Wurde beim Carl-Orff-Museum bei den Stellplätzen kreativ gerechnet? Schändet ein CSU-Gemeinderat Grünflächen? Baut ein Freie Wähler-Gemeinderat am „Seehaus“ schwarz? Diese Vorgänge sorgen in Dießen gerade für Aufmerksamkeit.
Gemeinderat Johannes Wernseher (CSU) ist der politischen Konkurrenz in die Falle getappt. Zuerst warf man ihm unberechtigterweise vor, zu wenige Stellplätze am von seiner Familie verpachteten Gasthof zu haben. Um Ruhe zu haben, fing er an, ein paar Parkplätze zu schaffen, dummerweise in einem Bereich, den ein Bebauungsplan, der etwa so alt ist wie Wernseher selbst, als Grünfläche festsetzt.
Gemeinderat Franz Sanktjohanser (Dießener Bürger) stellte ihn dafür heftig an den Pranger. Die nicht genehmigte Bautätigkeit am von Florian Zarbo gekauften „Seehaus“ erwähnte er aber mit keiner Silbe. Das verwundert: Wie kann Zarbo, ehemaliger Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Utting, Vorstand von drei im Bau tätigen kommunalen Unternehmen und selbstständiger Bauträger, in die Verlegenheit kommen, dass die Bauaufsicht auf einer seiner Baustellen tätig werden muss?
Beim Carl-Orff-Museum scheinen sich auch die Verantwortlichen nicht mehr ganz sicher zu sein, dass 16 Stellplätze ausreichen. Darstellungen von einem dauerhaften Verkehrschaos am Museum und dass es am Ende mehr um die Gastronomie zweier Freie Wähler-Gemeinderäte als um Carl Orff gehen könnte, dürften aber auch ein wenig dem Wahlkampf geschuldet sein. Dessen sind die ersten Dießener schon überdrüssig. In gut einer Woche wird er vorbei sein – zumindest was den Gemeinderat betrifft. Bei der Bürgermeisterwahl dürfte es ja in die Verlängerung gehen.
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