Der VfL Ecknach trifft am Sonntag (15 Uhr) an der heimischen Erlenstraße im Verfolgerduell auf den TSV Haunstetten. Seit dem Nachholspiel am vergangenen Donnerstag, das Gersthofen in Haunstetten mit 2:1 für sich entschied, ist die Tabelle der Bezirksliga Nord endgültig bereinigt. Die Gersthofener (53 Punkte) setzten sich mit dem Sieg etwas ab, grüßen mit drei Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze und sind nun die Gejagten. Erster Jäger ist der VfR Neuburg, der mit 50 Punkten auf Platz zwei lauert, darauf folgen Meitingen und Ecknach mit jeweils 49 und der TSV Haunstetten mit 48 Zählern.
Mit einem Heimsieg gegen die Augsburger würde sich der VfL vermutlich bis zum Ende der Saison in der Spitzengruppe festbeißen, was genau nach dem Geschmack von Trainer Sören Dreßler wäre. „Wir haben uns im Winter vorgenommen, dass wir bis zum Ende der Runde eine Rolle spielen wollen und dann schauen, was dabei herausspringt“, sagt der 50-Jährige. Herausspringen kann dabei zum jetzigen Zeitpunkt noch alles zwischen Platz eins und fünf, ein schlechteres Abschneiden ist vier Spieltage vor Schluss im Grunde nicht mehr möglich, da der VfR Jettingen als Sechster satte zehn Punkte weniger hat als die Aichacher Vorstädter. Ein Platz unter den ersten Drei wäre das beste Ergebnis, das der VfL in seiner nun neunjährigen Bezirksliga-Zugehörigkeit eingefahren hätte.
Was sicher scheint, ist, dass die Dreßler-Elf erstmals die 50-Punkte-Marke in Schwabens höchster Spielklasse knackt. Egal, welche Platzierung und wie viele Punkte am Ende tatsächlich stehen, festgehalten werden kann bereits jetzt, dass der VfL zu den Überraschungsteams der Saison zählt. „Wir sind schon davon ausgegangen, dass wir dieses Jahr nicht gegen den Abstieg spielen, und haben gehofft, ungefährdet auf einem einstelligen Tabellenplatz einzulaufen. Im Vordergrund stand und steht die Entwicklung der Mannschaft unter dem neuen Trainerteam“, berichtet Teammanager Jochen Selig. Dass man sich unter Dreßler, seinem Co Vincent Aumiller und dem spielenden Co-Trainer Simon Reiner gleich im ersten Jahr zu einem Aufstiegsaspiranten mausern würde, sei „einerseits überraschend, andererseits aber auch irgendwie nicht, wenn man sieht, wie die drei ab dem ersten Tag gearbeitet haben“, lobt Selig seine Übungsleiter.
Das Hinspiel zwischen Ecknach und Haunstetten endete spektakulär
Da die Tabellenspitze so nah beieinander ist, könnten am Ende auch die direkten Vergleiche noch eine gewichtige Rolle spielen – und auch da kann sich die Ecknacher Bilanz sehen lassen. Gegen das Spitzenduo aus Gersthofen (0:0 und 1:0) und Neuburg (2:1 und 1:0) geht der Vergleich klar an den VfL, gegen Meitingen (0:2 zuhause, 2:0 in Meitingen) herrscht Gleichstand. Mit einer Niederlage morgen hätte auch Haunstetten in den direkten Duellen das Nachsehen. Das Hinspiel endete auf dramatische Art und Weise, weil Ecknach durch ein Tor von Marc Baumgärtner bis tief in die Nachspielzeit mit 1:0 führte, ehe der große Auftritt von Maximilian Lenz kam. Der Haunstetter Torhüter köpfte eine Ecke praktisch mit der letzten Aktion des Spiels zum Ausgleich ein.
In die Frühjahrsrunde startete der Herbstmeister Haunstetten mit vier Niederlagen aus fünf Spielen, zeigte sich zuletzt aber wieder formverbessert. Ecknach bestätigte beim 2:0-Sieg in Meitingen vor einer Woche, dass er vor allem in den Spitzenspielen zur Stelle ist. Vieles spricht daher für ein spannendes Duell mit Finalcharakter, weil dem Verlierer im Rennen um die Aufstiegsplätze wohl nur noch eine Außenseiterrolle bliebe. (jng)
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