trainer weitermachen? „Das weiß ich noch nicht.“ Anfang 2003 kam er zum TSV Aindling. „Irgendwann ist es gut“, sagt der Mann, der in Kürze 36 wird. „Fußball und Arbeit ist fast nicht mehr zu kombinieren. Irgendwann wirst du auch älter. Dann wird es auch schwieriger.“ Seine zum Teil wesentlich jüngeren Kameraden sieht er auch kritisch: „Wir haben einige Jungs, die talentiert sind; die schöpfen es nicht aus.“ Auch für den Senior ist klar: „Wir brauchen neue Spieler. Wir haben kein Tempo im Spiel.“ Platz acht oder neun könnte man mit diesem Team erreichen.

Tobias Völker hat die großen Zeiten des TSV Aindling nicht nur miterlebt, sondern auch mitgeprägt. Etwa die Pokalspiele gegen Schalke und Hertha. Über 400 Mal trug er das Aindlinger Trikot in Punktspielen. Ein ungewöhnliches Beispiel von Klasse und Konstanz.

FC Affing Alexander Thiel hat als Interimstrainer im Vergleich zu seinen Vorgängern in dieser Saison beim FC Affing einen der besten Einstände hingelegt. Mit 2:0 gewann das Team gegen den derzeitigen Tabellensiebten SV Egg an der Günz. „Leider zu spät“, sagt der 24-Jährige. Der Abstieg der ersten Mannschaft steht bereits fest. Thiel und Teamkollege Benjamin Woltmann haben sich nur bereit erklärt, in den letzten beiden bedeutungslosen Spielen die Mannschaft noch zu führen.

Den Erfolg am Wochenende kann sich Thiel selbst nicht erklären. „Vielleicht war die 7:0-Klatsche ein Zeichen für das Team“, sagt er und erinnert an die herbe Niederlage gegen Illertissen II am Wochenende zuvor. Der 24-Jährige betont stets, dass die Spieler das Trikot eines Vereins tragen, der eine gewisse Tradition vorzuweisen hat und dem gerecht werden sollten. Nach dem Sieg war auch die Stimmung in der Kabine wieder besser. Das ändert aber wohl nichts daran, dass sich die Mannschaft nach der Saison zum größten Teil auflösen wird. Auch Thiel verlässt den FC Affing. Wohin er gehen wird, stehe noch nicht fest. Leicht fällt ihm die Entscheidung nicht. „Mein Herz hängt wahnsinnig an dem Verein“, sagt der 24-Jährige. Seit fünf Jahren ist er für Affing im Einsatz. Jedoch habe er in dieser Zeit auch viel erlebt. Nun stehe der zweite Abstieg in Folge an. „Manchmal ist es auch Zeit für etwas Neues“, sagt Thiel.

Seit Sonntag steht auch der Abstieg der zweiten Mannschaft in die Kreisklasse fest. Thiel ist spielberechtigt und half selbst gegen Alsmoos-Petersdorf aus. Am Ende unterlag die Zweite aber mit 0:3. Ein weiterer Nackenschlag für den Verein. Thiel sagt aber, dass die Relegation nicht leicht geworden wäre. Von dem Niveau des Spiels war er sehr überrascht. Alsmoos hat selbst nur noch eine kleine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen. Das Team habe jedoch sehr gute Spieler in seinen Reihen und vor allem mit Stefan Simonovic einen ausgezeichneten Stürmer in der Winterpause verpflichtet.

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