Bezirksoberliga

06.06.2011

Umbruch trotz Erfolg

Trainer Martin Schreier (rechts) geht, Präsident Volker Weingartner hat weitere Ziele mit dem BC Aichach: Landesliga soll nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Bild: Archivfoto: Rummel

Beim BC Aichach gehen nach dem Aufstieg in die Landesliga neben Trainer Martin Schreier auch etliche Spieler. Hartes Durchgreifen wichtig für die Meisterschaft

Aichach Beim BC Aichach wird in der neuen Saison ein Umbruch stattfinden. Das verwundert zunächst. In der Regel wird der nur eingeleitet, wenn eine Mannschaft Erwartungen nicht erfüllt oder Ziele verfehlt. Bei den Fußballern des BCA ist dies kaum der Fall. Derart souverän bewältigten sie ihre Mission Aufstieg, dass man ihnen auch in der Landesliga Süd eine ansprechende Rolle im oberen Drittel der Liga zugetraut hätte. Aber nicht nur Trainer Martin Schreier wird den Verein verlassen, auch etliche Kicker.

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Schreier, 38, hat seinen Abschied unmittelbar nach Beginn der Frühjahrsrunde bekannt gegeben. Einerseits wollte er es selbst so, andererseits hatte der Vorsitzende Volker Weingartner andere Pläne. Er wollte seinen Wunschkandidaten Ivan Konjevic installieren. Den Ex-Trainer des TSV Meitingen wollte Weingartner schon vor Schreiers Engagement, im Oktober 2009, zum BCA lotsen. Konjevic, 40, wird sich eine neue Mannschaft zusammenbasteln müssen, in der es nicht nur sportlich, sondern auch menschlich und charakterlich stimmig zugeht. Derart, wie es in der Meistermannschaft der Fall war.

Schreier war dann doch etwas wehmütig, als er sich Samstagnacht bei einem gemeinsamen Grillfest von seinen Spielern verabschiedete. „Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, fällt es einem dann doch nicht so leicht, auseinanderzugehen“, sagt er. Schreier gönnt sich jetzt eine Pause vom Fußball-Alltag. Vielleicht ergebe sich etwas im Herbst, meint er. Dann, wenn die Vereine aus der Bedrängnis heraus über einen Trainerwechsel nachdenken.

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Schreier hatte das geschafft, wofür ihn der Vorsitzende Weingartner verpflichtet hatte. Schreier sollte aus den vielen Einzelkönnern und Ex-Profis eine Einheit formen, die auch bei Kampfspielen im Allgäu zusammenhält und ihren Mann steht. „Einem Marco Küntzel muss ich nicht erklären, wie man Fußball spielt“, sagt Schreier. Wenn einmal einer aus der Reihe tanzte und meinte, er müsse seinen Egoismus auf und abseits des Platzes ausleben, schlug Schreier mit jener Gradlinigkeit zu, die ihn schon in seiner aktiven Zeit als Abwehrspieler in der Bayernliga auszeichnete. Bei Spielern wie Matthias Jörg, David Bulik oder Cosmin Uilacan genügte nachhaltiges Reden ins Gewissen oder ein Spiel Denkpause, bei Manuel Müller nicht. Als sich der 26-Jährige gegen eigene Spieler und schließlich auch Schreier auflehnte, griff der Trainer durch. Unter ihm werde er nicht mehr spielen, stellte Schreier schnell klar. Müller flüchtete letztendlich zum TSV Aindling.

Schreier bezeichnet die Müller-Maßnahme im Nachhinein als ganz wichtig für das Gefüge der Mannschaft. Die Spieler hätten erkannt, dass mit ihm nicht zu spaßen sei und dass er nicht vor Namen Halt mache. Der Erfolg gab Schreier zweifellos recht. Selten stieg eine Mannschaft derart souverän auf wie Aichach (siehe Info). Mit zwölf Punkten Vorsprung hatte auch Schreier nicht gerechnet.

Kaum war der Aufstieg vollbracht, gab BCA-Chef Weingartner die Ziele für die kommende Saison aus. Unter die ersten sechs Teams wolle er kommen, um 2012 in die neue geschaffene Verbandsliga einzuziehen, erklärt der 40-jährige Geschäftsmann. Die Meistermannschaft wäre für diese Vorgabe ein geeigneter Unterbau gewesen. Nur: Kaum einer von ihnen bleibt wohl.

Cosmin Uilacan wird spielender Co-Trainer (TSV Ustersbach); Kapitän Markus Hinkelmann Spielertrainer der Zweiten in der Kreisliga; Arthur Vogel soll zum FC Affing gehen, wird aber auch mit dem Bayernligisten TSV Aindling in Verbindung gebracht; Marco Küntzel will künftig als Co-Trainer arbeiten und nicht mehr spielen; mit Torjäger Patrick Würll wird scheinbar ebenso wenig geplant wie mit Matthias Jörg; David Kaufmann (Arzt) und Herbert Obele (Lehrer) sind beruflich derart eingespannt, dass das angestrebte Trainingspensum von drei bis vier Einheiten pro Woche kaum zu bewältigen ist; und Daniel Miethaner geht für ein halbes Jahr in die USA und steht erst im Januar wieder zur Verfügung.

Langeweile dürfte bei BCA-Macher Weingartner und Trainer Konjevic in den nächsten Tagen und Wochen also kaum aufkommen. Es gilt, gleich eine ganze Reihe neuer Spieler zu verpflichten. Damit die Mannschaft auch in der Landesliga wieder tüchtig mitmischt.

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