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Gersthofen

29.04.2015

150 bezahlbare Wohnungen fehlen

Gute und günstige Wohnungen sind rar in Gersthofen
Bild: Foto: Marcus Merk

Deswegen soll eine eigene städtische Baugesellschaft gegründet werden. Was diese leisten soll, ist heute Abend Thema im Stadtrat

Es ist zwar die reichste Stadt weit und breit und boomt weiter. Trotz vieler Bauprojekte fehlen allerdings in Gersthofen 150 bezahlbare Wohnungen für Menschen ohne üppigen Verdienst. Doch die Stadt will künftig Abhilfe schaffen.

Deswegen geht es in der Sitzung des Gersthofer Stadtrats am heutigen Mittwoch, 29. April, ab 18 Uhr im Rathaus um die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Denn die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Augsburg (WBL), an der die Stadt selbst mitbeteiligt ist, wird in absehbarer Zeit wenig mehr Wohnungen bauen.

Derzeit entstehen im Baugebiet Via Claudia 30 Wohneinheiten. Dem Bauantrag der WBL dafür wurde bereits zugestimmt. Weil damit der Anteil der geförderten, bezahlbaren Wohnungen für Gersthofen in absehbarer Zeit erschöpft sein dürfte, will die Stadt nun selbst als Bauherrin auftreten und die künftige Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt nicht mehr nur privaten Bauunternehmern überlassen, die gewinnorientiert sind.

„Wir prüfen, wie weit wir dabei gehen können“, sagt Bürgermeister Michael Wörle auf Anfrage. Laut neuem Flächennutzungsplan, der derzeit erarbeitet wird, sind vor allem zwei größere Wohnbauflächen im Gersthofer Stadtgebiet vorgesehen.

Sie liegen zum einen nördlich der Thyssenstraße. Hier gibt es dank des Planungswettbewerbs „Europan“, an dem die Stadt vor Jahren erfolgreich teilgenommen hat, bereits ein stimmiges Planungskonzepts. „Allerdings prüfen wir zurzeit noch, ob das Areal nicht als neuer Bäderstandort infrage kommen soll“, so Wörle. Wie berichtet, sind ja beide Gersthofer Bäder deutlich in die Jahre gekommen – deswegen soll ein neues Alljahresbad entstehen. Die Frage ist zurzeit aber noch, an welchem Standort. „Sobald hier eine Entscheidung gefallen ist, will ich die Pläne weiterverfolgen.“

Das zweite geplante größere Wohnbaugebiet liegt nördlich der Stiftersiedlung. Weitere relativ günstige Wohngebäude entstehen an der Ostendstraße. Hier sollen Einfamilien- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungen errichtet werden. Bei beiden Arealen könnte sich die Stadt engagieren, so Wörle weiter – ebenso wie Am Ballonstartplatz, wenn die Container, die während des Kindergartenneubaus dort aufgestellt wurden, entfernt werden.

In der Stadtratssitzung soll nun erörtert werden, wie eine solche städtische Wohnungsbaugesellschaft aufgestellt sein müsste. „Ins Auge gefasst wird eine eigene GmbH, die zu 100 Prozent der Stadt gehört“, sagt der Bürgermeister. Darüber soll in der heutigen Ratssitzung diskutiert werden. „Dabei werden wir auch einen Experten von außen mit dabei haben.“ Interessant erscheine die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft überdies für die Instandhaltung der Gebäude, die der Stadt gehören – Stichwort Facility-Management. Denn viele der Bauten werden aufgrund ihres Alters in den nächsten Jahren höheren Aufwand für den Unterhalt verursachen. Dies könnte die Gesellschaft organisieren.

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