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Fußball-Nachlese

27.11.2017

Trotz Sieg: Ein Aindlinger ist am Boden

Julian Mayr (im Spiel in Gundelfingen) verletzte sich in der Partie gegen Türkspor Augsburg und fällt nicht nur für das Spiel gegen Kaufbeuren, sondern auch für die Hallensaison aus. Sein Kapitän war dagegen aus dem Häuschen.
Bild: Walter Brugger

Julian Mayr hätte gerne das TSV-Trikot auch in der Halle getragen. Dieses Vorhaben ist nach der Verletzung gegen Türkspor kein Thema mehr. Warum Präsident Ludwig Grammer die Relegation verhindern will.

Er stand allein vor dem Keeper und zog vehement ab. Mit einem platzierten Schuss traf Patrick Modes am Sonntag zum 3:0-Endstand für den TSV Aindling gegen Türkspor Augsburg. Wenig später ließ der Kapitän wissen: „Fallrückzieher ins Kreuzeck.“

Davon konnte mitnichten die Rede sein. Trainer Thomas Wiesmüller stand nicht weit davon entfernt und nickte zustimmend in Richtung Modes. Warum der die Szene ganz anders darzustellen versuchte, als sie sich in Wirklichkeit abspielte, das lässt sich einfach erklären. Wer erstmals seit dem 8. September (4:1 gegen Raisting) wieder drei Punkte einfährt, der darf auch mal ein wenig feixen und seiner Freude auf diese Weise Ausdruck verleihen.

Zum Lachen war am Sonntagabend einem Aindlinger Fußballer trotz des Erfolgs und des Lobs durch den Coach nicht zumute. Julian Mayr kam in der zweiten Halbzeit auf Krücken ins Stadion. Nach einer Rettungsaktion gegen Jérôme Fayé musste er kurz vor der Pause verletzt den Platz verlassen. Im ersten Moment konnte man den Eindruck gewinnen, Mayr sei ein Pressschlag zum Verhängnis geworden. „Da ist alles voller Stollen“, meinte er nachher und zeigte auf seinen linken Fuß. Also wurde er eher das Opfer eines Fouls. „Würde ich schon sagen“, so der Aindlinger, der sich bislang als Stammspieler sehen durfte. Nun muss er pausieren. Nicht nur nächsten Sonntag, wenn Kaufbeuren kommt. „Die Halle hätte ich schon gerne gespielt“, meinte der Defensivmann: „Das ist das erste Mal, dass ich verletzt bin.“

Tobias Völker stellte als Aindlinger Co-Trainer der Mannschaft ein gutes Zeugnis aus: „Heute war es eine konzentrierte Leistung, die Tore sind zur richtigen Zeit gefallen. Das 3:0 hätten wir früher machen können. Defensiv haben wir gut gearbeitet.“ Und dann sprach er die Szene an („War ganz wichtig“), als Torhüter Sven Wernberger nach wenigen Minuten das 0:1 verhinderte.

So wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so sind auch in Aindling nach diesem dreifachen Punktgewinn nicht gleich alle Sorgen im Abstiegskampf verflogen. Ludwig Grammer, der TSV-Präsident, blickte in einem Beitrag für das Stadionheft zurück auf die vergangenen Monate. Darin heißt es: „Der TSV muss den Abstiegskampf annehmen und alles versuchen und geben, um die Landesliga ein weiteres Jahr zu halten. Ziel kann nicht die Relegation sein, abschreckende Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genügend.“ Der Funktionär nutzte gleichzeitig die Chance, dem kickenden Personal das Vertrauen auszusprechen: „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um in dieser Klasse zu bestehen. Aber sie muss es auch zeigen und auf den Platz bringen.“

Tops & Flops des Spieltages

Spieler des Spieltags Das ist in dieser Woche Rieds spielender Co-Trainer Michael Meisetschläger. Der frisch gebackene Zwillings-Vater erzielte beim wichtigen 2:1-Erfolg im Kellerduell gegen den TSV Kühbach beide Treffer. Das entscheidende Tor markierte der 27-Jährige in der 85. Spielminute und sorgte dafür, dass dem SV der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gelang.

Top des Spieltags Das ist Landesligist TSV Aindling. Die Elf von Trainer Thomas Wiesmüller machte die Krise von Türkspor Augsburg perfekt. Bei fast schon winterlichen Temperaturen stand der TSV in der Abwehr sehr solide und kam immer wieder schnell vor das gegnerische Tor. Mit dem auch in dieser Höhe verdienten 3:0-Heimsieg gegen die vor der Saison hochgehandelten Augsburger sollte auch die Moral in der so oft verunsicherten Truppe wieder steigen.

Flop des Spieltags Das ist der schwache Auftritt des Bezirksligisten BC Adelzhausen. Bei der 0:3-Schlappe gegen Aufsteiger Donaumünster war von Anfang an der Wurm drin im Adelzhauser Spiel. Unerklärlich, denn nach fünf Partien ohne Niederlage und dem Rückenwind aus dem 3:0-Erfolg in Meitingen hätte die Elf vom Römerweg eigentlich anders auftreten müssen. Der verletzte Spielertrainer Peter Eggle fand deshalb auch ernste Worte: „Als blutleer“ bezeichnete er den Auftritt seiner Mannschaft und stand mit dieser Einschätzung nicht alleine da.

Torjäger des Spieltages Die sind in dieser Woche beim SV Ried II in der B-Klasse Aichach II zu finden. Beim 9:1-Erfolg über die Kühbacher Reserve erzielten Lorenz Hintersberger und Martin Steber je einen Dreierpack. Michael Neumeier trug sich zwei Mal in die Torschützenliste ein. Gleiches gelang auch Zells Rimon Shushe beim 4:1 gegen Schlusslicht Berg im Gau. Doppelt war auch Marco Wanner vom Ligakonkurrenten FC Affing beim 3:1 über den SSV Alsmoos-Petersdorf erfolgreich.

Längste Serien Regionalligist FC Pipinsried hat es nach vier Siegen beim 1:3 gegen Eichstätt wieder erwischt. Fünf Spiele ungeschlagen war Bezirksligist BC Adelzhausen bis zum 0:3 gegen Donaumünster. Ligarivale VfL Ecknach baut mit dem 3:0 gegen Lauingen seine Serie auf sechs Spiele ohne Pleite aus. Konkurrent TSV Hollenbach wartet dagegen seit acht Spielen auf einen Dreier. Den fünften Sieg in Folge schaffte der TSV Dasing, der seit sieben Partien nicht mehr verloren hat. Seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen hat Kreisklassist TSV Kühbach. Bezirksligist TSV Hollenbach wartet seit acht Matches auf ein Erfolgserlebnis.

Zuschauermagneten Die meisten Fans, 380, kamen zum Regionalligaspiel zwischen Pipinsried und Eichstätt. 150 Personen beobachteten das 3:1 von Affing gegen Petersdorf. Ebensoviele waren in Adelzhausen und Ecknach vor Ort. Beim Aindlinger Sieg waren 130 Zuschauer zugegen.

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