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RKI warnt vor Überschätzung von Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung

23.06.2017

Ein öffentlicher Bücherschrank in einer Telefonzelle wird in Bonstetten aufgestellt.

In der Unterwelt der schmucken Holzwinkelgemeinde rumort es gewaltig. Das zeigte nicht nur der verheerende Wasserrohrbruch vom Frühjahr 2016, der die Gemüter sogar noch mehr als ein Jahr danach bewegt. Kein Wunder, dass der Schaden – wie berichtet – auch bei der jüngsten Ratssitzung heftig zwischen Bürger und Bürgervertretern im Rathaussitzungssaal erörtert wurde. In den wichtigen Leitungen knirscht es allerdings auch noch an anderer Stelle:

Am Anger Josef Tremel vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Bauwesen machte anhand von Aufnahmen während der vergangenen Kamerabefahrungen im Erdreich das ganze Schadensbild vom Kanal mehr als deutlich: Mit Löchern, Rissen und defekten Rohranschlüssen gespickt präsentierten sich die Leitungen, die vor mehr als sechs Jahrzehnten dort verbaut wurden. „Allerdings unfachmännisch“, wie der Experte unumwunden zugab. Damit die dortigen Anlieger über langlebige Rohre verfügen können, riet Tremel zu einem Komplettaustausch. Die Maßnahme mit Kosten von rund 50000 Euro war allerdings schon bei der vergangenen Beratung mit einer Mehrheit abgesegnet worden. Leo Kränzle von den Grünen hätte lieber gesehen, dass die Kommune zunächst ihr gesamtes Kanalsystem unter die Lupe genommen hätte. Die Sanierung soll im September beginnen.

Neues Baugebiet Steinhalde Der Bebauungsplan für das 38000 Quadratmeter große Areal im Südwesten soll bis zum Juli stehen. Fachmann Tremel ging auch hier in die – im Gegensatz zum Altkanal – recht attraktiven Details wie ein begrünter, verkehrsberuhigter Bereich auf dem Gelände für bis zu 40 Wohneinheiten. Auch Parkflächen für Fahrzeuge mit Bäumen in der Nachbarschaft sollen dort entstehen.

Radweg Wer statt öffentlicher Verkehrsmittel lieber auf seinen Drahtesel setzt, darf bald auf bessere Zeiten hoffen. Die Strecke Richtung Osten mit Anschluss an die bestehenden Streifen von Heretsried und Peterhof wird gerade geplant. Zwar wird das Eine-Million-Projekt vom Land gefördert. Bürgermeister Anton Gleich gab jedoch bekannt, dass die zuständige Regierung von Schwaben statt eines Überweges dort einen Durchlass vorsehen würde. Diese aufwendige Röhre bedeuteten aber Mehrkosten von fast 400000 Euro. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Bauantrag „Massive Vorstellungen“ hatten – zumindest aus Sicht der meisten Ratsmitglieder – Bürger, die „Am Wiegenberg“ einen Neubau in einer Art Turmbauweise aufstellen möchten. Zwar konnten sich die Gemeinderäte mit leichten Abweichungen von den Vorgaben des Bebauungsplanes bei Fenstergestaltung und Garagenplatzierung anfreunden. Nicht aber bei der gewünschten Dachform eines Flachdaches. „Das letzte entstehende Haus in der Gegend muss sich in die Umgebung einfügen“, betonte Gertrud Wagner (Grüne) und sprach damit für die Mehrheit ihrer Kollegen.

Öffentlicher Bücherschrank Leichtere Kost gab es dann bei der von Petra Zinnert-Fassl einst angeregten Stelle im Ort, bei der man sich literarisch austauschen könne. Weil sich seinerzeit die meisten Gremiumsmitglieder dafür begeistern konnten, schlug jetzt der Bürgermeister den Erwerb einer ausgemusterten Telefonzelle vor, die der Anbieter seit vielen Monaten zum Kauf anbietet. Kostenpunkt: 450 Euro. Der geplante Standort: Dorfplatz. (güs)

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