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Dießen: Experten stellen 700 Jahre Marktgeschichte in sieben Vorträgen vor

Dießen

Sieben Vorträge zu 700 Jahren Markt Dießen

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    Von der Marktwerdung Dießens erzählt die Fassadenmalerei am Rathaus.
    Von der Marktwerdung Dießens erzählt die Fassadenmalerei am Rathaus. Foto: Stephanie Millonig (Archiv)

    700 Jahre Markt Dießen – das ist in diesem Jahr ein Grund zum Feiern, aber auch für eine Vortragsreihe des Marktarchivs mit dem Titel „Siebenmal Dießen“ zu sieben zentralen Themen aus der Geschichte, die die Menschen in Dießen wesentlich geprägt haben. Die Reihe spannt einen Bogen von der Frühzeit bis in die Moderne. Als Referenten konnten Experten gewonnen werden, die die gesamte Bandbreite der Forschung vom akademischen bis in den ortshistorischen Bereich repräsentieren.

    Dabei wird es um archäologische Funde gehen, die von der jahrtausendealten Besiedlung der Gegend zeugen, um Ludwig den Bayern, der die Entwicklung des Ortes maßgeblich beeinflusste, und um Dießen als überregionales Zentrum des Hafnerhandwerks. Die Besucher und Zuhörer werden auch vom Kloster hören, dessen Aufhebung den Ort Anfang des 19. Jahrhunderts in eine Krise stürzte, von Karl Vorhölzer, einem Vorreiter der heutigen Kunst- und Kulturszene, und von den zahlreichen Malern, die seit Ende des 19. Jahrhunderts als Sommerfrischler und Neubürger den Ort für sich entdeckten und bis heute prägen. Besonders erfreulich ist laut einer Mitteilung der Marktgemeinde, dass im Rahmen der Vortragsreihe das „Diessner Wörterbuch“ von Bruno Schweizer vorgestellt wird.

    Ein Augsburger Professor beleuchtet die Zeit Ludwigs des Bayern

    Den Anfang macht Prof. Dr. Martin Kaufhold vom Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Augsburg mit seinem Vortrag „Auch ein König braucht Verbündete – Ludwig der Bayer und Dießen in bewegten Zeiten“. Eine Urkunde von Ludwig dem Bayern aus dem Jahr 1326 ist der Anlass für das Dießener Ortsjubiläum. Doch wer war diese Persönlichkeit, die für die Entwicklung der Marktgemeinde so große Bedeutung hatte? Ludwig der Bayer – wittelsbachischer König und Kaiser, musste es gleich mit mehreren mächtigen Gegnern aufnehmen, und hielt ihnen stand. Ludwig verlieh Dießen wichtige Rechte für seine weitere Entwicklung zu einem Zeitpunkt, an dem der große Konflikt von deutschem König und Papst um die deutsche Krone zum letzten Mal anhob. In diesem Fall dauerte der Kampf über zwei Jahrzehnte bis zu Ludwigs Tod. Dießen stand dabei auf der Seite des bayerischen Königs und Kaisers. Der Vortrag gibt einen Einblick, worum es in diesen dramatischen Jahren der Herrschaft Ludwigs des Bayern ging, wie der Konflikt entstand, und wie er verlief.

    Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 25. Februar, ab 19 Uhr im Blauen Haus in der Prinz-Ludwig-Straße 23 in Dießen. Der Eintritt ist frei, Einlass ab 18.30 Uhr. Um Anmeldung per E-Mail an archiv@diessen.de wird gebeten.

    Die Themen der sechs weiteren Vorträge zum Marktjubiläum

    Auch die weiteren sechs Vorträge der Reihe des Marktarchivs Dießen werden immer mittwochs ab 19 Uhr im Blauen Haus gehalten, mit einer Ausnahme: Der Vortrag über das „Diessner Wörterbuch“ findet an einem Sonntag ab 16 Uhr statt.

    15. Juli: Wolfgang Lösche: Zur Geschichte des Hafnerhandwerks in Dießen;

    30. September: Dr. Bernd Steidl: Archäologie in Dießen und um den Ammersee – eine Spurensuche durch Jahrtausende;

    4. November: Clara Gensbaur-Shao: Malen unter dem „Dießener Himmel“ – Dießener Maler (1876-1976);

    Sonntag, 8. November: Dr. Brigitte Ganswindt und Dr. Andrea Schamberger-Hirt: Tiaßarisch – Buchvorstellung des „Diessner Wörterbuchs“ von Bruno Schweizer;

    18. November: Herwig Stuckenberger: Karl Vorhölzer (1810-1887) – Maler, Theatermacher und Chronist aus Dießen;

    9. Dezember: Guido Treffler: Die Säkularisation des Augustinerchorherrenstifts Dießen. (AZ)

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