Dießen möchte noch heuer die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes in Riederau umsetzen. Dafür sprach sich der Marktgemeinderat in seiner Sitzung einstimmig aus. Mit etwas Glück, so das Signal aus der gemeindlichen Bautechnik, könnte das Projekt sogar noch vor der 900-Jahr-Feier, die in Riederau im Juli gefeiert wird, abgeschlossen werden.
Er fände es „sehr, sehr wichtig, das Projekt jetzt anzugehen. Gerade im Hinblick auf das große Jubiläum“, betonte das Riederauer Ratsmitglied Florian Zarbo (Freie Wähler). Der Bahnhof sei die Visitenkarte des Ortsteils: „Hier kommen Jahr für Jahr tausende Touristen an. Eine Fertigstellung bis zur 900-Jahr-Feier wäre sensationell.“ Bautechniker Max Maier, der auch in der Sitzung anwesend war, nickte zustimmend.
Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Riederau kostet voraussichtlich 235.000 Euro
Doch bis dahin sei noch viel zu tun, betonte Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger). Mit dem Landesamt für Denkmalpflege sei das Vorgehen bereits besprochen worden. Dabei sei festgelegt worden, was saniert werden darf. Die Gemeinde könne mit Fördermitteln von der Bayerischen Landesstiftung, vom Bezirk Oberbayern und vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in Höhe von 15 Prozent rechnen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen werden sich auf rund 235.000 Euro belaufen. Die Mittel seien bereits im Haushalt 2026 eingestellt, nachdem die Mitarbeiter der kommunalen Bautechnik im vergangenen Jahr in engem Austausch mit dem Landesamt für Denkmalpflege Firmen für die Ausführung gesucht, Abstimmungsgespräche geführt und Angebote eingeholt hatten.
Die Dachsanierung werde den größten Teil ausmachen, erklärte Perzul. Auch die historische Turmuhr soll neu geschindelt und nach den Vorgaben des BLfD, ebenso wie die ursprüngliche Ziffernblattbemalung, wiederhergestellt werden. Die Fenster und die Eingangstüre dürfen nicht ausgetauscht, sondern lediglich saniert und mit einem Dichtungsband versehen werden. Im Innenbereich soll der Boden abgeschliffen, ausgekittet und neu eingelassen werden. Die Auffahrrampe im Norden und die dazugehörigen Stufen sollen abgetragen, erneuert und in der ursprünglichen Form und Gestaltung wiederhergestellt werden.
Dießener Ratsmitglied erkundigt sich über optimierbare Mieteinnahmen
Johannes Wernseher (CSU) wollte wissen, ob die Mieteinnahmen aus der gemeindeeigenen Immobilie optimierbar seien. Nachdem es in Riederau seit Kurzem kein Lebensmittelgeschäft mehr gebe, sei der Bahnhof vielleicht als Standort für einen Dorfladen geeignet, äußerte er. „Leider“ sei der vakante Raum fensterlos, bedauerte Perzul. Genaueres soll ein Besichtigungstermin bringen, an dem nach Auskunft der Bürgermeisterin auch der Sportverein Riederau und der örtliche Gewerbeverband als Mietinteressenten teilnehmen möchten. „Wir schauen uns an, was da möglich wäre.“
Holger Kramer (Grüne) brachte ins Gespräch, auf die Bahn zuzugehen, ob diese ihre Räumlichkeiten in der gemeindlichen Immobilie aufgibt. Dies sei nicht sinnvoll, erklärte die Riederauer Gemeinderätin Bea von Liel (Dießener Bürger), da der Bahnhof nach wie vor ein besetztes Stellwerk habe, von dem aus unter anderem der Bahnübergang bedient werde. Das sei aufgrund der bislang ungeordneten Verkehrssituation im Bereich des Bahnübergangs zwischen See und Staatsstraße auch notwendig: „Im Sommer kreuzen hier Badegäste, Kanus, SUPs, Radfahrer, Autos und Busse den Bahnübergang kreuz und quer. Da muss der Bahnmitarbeiter im Stellwerk die Schranke auf Sicht rauf- und runterkurbeln“, sagte sie.
Eine Automatisierung des Stellwerks sei nach aktuellen Erkenntnissen vor 2030 nicht in Sicht, teilte Perzul dazu mit. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung wurden am Montagabend die vorliegenden Kostenangebote sowie die Vergabe der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen behandelt.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren