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Gersthofen

26.06.2015

50 Euro Abschlag für die Eltern

Gersthofer Kinderkrippen werden um 50 Euro pro Monat günstiger.
Bild: M. Merk

Stadtrat beschließt Senkung der Gebühren. Warum sie dennoch die höchsten im Landkreis bleiben

Gersthofen 19:10 Stimmen gaben den Ausschlag: Der Gersthofer Stadtrat hat beschlossen, die Krippengebühren je Kind pauschal um 50 Euro pro Monat zu senken. Dennoch bleiben sie weiterhin die höchsten im Landkreis.

Bisher lagen die Gebühren für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren zwischen 186 Euro (ein bis zwei Stunden) und 312 Euro (9 bis zehn Stunden). Künftig sind also zwischen 136 und 262 Euro fällig – immer noch Landkreisrekord.

Zum Vergleich: Die Stadt Neusäß verlangt zwischen 105,60 und 211 Euro, Königsbrunn zwischen 114 und 156 Euro. In Stadtbergen kostet die Betreuung von 140 (drei bis vier Stunden) bis 206 Euro.

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Wie berichtet, hatten sich nicht zuletzt die Stadträtinnen fraktionsübergreifend für die Senkung ausgesprochen. Georg Brem (W.I.R.) wandte sich gegen diese Forderung. „Eine Überprüfung der Gebühren, die wir schon bei den Etatberatungen im Herbst beschlossen haben, fand nicht statt.“ Warum es ausgerechnet 50 Euro sein sollten, werde im Verwaltungsvorschlag nicht differenziert begründet.

„Wir könnten noch mehr tun, wir haben eine Verpflichtung den Familien gegenüber“, entgegnete Julia Romankiewicz-Döll (Pro Gersthofen). Ihr Gruppen-Kollege Albert Kaps pflichtete ihr bei: „Im pädagogischen Bereich kann man doch nicht über Kosten diskutieren, wie sollte lieber einen kleinen Schritt in Richtung Familienfreundlichkeit machen.“

Eine pauschale Senkung begrüßte Peter Schönfelder (SPD): „Dann profitieren diejenigen am wenigsten von der Senkung, die die Krippe am längsten nutzen.“

Hans-Jürgen Fendt (W.I.R.) verwies auf den Umstand, dass bisher die Stadt schon jeden Krippenplatz mit 400 Euro bezuschusse, jeden Kindergartenplatz lediglich mit 200 Euro: „Wie kommt das?“ Karl-Heinz Wagner (CSU) sprach sich eher für eine Mischkalkulation zwischen Kindergarten- und Krippengebühren aus. „Denn bei den Kindergartengebühren gehören wir nicht zu den teuersten Gemeinden im Landkreis.“ Zudem habe man 2003 bei der Einführung der Krippe beschlossen, dass die Gebühr 190 Euro nicht übersteigen dürfe. „Woher kommen dann jetzt die aktuellen 312 Euro?“, fragte Wagner.

In dem Vorstoß der Stadträtinnen sah Reinhold Dempf (FW) einen guten Anfang. „Die Prioritäten waren früher anders gesetzt – die Einstellung unserer Gesellschaft zu diesem Thema hat sich grundlegend geändert.“

Jürgen Schantin (W.I.R.) sah bei einer pauschalen Senkung um 50 Euro die Familien benachteiligt, die längere Betreuungszeiten benötigten, weil sie länger arbeiten müssten. „Wegen der anstehenden Tariferhöhungen für Erzieherinnen sollten wir heute keine pauschale Senkung beschließen.“

Fraktionskollege Albert Heckl fügte hinzu: „Warten wir, was beim Tarifabschluss herauskommt, dann können wir die finanziellen Folgen nach den Ferien immer noch diskutieren.“ Es lasse sich schwer vermitteln, wenn man die kürzlich beschlossenen Senkungen wieder rückgängig machen müsse sobald feststeht, wie hoch die Belastungen durch die Tariferhöhungen das ohnehin schon große Defizit noch weiter n die Höhe treiben. In diese Richtung ging auch Max Poppe (CSU) und forderte „Vernunft statt Aktionismus.“ "Kommentar

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