Im Foyer des Pöttmeser Rathauses tickt derzeit im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit: Unter dem Titel „Uhrenhandwerk im Wandel der Zeit“ zeigt eine Ausstellung, wie vielfältig und wandelbar die Zeitmessung über die Jahrhunderte hinweg war. Der Förderverein Heimatmuseum Pöttmes hat eine abwechslungsreiche Schau erarbeitet, die technische Entwicklung und persönliche Lebensgeschichten miteinander verbindet.
Schon beim Betreten fällt die Vielfalt der Exponate ins Auge. Von größeren Zeitmessern bis hin zu kleinen, filigranen Uhren vermittelt eine breite Auswahl einen Eindruck davon, wie unterschiedlich Zeit im Laufe der Jahrhunderte sichtbar gemacht wurde.
Die Anfänge der Zeitmessung: In Pöttmes werden sie erlebbar
Ein Blick zurück führt zu den Anfängen der Zeitmessung. Bereits in frühen Kulturen nutzten Menschen Sonnenuhren, um den Tagesverlauf zu bestimmen. Später kamen weitere Methoden hinzu, etwa Wasseruhren oder das kontrollierte Abbrennen von Kerzen und Räucherstäbchen, mit denen Zeitspannen abgeschätzt werden konnten. So wird nachvollziehbar, wie eng technische Lösungen mit dem Alltag der Menschen verbunden waren.
Ferner wird das Uhrmacherhandwerk und seine Veränderungen im Laufe der Zeit thematisiert. Deutlich wird dabei, wie sich neue Technologien – etwa die Quarztechnik – auf traditionelle Berufe ausgewirkt haben. Besonders anschaulich wird das bei den Porträts aus Pöttmes. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten darin aus ihrem Leben und ihrem beruflichen Werdegang.
Wie Richard Steib Zeit und Optik miteinander verband
So wird etwa der Weg von Richard Steib nachgezeichnet, der mehrere handwerkliche Berufe erlernte – vom Schlosser über den Uhrmacher bis hin zum Optiker. Gerade dieser vielseitige Werdegang zeigt, wie eng technische Entwicklungen und persönliche Entscheidungen miteinander verknüpft waren. Die Uhrmacherei machte Zeit sichtbar und messbar, als Optiker verhalf Steib zu klarer Sicht – zwei Handwerke, die auf unterschiedliche Weise mit Wahrnehmung und Präzision zu tun haben.
Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Lebensgeschichte von Franziska Bartsch. Sie war als Uhrmacherin tätig und erinnert sich an ihre Kindheit in den Kriegsjahren und die spätere Arbeit im elterlichen Betrieb, den sie übernahm. Ihre Schilderungen reichen von schwierigen Zeiten bis zum handwerklichen Alltag, der den Rhythmus ihres Lebens bestimmte. Dabei wird deutlich, welche Rolle das Uhrmacherhandwerk im Ort spielte und wie eng es mit den Lebensgeschichten der Menschen verbunden war.
So verbindet die Ausstellung Technikgeschichte mit regionalen Geschichten und macht Zeit im wahrsten Sinne des Wortes greifbar.
Ausstellung: Zu sehen bis 29. April zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus Pöttmes.
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