Vatikan-Auswahl in Dillingen - Simon Sponer assistiert Felix Brych: „Ailton sagte: Nur mein Bauch war abseits“
Fußball
Oberbernbacher als Brych-Assistent – „Ailton sagte: Ich stand nicht abseits, das war nur mein Bauch“
Simon Sponer aus Oberbernbach ist Linienrichter von Felix Brych beim Spiel der Vatikan-Auswahl gegen eine Ansammlung von Bundesliga-Altstars. Was er erlebte.
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Ein Hauch von Länderspiel: Simon Sponer (Zweiter von links) war im Dillinger Donaustadion beim Benefizspiel des Vatikan gegen eine von Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese angeführte Bundesliga-Altstar-Elf Assistent von Ex-Weltschiedsrichter Felix Brych.Foto: Karl Aumiller
Ein geradezu himmlischer Auftrag erreichte vor einigen Monaten den Schiedsrichter Simon Sponer: Er solle dem einstigen Weltschiedsrichter Felix Brych beim Gastspiel der vatikanischen Nationalmannschaft assistieren. „Mir war sofort klar: Da musst du mitmachen“, erinnert sich der Oberbernbacher an den Moment, als der Organisator und Vorsitzende des SSV Dillingen, der – kein Scherz – als „Handschuhpapst“ bekannte Christoph Nowak bei ihm anfragte.
Wegen Felix Brych verpasst das Gespann das Aufwärmen - Ailton in Feierlaune
Besonders der Brasilianer Ailton blieb Sponer in Erinnerung. „Er ist natürlich altersbedingt nicht mehr der Schnellste“, schildert der Unparteiische. Der einstige „Kugelblitz“ zündet mittlerweile eher verzögert wie eine Leuchtstoffröhre, was den 52-Jährigen allerdings nicht daran hindert, noch immer direkt an der Abseitskante zu spielen.
„Einmal habe ich die Fahne gehoben, da hat er rausgerufen: ‚Ich stand nicht abseits, das war nur mein Bauch‘.“ Nebst launiger Sprüche und ausschweifendem Torjubel mit einer Gruppe Jugendlicher, habe man „noch immer gesehen, dass er es kann“, betont Sponer. Ailton traf beim 7:1 dreimal, Mölders an seinem 18. Hochzeitstag – unterstützt von Frau Ivonne und Sohn Lio – doppelt.
Fußballer des Vatikan: Schweizergardisten mit Schwächen in der Verteidigung
Die Defensive der Gäste aus dem Vatikan ließ allerdings auch Räume groß wie der Petersplatz. Und das, obwohl in der Selezione di calcio della Città del Vaticano neben päpstlichen Räten auch Schweizergardisten und Museumswächter kicken. „Sie waren eben nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz höflich und zuvorkommend“, schildert der Oberbernbacher lachend. Der Kontakt sei allerdings „nicht ganz so intensiv“ gewesen, denn: „Ich bin des Italienischen nicht mächtig.“
Fußballfest der Extraklasse in Dillingen: Die besten Bilder der Bundesliga-Altstars gegen den Vatikan
Am Freitag verwandelte sich das Stadion der SSV Dillingen in den Schauplatz eines emotionalen Fußballevents. Alt-Stars kickten für den guten Zweck gegen ein Team des Vatikan.
Mit dem früheren Weltklasse-Referee Brych hingegen habe er sich gut unterhalten. „Wir haben uns vor ein paar Monaten zufällig am Flughafen getroffen, er hat mich in der Kabine wiedererkannt“, erzählt Sponer, der Brych als angenehmen Gesprächspartner beschreibt und ergänzt: „Auf dem Platz strahlt er noch immer eine Aura aus.“ Diese Ausstrahlung wirkt auch abseits des Rasens: Brych, dessen Frau aus Hollenbach stammt, musste derart viele Autogramm- und Selfie-Wünsche erfüllen, dass das Schiedsrichtergespann das Aufwärmen verpasste.
Benefizkick in Dillingen sammelte Spenden für Projekt von Nationaltorwart Oliver Baumann
Die 750 Menschen im Dillinger Stadion kamen also auf ihre Kosten. Und die gingen wiederum an einen guten Zweck: Sämtliche Einnahmen des Tages und das Sponsoring kommen zu jeweils gleichen Teilen der „Hilfe für kranke Kinder“ sowie dem Verein „Olis Kinderwelt“, dem Charity-Projekt von Nationalkeeper Oliver Baumann, zugute.
Abseits von Pfeife und Fahne engagiert sich im Übrigen auch Sponer. Er ist Kreisschiedsrichter-Obmann im Fußballkreis Augsburg und wurde nun in den Aichacher Stadtrat gewählt. „Dass es für mich als Newcomer so überwältigend ausfällt, hat mich überrascht“, sagt der CSU-Mann über die 4155 Stimmen, die er erhielt. Nun ist er seinem, wie er sagt, langem Wunsch näher: Sportreferent der Stadt Aichach werden. Bliebe da überhaupt noch Zeit, Spiele in den Amateurklassen zu leiten? „Auf jeden Fall. Ich will die jungen Schiedsrichter mitnehmen und das Flair ist ein ganz anderes, wenn man einem Gespann mit dem Kreisschiedsrichter-Obmann angehört.“ Ungefähr so wie für ihn selbst, Felix Brych zu assistieren.
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