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Fahnen, Trommeln, Verkehrschaos: Mehr als 5500 Zuschauer machen die Relegationsspiele zum Erlebnis

Fußball - Relegation

Fahnen, Trommeln, Verkehrschaos: Mehr als 5500 Zuschauer machen die Relegationsspiele zum Erlebnis

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    Spezielle Kulisse: Aichachs Trainer Markus Kurzhals beim Relegationsspiel in Affing.
    Spezielle Kulisse: Aichachs Trainer Markus Kurzhals beim Relegationsspiel in Affing. Foto: Adrian Goldberg

    Der Spruch „Tod oder Gladiolen“ ist eines der Vermächtnisse des einstigen Bayern-Trainers Louis van Gaal. Ein in den Niederlanden populäres Sprichwort, dessen Ursprung im alten Rom liegt. Siegreiche Gladiatoren wurden mit Gladiolen, Schwertblumen, überschüttet, unter dem Gejohle von 50.000 Menschen im Kolosseum. Der unmittelbare Kontrast zwischen Scheitern und Erfolg zog eben schon vor Christi Geburt die Massen an.

    Dass dieses Phänomen bis heute kaum Attraktivität eingebüßt hat, zeigten einmal mehr die Relegationsspiele im Amateurfußball. Nur dass dort der Spruch in etwa so heißt: Abstieg oder Bierdusche. Doch auch wenn der kaiserliche Daumen für den Unterlegenen (glücklicherweise) nicht mehr gen Hals geführt wird, schmerzt das Scheitern sehr.

    Abnutzungskampf Relegation: Aichach beklagte vier Verletzte

    Etwa den BC Aichach, der nach einer starken Saison in der Kreisliga Ost zum zweiten Mal binnen drei Jahren Vizemeister wurde und abermals in der ersten Relegationsrunde die Hoffnungen auf die Bezirksliga-Rückkehr im Rauch gegnerischer Bengalos aufgehen sah. Dieses Mal besonders dramatisch im Elfmeterschießen. Ein Aichacher Fehlschuss war ausschlaggebend. Mittlerweile blicke er mit gemischten Gefühlen auf das 4:5 gegen Tur Abdin zurück, schildert Spielertrainer Markus Kurzhals: „Klar haben wir uns gewünscht, es zu schaffen. Aber es war ein geiles Relegationsspiel. Mit zwei Topmannschaften und einer Bombenstimmung.“

    Allerdings teuer erkauft: Keeper Patrick Großhauser erlitt wohl einen Kreuzbandriss, Stürmer Marcus Wehren trug eine Platzwunde davon, Max Schmuttermair eine Ellbogen-, Kurzhals selbst eine Muskelverletzung. Relegation heißt oft auch Abnutzungskampf.

    Rund ums Affinger Sportgelände herrscht beim Relegationsspiel Chaos

    Mehr als 1400 Menschen sahen das Drama im Frechholz und sorgten nicht nur für einen Höllenlärm. Pilgerten die Spektatoren im alten Rom noch in Sandalen zur Wettkampfstätte, kommen sie heute mit dem Auto – und lösten rund um das Affinger Sportgelände ein amtliches Verkehrschaos aus.

    Insgesamt strömten mehr als 5500 Personen zu den sechs Schicksalsspielen, in denen Teams aus dem Landkreis ihre Füße im Spiel hatten. Dreimal meldete der Gastgeber eine vierstellige Zuschauerzahl. Allerdings war die Gladiolen-Rate in Landkreis-übergreifenden Duellen gering. Nebst dem BCA unterlag der Kreisliga-Ost-16. SV Echsheim-Reicherstein dem SV Schwabegg (1:3), der SC Eurasburg, der bereits besonders bitter die Meisterschaft der A-Klasse Ost verspielt hatte, der SpVgg Bärenkeller (0:2) und der Kreisklasse-Aichach-Vorletzte SV Wulfertshausen dem SC Mühlried (1:2). Einzig A-Klasse-Nord-Vize FC Affing II setzte sich durch: mit 4:0 gegen den VfL Westendorf. Vor 1100 Zuschauern in Thierhaupten.

    Selten ist der Kontrast zwischen Scheitern und Erfolg so deutlich wie in den Relegationsspielen, hier eine Szene nach dem Duell zwischen Wulftertshausen (weiß) und Mühlried.
    Selten ist der Kontrast zwischen Scheitern und Erfolg so deutlich wie in den Relegationsspielen, hier eine Szene nach dem Duell zwischen Wulftertshausen (weiß) und Mühlried. Foto: Reinhold Rummel

    Womöglich muss der BC Adelzhausen diese Bilanz aufbessern. Sollte Tur Abdin am Mittwochabend in der Bezirksliga-Relegation Welden gegen den TSV Offingen verlieren, blieben in den Kreisligen Augsburg und Ost drei freie Plätze für vier verbliebene Releganten. Dann müsste Adelzhausen, das in der ersten Runde den TSV Kühbach mit 3:1 besiegte, am Donnerstag in Gebenhofen gegen die SG Münster/Holzheim antreten. „Wir trainieren ganz normal. Wir gehen davon aus, dass wir spielen“, sagt Jürgen Lichtenstern zur ungewöhnlichen Konstellation, die am Samstag allerdings kein Stimmungskiller war: „Wir haben trotzdem im Sportheim gefeiert.“

    Abstieg: Westendorf unterliegt nach Gelb-Rot deutlich

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    Der VfL Westendorf verliert mit 0:4 und steigt ab. Hier sind die besten Bilder vom Relagationsspiel VfL Westendorf gegen FC Affing II.

    Das Spiel gegen Kühbach vor rund 1300 mit Trommeln und Fahnen bewaffneten Zusehenden sei schließlich „ein besonderer Moment“ gewesen. „Es war ein super Ereignis. Hat Spaß gemacht“, sagt Lichtenstern, der es freilich gerne bei diesem einen Entscheidungsspiel belassen würde. Ob es dabei bleibt, das wird eine große Adelzhausener Delegation am Mittwoch in Welden miterleben. Und womöglich ja am Spielfeldrand mit Gladiolen überschüttet.

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