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08.06.2009

71,7 Prozent: Bürger "knicken" Turm-Projekt

Bonstetten Ohne Mühe, wie eine Salzstange zwischen den Fingern, "knickten" die Gegner das Bonstetter Turm-Projekt: Mit deutlichen 71,7 Prozent stimmten die Bürger des Dorfes gegen einen Aussichtsturm auf dem Stauffersberg. Es beteiligten sich 67,3 Prozent der 932 Wahlberechtigten an dem Bürgerentscheid. Locker wurde die wichtigste Hürde für einen Erfolg genommen: Statt der geforderten 20 Prozent aller Bonstetter Bürger votierten mit 445 fast die Hälfte gegen das Vorhaben.

VON Simon Kaminski

Bürgermeister Anton Gleich ( CSU) hatte das Projekt seit über zwei Jahren forciert. Seit gestern Abend wohl nicht mehr: "Das ist schon eine deutliche Klatsche. Es ist mir nicht gelungen, die Bevölkerung für das Projekt zu gewinnen. Aber das Leben geht weiter", erklärte der Rathauschef, der zurzeit auf Mallorca seinen Urlaub verbringt, auf Anfrage unserer Zeitung. Rechtlich möglich wäre es jedoch, in einem Jahr einen neuen Anlauf zu unternehmen. Doch Gleich winkt ab: "Nach so einem Ergebnis ist das Thema durch - da muss man sich keine Gedanken mehr machen."

Fröhlich ausgelassen feierten die Initiatoren des Bürgerentscheids ihren klaren Sieg. Bis zu 20 Turmgegner hatten sich zu einer Wahlparty in der Garage des Grünen-Gemeinderats Leo Kränzle versammelt. Die Bonstetter Grünen hatten die Pläne Gleichs ebenfalls abgelehnt. "Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg. Jetzt können wir das Geld für den Kindergarten oder die Neugestaltung der Ortsmitte ausgeben, statt für einen unsinnigen Turm", so Peter Reidel, Mitinitiator des Bürgerbegehrens, das zu der Abstimmung geführt hatte.

Nicht zuletzt der Bürgerentscheid dürfte dazu geführt haben, dass sich über 68 Prozent an der Europawahl beteiligten - weit mehr als im bayerischen Durchschnitt.

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