Newsticker
Gesundheitsminister entscheiden: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. 50 Jahre fachkundige Arbeit für den Forst

Jubiläum

25.06.2020

50 Jahre fachkundige Arbeit für den Forst

Das Team der Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West: Philipp Fluhr (stellvertretender Geschäftsführer, Forstingenieur), Philipp Hanner (Geschäftsführer, Diplom-Forstwirt), Stephanie Rieger (forstliche Mitarbeiterin), Christoph Pascher (Forsttechniker), Bruno Baumeister (Vorsitzender). Stefanie Schäfer (Büromitarbeiterin) fehlt auf diesem Foto.
Foto: Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West

Die Forstbetriebsgemeinschaft hat mittlerweile fast 850 Mitglieder und steht vor neuen Herausforderungen

Auf ein ganz besonderes Jubiläum blickt die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Augsburg-West in diesem Jahr zurück: Am 1. November 1970 haben sich 32 Waldbesitzer zusammengeschlossen, um diesen Verein zu gründen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die FBG immer weiterentwickelt und zählt heute stolze 846 Mitglieder, die eine Fläche von 7260 Hektar bewirtschaften. Drei festangestellte Fachleute in Vollzeit kümmern sich um die Belange der Mitglieder.

Als Gründungsvater und erster Vorsitzender ist Alfons Kastner zu nennen, danach übernahm Josef Stuhler den Vorstand. Seit 2009 lenkt Bruno Baumeister die Geschicke des Vereins. Die Hauptaufgaben sind die Beratung der Privat- und Kommunalwaldbesitzer, Vermittlung von Forstarbeiten sowie eine bessere wirtschaftliche Holzvermarktung. Wie sich die Verkaufsmengen verändert haben, zeigen die Zahlen: Im Jahr 1980 lagen sie bei rund 6000 Festmeter Holz, heute sind es 45000. „Wo immer im Wald Hilfe benötigt wird, sind wir der Ansprechpartner“, so Philipp Hanner, Geschäftsführer der FBG, und Christoph Pascher, Forsttechniker.

Die großen Schadensereignisse der letzten Jahrzehnte im Wald hätten im Prinzip mit Orkan Wiebke begonnen, sagt Philipp Hanner. Ende Februar, Anfang März 1990 legte der Orkan halb Europa lahm und zerstörte auch in Bayern ganze Waldgebiete. Besonders groß waren die Schäden an Fichtenbeständen, die wie Streichhölzer geknickt oder entwurzelt worden waren. Durch das anfallende Sturmholz kam sehr viel Holz auf den Markt, das zu einem enormen Preisverfall führte.

Etwa zehn Jahre später, im Dezember 1999, lehrte Orkan Lothar die Menschen in Deutschland das Fürchten. Auch heuer hat wieder der Sturm Sabine im Februar eine Phase mit guten Holzpreisen beendet. Zusätzlich ist die Forstwirtschaft seit dem vergangenen Jahr durch Trockenheit und Borkenkäfer betroffen.

Die warmen Tage im April haben die Borkenkäfersaison schon früh starten lassen. Der Schädling ist auch schuld daran, dass die Nachfrage nach Holz momentan gering ist. „Gerade ist die Situation so, dass nicht mehr über den Preis geredet wird, sondern ob Holz überhaupt noch verkauft werden kann“, so Pascher.

„Wer Wald besitzt, ist auch verpflichtet, sich darum zu kümmern“, sagt Philipp Fluhr, stellvertretender Geschäftsführer der FBG. Damit dabei nichts schiefgehen kann, bietet die Forstbetriebsgemeinschaft ihren Mitgliedern, aber auch Nicht-Mitgliedern zahlreiche Kurse und Fortbildungen an, wie Motorsägen- und Holzsortierungskurse, Dickungs- und Kulturpflegekurse. Auch Lehrfahrten werden angeboten. Zu den vielen Themen rund um den Wald gibt das Team der FBG gerne sein Wissen weiter.

Das forstliche Fachpersonal hilft bei Aufforstungen und Pflanzungen, steht mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die Bekämpfung von Borkenkäfern geht, und stellt Ausrüstung zur Verfügung. In regelmäßigen Schulungen und Informationsveranstaltungen vermittelt es sein Waldfachwissen an Waldbesitzer und Interessierte. Mittlerweile wurden mit zehn Kirchenwäldern, 20 Nutzungsrechtewäldern und drei Gemeindewäldern Waldpflegeverträge geschlossen. Auch 18 private Waldbesitzer zählen dazu. Sie alle haben dadurch den Vorteil, dass ihre Wälder besser genutzt und die Pflege ihres Waldes sichergestellt wird.

Klimatische Veränderungen zwingen den Waldbesitz zum Waldumbau. „Weg von Fichten-Monokulturen hin zu Mischwäldern aus mehreren Baumarten“ ist das Gebot der Stunde, weiß Philipp Hanner.

Grund zum Feiern gäbe es allemal, wenn nicht aufgrund der Corona-Pandemie alle Großveranstaltungen abgesagt werden mussten. „Wir werden unsere Jubiläumsfeier im kommenden Jahr nachholen“, verspricht das Team der FBG.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren