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Geschäftsübergabe
16.05.2021

Das Strandhotel bekommt Südsee-Flair

Das Strandbad in Dießen wird derzeit moderat renoviert. Im Außenbereich wird eine Cocktailbar angegliedert. Die Zimmer wurden etwas aufgepeppt.
Foto: Petra Straub

Hans Rieß hat die Immobilie in den Dießener Seeanlagen mit einem Kompagnon erworben. Der Hotelbetrieb läuft bereits. So bald wie möglich sollen auch die Gastronomie und das Strandbad öffnen.

Hans Rieß jun. schlüpft in einen Malerkittel und taucht den Pinsel in grüne Farbe. Der Metzgermeister und Gemeinderat aus der Fischerei in Dießen legt selbst Hand an, um das Strandhotel in Dießen zwischen Minigolf-Anlage und MTV-Sportgelände für den Freiluftbetrieb herauszuputzen. Zusammen mit einem Kompagnon hat er das Hotel mit angeschlossenem Strandbad direkt am Südufer des Ammersees erworben. Schon Ende des Monats soll es wieder Ort der Begegnung und des Genusses sein - soweit das die Corona-Beschränkungen zulassen.

"Ich bin hier der Hausl", sagt Rieß mit einem Augenzwinkern. In Wahrheit ist er Geschäftsführer der neuen Strandhotel SüdSee GmbH und gerade dabei, einen Teil der seeseitigen Fassade des Gastrobetriebs für die neue Cocktailbar zu streichen. Beim Rundgang zeigt er auf, was seit dem Erwerb der Immobilie Anfang des Jahres von der Vorbesitzerin Annemarie Vogl schon alles geschehen ist. Vor dem Gebäude stehen Container mit abgebrochenem Mauerwerk und altem Mobiliar. Denn die Gasträume wurden durch kleine bauliche Veränderungen so umgestaltet, dass sie sowohl für die Gäste als auch das Personal besser zugänglich sind und heller wurden. Auch die Rezeption im Eingangsbereich wurde modernisiert. In der geräumigen Gastroküche stehen nun neben dem gut gepflegten Ölherd ein moderner Gasofen und am Tresen eine große italienische Kaffeemaschine. Anstelle der schweren Sitzbankgruppen lockern nun Tische und Stühle das Ambiente im Gastraum auf und in den Hotelzimmern wurden neue TV-Geräte installiert und mit Textilien neue Akzente gesetzt. "Jetzt ist alles optisch ansprechender", kommentiert Rieß die ersten Veränderungen und kündigt sogleich weitere, größere in den Zimmern im kommenden Jahr an. Dann soll jeder Raum thematisch anders gestaltet werden, "erste Pläne dafür gibt es bereits". Klassifiziert sind die Gästezimmer zwar nicht, doch Rieß siedelt sie aktuell bei drei Sternen an. Für die Zukunft sei noch etwas "Luft nach oben". Rieß will jedoch bodenständig bleiben und hebt hervor, dass Annemarie Vogl "einen tipptopp gepflegten Betrieb" übergeben habe.

Zig Lampen hat er dieser Tage gegen energiesparende LED ausgetauscht. Auch sein Geschäftspartner und Freund sei ständig am Werkeln. Wenn die Genehmigung der Schlösser- und Seenverwaltung da ist, soll der Badesteg im angegliederten Badegelände mit neuen Lärchenbohlen und -badeleitern versehen werden. Noch eine gute Nachricht hat Rieß für all jene, die sich dort gerne zum Baden treffen: "Die Eintrittspreise für das Strandbad werden günstiger." Vier Euro zahlen Tagesgäste und Kinder ab sieben Jahre die Hälfte. Die Jahreskarte ist für 40 Euro für Erwachsene und für 20 Euro für Kinder zu haben. "Auch den Kiosk am Badegelände öffnen wir wieder", kündigt Rieß an. Dort soll es künftig wieder Speisen und Getränke sowie Eis eines anderen Lieferanten geben. Die neue Bestuhlung wurde bereits geliefert. In der zweiten Maihälfte soll der Badebetrieb öffnen.

Gerade führt Rieß viele Bewerbungsgespräche und sucht noch Personal für Service und Küche. Eine Hotelmanagerin hat er bereits Anfang April eingestellt. Hannah Bollmann ist 25 Jahre alt und hat die Leitung des Hauses übernommen. "Sie ist für diese Stelle von Nürnberg an den Ammersee gezogen", freut sich Rieß. Zudem wurden ein Zimmermädchen und eine Frühstücksbedienung von der Vorbesitzerin übernommen. Diese werden auch schon gebraucht, denn der Hotelbetrieb läuft bereits. Bei den Gästen handelt es sich nicht um Urlauber, sondern um Geschäftsreisende wie Montagearbeiter, erklärt Rieß - "diese Woche sind wir etwa zur Hälfte voll". Weil derzeit noch umgebaut werde, sei der Preis für die Übernachtung gerade etwas günstiger als regulär.

Rieß selbst ist im Hotelbetrieb nicht fest eingeplant. Er wird in seiner Metzgerei gebraucht. In der Freizeit packt er beim Renovieren des Gasthauses jedoch gerne mit an - etwa beim Streichen des Teils der Außenfassade, hinter der sich bislang ein Straßenverkauf befand. Denn dort wird das Herzstück des Betriebs, die "SüdSee-Bar" angegliedert, die Ausdruck der legeren und geselligen Lebensart sein soll, die mit dem Namen "Strandhotel SüdSee" und den neuen Inhabern einziehen soll.

Die Cocktailbar soll künftig nicht nur mit einem ansprechenden Ambiente, sondern auch mit erfrischenden Mixgetränken Gäste beeindrucken. Nepomuk Meyer wird dort künftig mit Blick auf den Ammersee die Sundowner-Drinks shaken - "ein erfahrener Barkeeper, der in namhaften Hotels gearbeitet hat und bereits in Dießen wohnt". Wenn es die Pandemie zulässt, soll es bereits Ende des Monats so weit sein.

Auch die seeseitige Terrasse sollen Dießener, Ammersee-Ausflügler und Urlauber bald wieder nutzen können. Auch dort soll das Ambiente etwas aufgepeppt werden. Rieß ist froh, nach längerem Suchen nun einen guten Konditor aus Pöcking gefunden zu haben, der den Gästen den Aufenthalt am Seeufer versüßen wird. Der Restaurantbetrieb im Haus wird voraussichtlich im Herbst aufgenommen. Dafür müssen die Gasträume noch erweitert werden. Aber einen Koch haben die Inhaber schon gefunden, der zeitweise schon eingesetzt wird. "Der hat’s drauf", ist Rieß überzeugt. Er stammt aus Frankreich und war zuletzt an einschlägigen Adressen der Münchener Gastronomie tätig. Was auf der Speisekarte stehen wird? Bayerisches, Mediterranes, Wild, Ammerseefisch und natürlich auch Produkte aus seinem Metzgereibetrieb, Vieles von regionalen Anbietern - "zu normalen Preisen".

Gefeiert werden kann in dem Gastbetrieb künftig auch. Für Hochzeiten ist es möglich, das ganze Haus samt Zimmern für ein Wochenende zu mieten, zudem sollen Familienfeiern und Jubiläen stattfinden. Auch Musik- und Brunchveranstaltungen soll es geben.

Gut 50 Jahre alt ist der zweistöckige Flachdachbau in der Jahnstraße 10. Annemarie Vogl, geborene Grieshuber, führte den Hotel- und Gaststättenbetrieb ab 1985 in zweiter Generation der Münchener Bäckerfamilie und gab ihn kürzlich aus Altersgründen auf. Gebaut wurde das Strandhotel 1967 auf einem Grundstück der Gemeinde Dießen, die es auf Erbpacht (für 99 Jahre) zur Verfügung stellte. Der Betrieb wurde 1968 aufgenommen. Im Laufe der Jahre gab es einige bauliche Veränderungen, zuletzt 1992 und 1993. Anstelle eines Saals im Parterre wurden Gästezimmer nachgerüstet. Zudem wurde ein einstöckiger Gebäudeteil im Süden überbaut. Aktuell läuft der Erbpachtvertrag mit der Gemeinde noch 46 Jahre lang. Im Gebäude gibt es 17 Gästezimmer sowie eine Ferienwohnung.

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