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Dießen feiert das Marktjubiläum mit einer Prinzessin als Schirmherrin

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Eine Prinzessin beschirmt das Dießener Marktjubiläum

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    Ohne Schirm ging am Dienstag in Dießen nichts und beim Fest zum Marktjubiläum Ende Juli/Anfang August geht auch nichts ohne die Schirmherrin Henriette Prinzessin von Bayern. Das Bild zeigt sie mit Bürgermeisterin Sandra Perzul (links).
    Ohne Schirm ging am Dienstag in Dießen nichts und beim Fest zum Marktjubiläum Ende Juli/Anfang August geht auch nichts ohne die Schirmherrin Henriette Prinzessin von Bayern. Das Bild zeigt sie mit Bürgermeisterin Sandra Perzul (links). Foto: Christian Rudnik

    Das Wetter hätte nicht besser passen können: Während über Dießen ein frühsommerlicher Landregen niederging, wurde am Dienstag im Rathaus die Schirmherrin für die 700-Jahr-Feier Ende Juli/Anfang August vorgestellt. Henriette Prinzessin von Bayern wird diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen. Sie ist die Ehefrau von Heinrich Prinz von Bayern. Die Familie lebt auf Schloss Kaltenberg.

    Was Henriette von Bayern bei dem Marktjubiläum genau machen wird, wird erst noch genauer besprochen. Erst einmal muss das Ritterturnier von 10. bis 26. Juli in Kaltenberg über die Bühne gehen. Auch am Wochenende des Dießener Marktjubiläums haben die Kaltenberger Wittelsbacher zu tun, wenn auf dem Schlossgelände das Konzert von Mark Forster stattfindet. Sicher ist, dass die Schirmherrin am Sonntag, 2. August, Dießen besuchen wird, den Tag, an dem unter anderem der historische Festzug stattfindet. Auch am vorangehenden Samstag will sie kommen: Der sogenannte „Blaulichttag“ könnte insbesondere für ihre Söhne Konstantin und Maximilian (fünf und bald drei Jahre) eine spannende Veranstaltung sein, sagte sie bei einem Pressegespräch im Büro von Bürgermeisterin Sandra Perzul.

    Die Schwägerin der Schirmherrin ging mit der Bürgermeister in die Schule

    Zur Schirmherrschaft für das Dießener Marktjubiläum ist Henriette von Bayern gekommen, weil ihre Schwägerin Auguste Prinzessin zu Lippe-Weißenfeld (die ältere Tochter von Luitpold Prinz von Bayern) mit Sandra Perzul in die Schule gegangen ist. Auguste zu Lippe-Weißenfeld war auch schon mal als Schirmherrin in Dießen tätig, und zwar beim Töpfermarkt 2022.

    Davon unabhängig hat Dießen aber eine wichtige Bedeutung für Henriette von Bayern: Ihren Mann Heinrich lernte sie vor bald 20 Jahren beim Segeln beim Diessner Segelclub kennen, erzählt sie. Was ihr spontan sonst noch zu Dießen einfällt? „Die tolle Eisdiele am Tosbecken.“ Diese besucht sie mit den Kindern, wenn ihr Mann segelt, für die wiederum auch der Spielplatz in den Seeanlagen ein beliebtes Ziel ist.

    1899 besuchte der spätere König Ludwig III. ein Fest in Dießen

    Die Schirmherrschaft einer bayerischen Prinzessin knüpft an ein großes Dießener Fest im August 1899 an. Damals beging die Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft ihr (irrtümlich angenommenes) 300. Jubiläum. Zu diesem Anlass besuchte Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III., Dießen, wie in der 1901 veröffentlichten „Chronik von Diessen“ berichtet wird: Der Sohn des Prinzregenten, nach dem dann die Prinz-Ludwig-Straße benannt wurde, wurde am Bahnhof von den Honoratioren, Vereinen und „zahlreicher Volksmenge“ begrüßt. Dann besuchte er die Kirche, über die er sagte: „Ich habe vieles über ihre Kirche gelesen, und meine Erwartungen waren hohe; aber ich bin nicht, wie es oftmals geht, enttäuscht worden; die Kirche ist wirklich schön, ein Kunstwerk ihrer Art.“

    Danach besichtigte der Prinz das Rathaus, aß im Gasthof Gattinger zu Mittag, nahm nachmittags am Schießen teil und fuhr kurz nach fünf Uhr nachmittags mit dem „prächtigst gezierten Dampfer ,Gisela‘“ nach Herrsching und von dort aus nach Leutstetten. „Unvergesslich wird dieser Festtag und das äußerst herablassende Benehmen Seiner Kgl. Hoheit allen bleiben“, schloss der Autor der Chronik, Pfarrer Joseph Anton Hugo, seinen Bericht.

    Im Mittelalter waren die Erfahrungen der Dießener mit den Wittelsbachern hingegen nicht immer positiv. 1302 übereignete die Herzogin-Mutter Mathilde die landesherrlichen Gerichts- und Herrschaftsrechte im Markt Dießen an das Augustiner-Chorherrenstift. Die Bürger wurden zu Untertanen des Klosters. 1326 später machte dies König Ludwig der Bayer, Mathildes Sohn, aber rückgängig und erhob Dießen (wieder) zum landesherrlichen Markt. Dieses Ereignis wird 700 Jahre später mit der Schirmherrin Henriette Prinzessin von Bayern gefeiert.

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