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Meitingen

05.10.2018

78-Jähriger Meitinger radelt in 22 Tagen 2592 Kilometer

Adolf Fischer mit seinem Fahrrad an der Kathedrale von Santiago de Compostela
Bild: Fischer 

Fritz Fischer hat die iberische Halbinsel durchquert und ist nun wieder daheim in Meitingen. Wie er das schafft, verrät der 78-Jährige hier.

„Bewegung ist alles“ ist die Devise von Adolf Fischer. Daran hält sich der sportliche Rentner aus Meitingen – und radelt durch Europa. Einmal im Sattel seines Touren-Rads gibt es kein Halten mehr. Im Sommer war er von Malaga bis Pamplona unterwegs und radelte in 22 Tagen 2592 Kilometer.

Was die Geschichte zu etwas Besonderem macht: Adolf Fischer ist 78 Jahre alt. Seit etwa zehn Jahren unternimmt der Rentner große Touren. Er hat sich schon auf den Weg zum Nordkap gemacht und verbrachte dabei fast 9000 km im Sattel, andere Touren führten ihn nach Istanbul oder Sizilien.

Übernachtet wird fast ausschließlich im Freien

So verschieden die Reisen auch verlaufen, gibt es feste Komponenten. 20 Kilo Gepäck, vom Werkzeug über Kleidung bis zum Verbandmaterial, sind in vier Satteltaschen verstaut. Zelt, Isomatte und Schlafsack werden drauf gepackt, denn Fischer übernachtet fast ausschließlich im Freien. Große Städte meidet er.

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Im Schnitt sitzt er täglich zehn Stunden im Sattel und radelt 130 bis 150 Kilometer. „Das Sitzfleisch muss man gut pflegen“ erzählt Fischer weiter, „und den Kontakt mit der Frau zuhause in Meitingen - zweimal täglich wird telefoniert.“

Ein starker Wille gehört dazu

Wichtig sei auch die gute Ernährung, ausreichendes Trinken sowie Schlaf. Auch ein starker Wille und „leiden können“ gehöre dazu, damit man durchhält. Ein besonderes Trainingsprogramm braucht er nicht vor Antritt einer Reise: „Ich bin das ganze Jahr über mit dem Fahrrad unterwegs, denn ich besitze keinen Führerschein.“

Der erste Teil seiner jüngsten Reise von Meitingen über Spanien nach Portugal begann bereits im vergangenen Jahr. „Damals musste ich nach 2705 Kilometer im spanischen Aquilas wegen einer Achillessehnen-Entzündung abbrechen und heimfliegen“ blickt er zurück.

Heuer, am 28. August, folgte die Fortsetzung. Nach der Ankunft in Malaga ging es bei 35 Grad Richtung Marabella und Gibraltar. Über eine hohe Passstraße mit wunderbarem Ausblick auf die Küste Afrikas rollte Fischer landeinwärts. „Ich musste Richtung Sevilla ausweichen, weil ein großes Naturschutzgebiet den direkten Weg versperrte.

Gefährliche Hindernisse auf der Panoramastrecke

Das beliebte Reiseziel Algarve in Portugal empfand er dann als besonders reizvoll. „Hier habe ich bei Faro zwei ausgewanderte Meitinger besucht.“ Seine Route führte ihn weiter an der Küste nach Norden Richtung Lissabon. Die schöne Panoramastrecke barg aber auch gefährliche Hindernisse: „Löcher zwischen zehn und 15 Zentimetern übersäten die Straße. Nach kurzem Aufenthalt in Lissabon ging es an der Küste weiter nach Porto. Vom Grenzort Caminha setzte er schließlich mit der Fähre nach Spanien über. Nun war das Ziel Santiago de Compostela, die Pilgerhochburg.

Die letzten Etappen führten ihn nach Pamplona zum Flughafen. Sehr zufrieden blickt er zurück auf „anstrengende, aber sehr gelungene Tage“. Das Werkzeug sowie der Verbandskasten mit Notfallmedizin blieben glücklicherweise unberührt.

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