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Gersthofen

09.10.2017

620 Musiker spielen auf dem Rathausplatz

Beim Musikergruß schimmert der Rathausplatz in Gersthofen golden: 620 Menschen halten ihre Instrumente hoch in die Luft und begrüßen so alle Anwesenden.
Bild: Marcus Merk

Beim Bezirksmusikfest treten 21 Kapellen auf. Ein beeindruckendes Erlebnis für Zuschauer

Es ist kalt und zugig auf dem Rathausplatz in Gersthofen. Pünktlich zum ersten Lied des Gemeinschaftschors beim Bezirksmusikfest des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) fängt es außerdem an, leicht zu nieseln. Bis um 11 Uhr war nicht klar, ob der Gemeinschaftschor überhaupt spielen kann. Das Wetter war der Knackpunkt, vor allem, da die empfindlichen Blasinstrumente der Musiker aus dem ganzen Landkreis nicht nass werden dürfen. Doch das Wetter hält einigermaßen und der Klang, den 620 Musiker zwischen Stadthalle, Citycenter und Rathaus erzeugen, ist unbeschreiblich und beeindruckend zugleich.

Fünf Lieder spielt der Gemeinschaftschor. Darunter die Hymne der Freundschaft, die Bayern- und die Nationalhymne. Außerdem den Laridah-Marsch und den Marsch Augsburger Land. Organisator Rainer Schaller, der Vorsitzende der Stadtkapelle Gersthofen, gerät nach dem Konzert ins Schwärmen: „Es hat sich sehr gut angehört, und war auch beeindruckend anzuschauen. Für mich als Organisator natürlich eine tolle Sache.“ Karolin Knauer vom Musikverein Thierhaupten stimmt zu: „Es ist ein Gänsehautmoment, wenn von allen Seiten geballt die Musik kommt.“

Etwa eine Stunde vor Beginn des Gemeinschaftschors trudeln die ersten Musiker am Rathausplatz ein. Einer von ihnen ist Timo Thöle. Der 25-Jährige ist Teil der Stadtkapelle Gersthofen und wird sowohl im Gemeinschaftschor als auch beim Marsch Richtung Festzelt Posaune spielen. „Aus organisatorischen Gründen“, erklärt er. Normalerweise sei das Bariton sein Instrument. Schon seit 17 Jahren macht Thöle in Gersthofen Musik. Erst beim Jugendorchester und jetzt eben unter anderem bei der Stadtkapelle Gersthofen.

620 Musiker spielen auf dem Rathausplatz

Vor dem großen Auftritt mit 620 Musikern ist Timo Thöle „tiefenentspannt“. „Wir spielen Standardstücke, keine wirklich schweren Lieder“, erklärt er. Siggi Liebsch, der bei der Musikkapelle Westendorf mitspielt, pflichtet ihm bei: „Die einzigen, die jetzt angespannt sind, sind die Organisatoren. Das legt sich aber sicherlich, sobald der erste Ton erklingt“, sagt Liebsch. Beide waren schon bei anderen Bezirksmusikfesten und freuen sich besonders auf den Gemeinschaftschor. „Wenn alle die Instrumente für den Musikergruß hochheben, ist das immer toll“, sagt Siggi Liebsch, obwohl er mit seinen 44 Jahren in der Musikkapelle schon „ein alter Hase“ sei.

Mit der Zeit kommen immer mehr Musiker auf den Gersthofer Rathausplatz. Bei der Kälte wärmt sich der eine oder andere mit einer Tasse Kaffee auf. Damit alles gut läuft, sei es sehr wichtig, sich auch abseits der Musik gut zu verstehen, erklärt Thöle. Liebsch meint, man müsse einfach mit Leidenschaft dabei sein.

Nachdem sich alle 620 Musiker am Rathausplatz eingefunden haben, beginnen die Festreden. Es wird sogar ein Stück weit politisch: „Hier erleben Sie Integration“, ruft Franz Pschierer, CSU-Staatssekräter und ASM-Präsident vom Balkon des Rathauses. „Es kommen alte und junge Menschen, Einheimische und Zugezogene zusammen, um Musik zu machen“, sagt er. Der Gersthofer Bürgermeister Michael Wörle schließt sich an: „Hier sind über 600 Musiker, aber wir brauchen keine Obergrenze, es können auch gerne 800 kommen“, sagt er.

Um das Fest zu realisieren, hat Organisator Rainer Schaller sehr viel Zeit investiert. Auch deshalb könne das Fest nicht mehr jedes Jahr stattfinden, sagt er. Das nächste Mal treffen sich die Musiker erst 2020 in Gabelbach. Die größte Herausforderung für Schaller war es, die Musikvereine zu erreichen. Bei der Suche nach den Kontakten hätten ihm das Gersthofer Rathaus und der ASM sehr geholfen. Er habe insgesamt 85 Kapellen und 20 Honoratoren kontaktiert, außerdem alle Vereine aus Gersthofen, erklärt er. Nach der Kontaktaufnahme habe er durchweg sehr gute Rückmeldungen bekommen, so Schaller. Das Ergebnis kann er beim Marsch der Vereine und Kapellen Richtung Festzelt bewundern. Angeführt wird der Umzug von der Stadtkapelle Gersthofen, genauer von den Posaunen – unter ihnen Timo Thöle. Er ist zufrieden: „Gemeinschaftschor und Umzug haben gut geklappt.“ Nach mehr als einer Stunde hatten es alle Musiker geschafft. Im Bierzelt auf dem Festplatz konnten sie sich aufwärmen. "Kommentar

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