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Gersthofen

20.01.2020

50 Jahre KOL-LA: Eine närrische Reise durch fünf Jahrzehnte

Der aktuelle Sitzungspräsident Holger Franz (links) führte zusammen mit seinem Vorgänger Karl-Heinz Wagner, der als geister Vater der KOL-LA gilt, im launigen Zwiegespräch durch den Festakt in der TSV-Turnhalle. Dabei präsentierten sie auch ein Plakat der ersten Sitzung im Jahre 1971.
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Der aktuelle Sitzungspräsident Holger Franz (links) führte zusammen mit seinem Vorgänger Karl-Heinz Wagner, der als geister Vater der KOL-LA gilt, im launigen Zwiegespräch durch den Festakt in der TSV-Turnhalle. Dabei präsentierten sie auch ein Plakat der ersten Sitzung im Jahre 1971.
Foto: Fotos: Marcus Merk

Plus Zum Jubiläum reimt selbst der Bürgermeister in der Bütt. Worin das Erfolgsgeheimnis der 273 Sitzungen liegt.

Zum Festakt des 50jährigen KOL-LA Jubiläums ging es zurück zu dem Ort, an dem alles begann, nämlich in die Turnhalle des TSV Gersthofen. Gewitzt begrüßte KOL-LA-Männchen Daniel Döll die rund 300 Gäste und machte sich dann keck mit den Worten „Ein Festakt ist in der Tat, für einen Zehnjährigen ziemlich fad“ von der Bühne. So sind sie, die KOL-LAnesinnen und KOL-LAnesen: ehrlich und humorvoll, für jeden Spaß zu haben und doch nach wie vor stets den Worten des Ehrenspielleiters Theo Neis verbunden, der einmal sagte, dass der Fasching eine ernste Sache sei.

Sitzungspräsident Holger Franz moderierte durch die launige Veranstaltung und KOL-LA-Ideengeber und Urgestein Karl-Heinz Wagner plauderte aus dem Nähkästchen. „Auch ohne Engel und Teufel war 1971 die Hölle los“, scherzte „KHW“, wie er auch genannt wird, der 37 Jahre das Präsidium leitete. „Niemals hätte sich das jemand ausdenken wollen, dass es die KOL-LA fünf Jahrzehnte später noch gibt.“

"Goldene Hochzeit"

50 Jahre Kol-la ist wie eine „goldene Hochzeit“ dieser Kooperation zwischen der Kolpingsfamilie und der Faschingsgesellschaft Lechana. Vorsitzender Philipp Rogg erzählte begeistert, dass die KOL-LA mehr als nur fünf Buchstaben sei, sondern eine starke Marke weit über die Stadtgrenzen bekannt. Mit all ihren Funktionären seien sie stets sparsam umgegangen und bewiesen Kontinuität. Das zeige nicht zuletzt die Tatsache, dass es mit Wagner, Franz und Werner Rehberger in 50 Jahren nur drei Präsidenten und mit Karl-Heinz Wagner, Erwin Fath, Werner Simon und ihm nur vier Vorsitzende gab. Wagner verbrachte laut Rogg´s Berechnung in 221 Sitzungen als Sitzungspräsident 1080 Stunden auf der Bühne. Das seien ganze 45 Tage seines Lebens.

Rogg stellte fest: „4200 Karten pro Saison und dass ohne einen Cent Werbung.“ Der Eintrittspreis 1971 lag bei vier Mark, das erste KOL-LA-Männchen gab es 1973 und war der heutige dritte Bürgermeister Reinhold Dempf. 157000 Menschen haben 273 KOL-LA-Sitzungen besucht. Seit 1996 hält die KOL-LA ihre Faschingssitzungen in der Stadthalle Gersthofen ab. 1988 wurde die Kinder KOL-LA, der hauseigene Talentschuppen, eingeführt. Zur ersten Sitzung damals kam übrigens der heutige Entwicklungsminister Gerd Müller.

Ein wahres Highlight war die Rede von Bürgermeister Michael Wörle. Denn es war keine gewöhnliche Rede. Wörle wagte sich erfolgreich an seine erste Bütt. Hier auszugsweise: „Manch Oiner sagt, I hätt kein´ Humor, doch kommt das hier ja öfters vor. Ich bin mir sicher, mir alle ham vieles gemein. Die KOL-LA will gefallen und so halt auch mei´ Verein. Jedem liegt doch unser Gerschthofen sehr am Herz. Da verträgt ma au locker jeden KOL-LA-Scherz.“ Der Respekt und der Applaus waren ihm gewiss.

In einem Bühneninterview verriet Wagner nicht alle Geheimnisse des KOL-LA-Erfolgs. Fleiß gehöre auf jeden Fall dazu, aber auch der Kreislauf, dass man Freude gibt, Dank zurückkommt und das wiederum dazu ansporne, Freude zu geben. Wagner wusste viel zu berichten und gerne hätte man ihm und all den anderen auf der Bühne noch viel länger zugehört. Er erinnerte wehmütig an bereits verstorbene Aktive und an das schwärzeste und traurigste Jahr der KOL-LA, als diese aufgrund des Golfkrieges 1991 komplett ausfiel. Ausgerechnet dieses düstere Jahr war das Einstiegsjahr für Spielleiter Manfred Lamprecht. Dafür folgten viele gute Jahre gemeinsam mit Herbert Lenz, der 1971, als Wagner Faschingsprinz war, mit dem Bühnendienst anfing. „Wir haben die Weichen gestellt und Nachfolger ausgesucht“, verraten die beiden Spielleiter. „Wir werden jedoch als Berater und Besserwisser parat stehen.“

Was der Ansporn ist

In einem kurzweiligen Video wurden 50 Jahre in 250 Bildern Revue passiert. Dabei wurde viel gelacht. Ein Foto zeigte eine Zeitungsannonce mit dem Text „10 Karten Fliegerball gegen 1 KOL-LA Karte“. Es war und ist schon immer ein Kampf um die Karten, da jede Sitzung im Nu ausverkauft ist. Patricia Steiner von der Kolpingsfamilie Gersthofen ist dankbar für die Kooperation: „Ohne die KOL-LA könnten wir unsere Vereinsarbeit nie so gut machen. Die ganzen von uns getätigten Spenden beruhen auf den KOL-LA-Einnahmen.“ Ihr Wunsch für die KOL-LA: „Bringt Gersthofen weiterhin zum Lachen und bringt weiterhin so viel Freude!“ Lechana Präsident Jürgen Centmeier sieht das KOL-LA Programm auf höchstem Niveau stets als Ansporn. „Ich bin seit 26 Jahren dabei. Die KOL-LA ist eine große Familie in der gearbeitet, gefeiert, gelacht, aber auch getrauert wird.“ Er wünscht sich, dass der Geist der KOL-LA weitere 50 Jahre erhalten bleibt. Die KOL-LA, für Rogg ein Uhrwerk, das nur funktioniert, wenn alle Zahnräder ineinander greifen und sich jeder auf jeden verlassen kann. So manche Ehen haben sich über diese Institution ergeben.

Ballett mit Energie

Wie KOL-LA auf der Bühne aussieht, zeigte das KOL-LA-Ballett mit einer energiegeladenen Choreographie, die Little Magic´s und die Lechana. Christian Schmerder und Band unterhielten humorvoll musikalisch. Große Leinwände mit unzähligen Fotos aus einem halben Jahrhundert Kol-la-Geschichte konnten ebenso bewundert werden, wie die Kol-la Orden. Dabei wurde von den vielen Ehemaligen, die bis aus Wetzlar oder Österreich angereist waren, manche Anekdote zum Besten gegeben.

Am Ende der Veranstaltung konnten die Gäste eine druckfrische Verlagsbeilage „50 Jahre KOL-LA Faschingssitzungen in Gersthofen“ mit vielen Geschichten, Zahlen und Fakten nach Hause nehmen. Offiziell liegt sie am kommenden Mittwoch unserer Zeitung bei.

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