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TSV Aindling

20.07.2010

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Manfred Paula stand unserem Mitarbeiter Johann Eibl Rede und Antwort. Foto: ull
Bild: ull

Die Zeit der Vorbereitung neigt sich dem Ende zu, am Sonntag startet der TSV Aindling in seine 15. Saison in der Fußball-Bayernliga. Über die aktuelle Lage und über die Aussichten sprachen wir mit Trainer Manfred Paula. Von Johann Eibl

Aichach. Die Zeit der Vorbereitung neigt sich dem Ende zu, am Sonntag startet der TSV Aindling in seine 15. Saison in der Fußball-Bayernliga. Über die aktuelle Lage und über die Aussichten in den kommenden Monaten äußerte sich Trainer Manfred Paula. bei einem Besuch in der Redaktion der Aichacher Nachrichten.

Nach einem Jahr Pause melden Sie sich als Trainer in der Bayernliga zurück. Verspüren Sie Vorfreude?

Paula Was heißt Vorfreude? Eine gewisse Freude ist schon da. So ganz weg war ich nicht. Seit November habe ich relativ viele Spiele angeschaut.

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Nun sind Sie zum dritten Mal Trainer in Aindling, was ist diesmal anders?

Paula Es gibt viele Trainer, die mehrmals für einen Verein tätig waren, Benno Möhlmann etwa in Fürth. Aindling ist mein Heimatverein, aus dem ich hervorgegangen bin. Ich wohne vor der Haustür. Meine Trainertätigkeit ist ein Teilbereich des Gesamtpakets, das die IBS Consulting einbringt. Mittlerweile hat eine Reihe von Vereinen angefragt, ob wir auch sie beraten können. Zuerst mussten wir eine gewisse finanzielle Konsolidierung schaffen, das ist zum größten Teil auch gelungen bei der Budgetplanung. Das ist die erste Leistung, die wir uns ans Revers heften können. Dann kommt das Thema Vermarktung.

Wie lief die Vorbereitung?

Paula Von der Planung her, von der Anzahl der Trainingseinheiten und von den Spielen her exakt wie vor zwei Jahren, inhaltlich auch. Wenn sich etwas bewährt hat, dann muss man das Rad nicht neu erfinden.

Wie sahen Sie die Testspiele?

Paula Die Testspiele sind so verlaufen, wie ich es erwartet habe. Für mich ist es doch eine weitgehend neue Mannschaft, weil von den Spielern, mit denen ich früher gearbeitet habe, nicht mehr so viele da sind: Geisler, Völker, Zerle, Hübl, Akdemirci. Es gilt, eine neue Mannschaft aufzubauen.

Wie beurteilen Sie Ihren Kader?

Paula Vor einem Jahr hatten wir 25 Spieler im Kader, jetzt sind es 21. Der Kader der letzten Saison hatte Qualität, damals waren zwar sieben, acht Spieler weg, aber es ist ein Kernteam geblieben. Dann haben sie gute Leute dazu bekommen, den Fischer, den Doll und die Beqiris. Und der Scheifel war ein absoluter Volltreffer. Wir sind jetzt vielleicht einen Tick besser besetzt als vor einem Jahr. Aber momentan fehlen uns drei eminent wichtige Spieler, das sind der Torschützenkönig der Bayernliga, Doll, und dann Selcuk Akdemirci, bei dem das Innenband wieder oder endgültig gerissen ist. Der wird uns mindestens fünf Wochen fehlen. Das Thema Esat Yaz (siehe eigener Artikel) müssen wir abhaken. Wie wir den Kader zusammengestellt haben, da war er in etwa so stark wie in unserer Vizesaison.

Wie gut kennen Sie die neuen Kader in der Bayernliga, können Sie schon eine Aussage darüber machen, wer für den Titel in Betracht kommt?

Paula Ich kenne die Bayernliga seit sechs, sieben Jahren. Aktuell zeichnet sich ein klares Bild ab, dass Ingolstadt mit seiner zweiten Mannschaft eine sehr, sehr interessante Rolle spielen wird. Ismaning wird wieder oben dabei sein, die wollen nach oben. Und dann hat sich 1860 Rosenheim sehr gut verstärkt.

Und wie sieht die Prognose für Ihr eigenes Team aus?

Paula Ich bin mit einem gewissen Anspruch rangegangen, das muss ich jetzt ein Stück weit relativieren auf Grund unserer Probleme im Sturm. Das letzte Testspiel hat schon gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dazwischen hatten wir ein sehr gutes Match gegen Wehen Wiesbaden.

Mit Vladimir Manislavic haben Sie einen neuen Co-Trainer. Wie kam es zur Verpflichtung dieses Mannes, der zuletzt für den BC Aichach tätig war?

Paula Zunächst war da die Rückmeldung über seine Arbeit in Aichach. Ausschlaggebend war ein Gespräch, das ich mit Manislavic geführt habe, das sehr, sehr fruchtbar war. Das hat mir gezeigt, dass er ein großes Knowhow mitbringt und charakterlich in Ordnung ist. Als Ex-Profi hat er sehr große Erfahrung, er wird vor allem für unsere jungen Stürmer eine große Hilfe sein. Wenn ich ihn so im Training sehe, dann muss ich sagen: Wenn er nicht so lädiert wäre, würde ich ihn für Sonntag aufbieten.

Gibt es eine klare Aufgabenverteilung zwischen Chef- und Co-Trainer?

Paula Die Entscheidung treffen muss ich. Wir entscheiden von Fall zu Fall, er wird mal das Training leiten oder Gegner anschauen. Bei diesem Thema bin ich aber nach wie vor der Meinung: Was ich selber gesehen habe, das kann ich besser beurteilen.

Gibt es eine Vorgabe von Seiten des Vereins, wie die Mannschaften in der Bayernliga abschneiden soll?

Paula Nein, gibt es nicht. Der Verein ist froh, in seine 15. Bayernligasaison gehen zu können. Da sollten wir in Aindling alle froh sein. Es gibt weder eine interne noch eine externe Festlegung über ein Saisonziel. Ich glaube nicht, dass wir in die Bredouille kommen.

Nicht nur der TSV Aindling hat mit mageren Zuschauerzahlen zu kämpfen, trotz oft guter Leistungen ...

Paula Letzte Saison habe ich die Liga sehr schwach gesehen, was da an fußballerischer Kost geboten wurde. Aber in Aindling waren das gute Spiele, das Jahr zuvor war überwiegend sehr stark. Von daher ist es enttäuschend, dass die Zuschauerzahlen rückläufig sind. Das ist frustrierend. Aber das war in unserer Kalkulation eingeplant. Die Dauerberieselung im Fernsehen ist ein Grund. Aber ich denke, irgendwann wird sich das auch wieder ändern.

Hat die WM in Südafrika Auswirkungen auf Ihre Arbeit?

Paula Ich bin von der WM nicht begeistert, nicht nur wegen der Vuvuzelas. Es wurde phasenweise nur von Deutschland guter Fußball gespielt. Das 4-2-3-1-System ist in Mode gekommen. Diesen Fußball wollen wir in Aindling nicht zeigen, wir wollen so offensiv wie möglich auftreten.

Die Aindlinger Mannschaft hat mehr Optionen als zuletzt. Leute wie Hübl, Eweka oder Zerle können auf mehreren Positionen eingesetzt werden...

Paula Das ist wichtig, dass man als Trainer Optionen hat; damit wird man flexibler.

Bis zum 15. August bestreitet die Bayernliga gleich sechs Spieltage...

Paula Das ist nichts Neues, dafür haben wir auch trainiert. Das Doofe ist nur, dass wir zu Beginn der Runde Sturmprobleme haben.

Ein möglicher Aufstieg in die Regionalliga scheint beim TSV Aindling bis auf Weiteres kein Thema zu sein, oder?

Paula Das werden wir dann besprechen, wenn es die Situation erfordern sollte. Wer geht schon hin und sagt: Ihr könnt tollen Fußball spielen, aber aufsteigen könnt ihr nicht. Die Regionalliga in der derzeitigen Form ist nicht erstrebenswert. Ich hoffe, dass der DFB bei seinem Bundestag im September eine Neuregelung beschließt.

Ihre Tätigkeit in Ulm war relativ schnell beendet. Sagen Sie heute: Das hätte ich mir lieber erspart?

Paula Jede Erfahrung ist eine wichtige und eine lehrreiche. Man konnte damals nicht wissen, welche strukturellen Probleme der Verein in Ulm hatte und dass drei kriminelle Spieler in der Mannschaft waren. Das führte dann dazu, dass der Trainer seinen Hut nehmen musste. Es waren eben zehn Punkte zu wenig.

Die erste Aindlinger Mannschaft hat einen vergleichsweise starken Kader, darf das Team zwei wieder auf Hilfe aus der Bayernliga hoffen?

Paula Mit dem neuen Trainer Kai Heim ist da neuer Schwung reingekommen. Außerdem ist es uns gelungen, drei Spieler von außen zu holen, beispielsweise den Eugen Kunz. Ansonsten werden wir wieder Spieler für die "Zweite" abstellen, damit sie Spielpraxis bekommen. Derzeit hat die "Zweite" einen Kader mit 14 Mann, letzte Saison sind zum Teil nur sechs Spieler im Training rumgelaufen. Von Johann Eibl

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