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Ammersee
23.11.2021

Dießen: "Die Schwedeninsel" für den früheren Bürgermeister

Verabschiedung des ehemaligen Bürgermeisters Herbert Kirsch. von links: Zweiter Bürgermeister Roland Kratzer, Hanni Baur, Erste Bürgermeisterin Sandra Perzul, Herbert Kirsch, Landrat Thomas Eichinger
Foto: Markt Dießen

Anders als geplant, wird Dießens ehemaliger Bürgermeister Herbert Kirsch nur im kleinen Rahmen verabschiedet. Über 24 Jahre prägt er die Geschicke der Marktgemeinde.

Die feierliche Verabschiedung des ehemaligen Dießener Bürgermeisters Herbert Kirsch (Dießener Bürger) musste aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens abgesagt werden. In einem sehr kleinen Kreis kamen jetzt der Landrat des Landkreises Landsberg, Thomas Eichinger (CSU) und Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger) mit ihren Vertretern in Kirschs Privaträumen zusammen, um den ehemaligen Bürgermeister zu verabschieden.

Über 24 Jahre lang war Herbert Kirsch Erster Bürgermeister von Dießen. In vielen Belangen habe er sich in seiner Amtszeit verdient gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Dießener Rathaus. Besonders groß sei sein Engagement im Bereich Kunst und Kultur gewesen. So habe er maßgeblich beim Erhalt und Umzug des Dießener Töpfermarktes vom ehemaligen Standort, dem Sudau-Gelände an der Rotter Straße, in die Seeanlagen mitgewirkt. "Hier konnte sich der Markt zu Europas größtem und international viel beachtetem Keramikermarkt entwickeln", ist in der Mitteilung zu lesen.

In der Amtszeit von Herbert Kirsch zieht der Dießener Töpfermarkt um

Dass die Gemeinde Dießen über den Töpfermarkt hinaus ein kulturelles Erbe zu erhalten und zu pflegen hat, sei sich Herbert Kirsch immer bewusst gewesen. Kirsch habe beispielsweise großen Anteil daran, dass die Carl-Orff-Stiftung ihren Sitz nach Dießen legte, in den Ort, in dem der Komponist Carl Orff bis zu seinem Tod im Jahr 1955 lebte. Die Stiftung befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers und bedeutenden Musikpädagogen. Dort soll in den nächsten beiden Jahren das Carl-Orff-Museum entstehen. Verwirklicht wurde in der Amtszeit von Herbert Kirsch auch der Bau des Ammersee-Gymnasiums. Die Grundsteinlegung war am 7. Mai 2005.

Ebenso wurden die Kindergärten in Dettenschwang und Riederau in seiner Amtszeit gebaut. Einen großen Glücksgriff als Bürgermeister von Dießen habe Herbert Kirsch mit dem Erwerb des Seegrundstücks in St. Alban südlich des Seerestaurants getätigt. Fast elf Jahre lang habe er auf den Kauf des knapp 9000 Quadratmeter großen Areals hingearbeitet. An seinem letzten Arbeitstag als Bürgermeister der Marktgemeinde Dießen setzte er seine amtliche Unterschrift unter den Kaufvertrag.

Das Ammerseegymnasium wird in Herbert Kirschs Amtszeit gebaut

Landrat Thomas Eichinger betonte im Rahmen der kleinen Feier die über viele Jahre hinweg gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kirsch, insbesondere beim Bau des Gymnasiums. Kirschs Amtsnachfolgerin Sandra Perzul sprach, auch im Namen der Marktgemeinde, ihren Dank und ihre Anerkennung für das jahrzehntelange beharrliche Engagement ihres Vorgängers aus. Sie bedauere dass aufgrund der gegenwärtigen Coronalage eine angemessene Verabschiedung mit allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie Kirschs langjährigen Weggefährten aktuell nicht möglich sei.

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Als Geschenk wurde Kirsch ein Gemälde des Malers Michael von Schweinitz überreicht. Die „Schwedeninsel“ war eines der letzten Werke des Dießener Malers, der 2006 in Dießen verstarb. (ak)

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