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Thierhaupten

04.07.2019

250.000 Euro für dieses Anwesen? Versteigerung wird abgebrochen

Die Ehemalige Wirtschaft Klein Bonn in Thierhaupten soll verkauft werden. 
Bild: Claus Braun (Archiv)

Plus Weil der Preis für das Anwesen in Thierhaupten diesmal sogar über 250000 Euro geht, wird der Bieterwettstreit beendet. Wie es nun weitergehen könnte. 

Ein Gebot jagt das andere. Der Preis schnellt innerhalb kürzester Zeit in die Höhe. Bei der zweiten Versteigerung der ehemaligen Gaststätte Klein Bonn am Augsburger Amtsgericht hält so mancher Beobachter gespannt den Atem an. Am Ende gibt es eine faustdicke Überraschung. Als der Preis bei 255 000 Euro liegt, schreitet ein Mitglied der Erbengemeinschaft ein. Er fordert den Abbruch der Zwangsversteigerung. Und so kommt es schließlich auch. Rechtspflegerin Sabine Hitzler bestätigt auf Anfrage: „Die Versteigerung wurde eingestellt.“

Versteigerung: Käufer zahlt nicht

Hintergrund: Das Anwesen in der Franzengasse mit 814 Quadratmetern Grund steht laut Auskunft von Bürgermeister Toni Brugger seit Jahrzehnten leer. Nun seien Sicherungsmaßnahmen nötig geworden. Doch die Erbengemeinschaft wurde sich nicht einig, sodass es zur Zwangsversteigerung kam. Das Anwesen ist in Thierhaupten unter dem Namen Klein Bonn bekannt, weil sich darin früher einmal eine Dorfwirtschaft befand, in der gerne und viel über Politik diskutiert worden. Ende vergangenen Jahres hatte es die erste Versteigerung gegeben. Damals war Klein Bonn für 230 000 Euro an einen Augsburger Geschäftsmann gegangen. Der hohe Preis hatte damals für viel Gesprächsstoff im Ort gesorgt. Doch die Sache hatte einen Haken. Der Erwerber zahlte nicht. Die Folge: Das Anwesen kam diese Woche am Augsburger Amtsgericht erneut unter den Hammer.

„Der Preis war illusorisch“

Xaver Meir aus der Erbengemeinschaft erklärte auf Nachfrage, warum er die Versteigerung einstellen ließ. Er sagte: „Der Preis war illusorisch. Dem steht kein realer Wert gegenüber. Am Ende hätte der neue Bieter wieder nicht bezahlt.“ Wie es nun weitergehen wird, weiß Meir nicht. „Im Moment bin ich ratlos“, sagt er. Die ganze Sache ist kompliziert: Juristisch betrachtet ist die Erbengemeinschaft gar nicht mehr Eigentümer des Anwesens. Rechtspflegerin Hitzler sagt: „Der erste Erwerber ist der Eigentümer geworden, auch wenn er nicht gezahlt hat. Dieser wurde im Grundbuch eingetragen.“

Auf dem Privatmarkt verkaufen geht nicht mehr

Da der Augsburger Privatmann aber die Kaufsumme nicht zahlte, hat die Erbengemeinschaft einen Vollstreckungstitel erhalten. Das heißt, sie kann dem zahlungsunwilligen Käufer beispielsweise den Gerichtsvollzieher ins Haus schicken oder eben eine Zwangsversteigerung ansetzen – wie in dieser Woche geschehen. Einfach so das Gebäude auf dem Privatmarkt verkaufen kann die Erbengemeinschaft nicht mehr. Dass eine Zwangsversteigerung abgebrochen wird, kommt laut Richter Franz Geist-Schell, dem Leiter der Abteilung der Vollstreckung, nur sehr selten vor. Geist-Schell zufolge haben es nun die Gläubiger, sprich die Erbengemeinschaft, in der Hand, ob es nochmals eine Versteigerung geben wird. Diese müsste laut Hitzler innerhalb von sechs Monaten beantragt werden.

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