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Gersthofen

23.06.2018

90 Minuten den Ernstfall trainieren

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2 Bilder
Das Szenario der Großübung war: Aufgrund einer Explosion tritt giftiges Ammoniak aus. Deshalb mussten die Einsatzkräfte spezielle Chemikalienschutzanzüge tragen. 
Bild: Marcus Merk

Wie Rettungskräfte bei einer Übung im Industriepark Gersthofen einen Chemieunfall mit Explosion simulierten.

Pünktlich um 18 Uhr heult die Sirene auf. Die Feuerwehrübung im Industriepark beginnt. Das an- und abschwellende Jaulen des Alarms setzt als Erstes die Werksfeuerwehr in Alarmbereitschaft. In wenigen Minuten rückt sie in ihren Einsatzfahrzeugen an, sichert den Gebäudekomplex, richtet die Ausrüstung her und verlegt die Schläuche.

Bei einem Störfall wären bis zu 10000 Haushalte betroffen

Rund 150 Einsatzkräfte von Werks- und Freiwilligen Feuerwehren simulierten am Donnerstagabend bei einer Großübung im Industriepark Gersthofen den Ernstfall. Das Szenario: Wegen einer Explosion eines Reaktors brennt es an mehreren Stellen in einem Gebäude, dazu tritt flüssiges Ammoniak aus, die Rettungskräfte müssen Verletzte bergen und versorgen. Andreas Schnepp, Leiter der Werksfeuerwehr des Industrieparks, hat das Ganze geplant: „Wir wollen, dass die Feuerwehren einfach mal die Anlage und die Bedingungen kennenlernen. Das hier ist eine ganz andere Welt. So was gibt’s draußen nicht.“

Der Industriepark Gersthofen ist ein wichtiger Chemiestandort mit etwa 1200 Mitarbeitern. Zehn Unternehmen stellen dort auf einer Fläche von 35 Hektar Gefahrenstoffe her. Bei einem Störfall wären bis zu 10000 Haushalte im Radius von zwei Kilometern um den Industriepark betroffen. Deshalb müssen alle paar Jahre Großübungen auf dem Areal stattfinden.

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Die Männer in den giftgrünen Schutzanzügen sehen ein bisschen aus wie Astronauten

Immer mehr Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren brausen auf das Gelände, sie kommen aus Stettenhofen, Batzenhofen, Gablingen, Gersthofen, Neusäß, Langweid und Hirblingen. Das eine Kommando muss die giftigen Dämpfe niederschlagen, das andere die Brände löschen. Zwei Männer stecken in giftgrünen Schutzanzügen, sie sehen ein bisschen aus wie Astronauten.

Während der 90-minütigen Übung hat eine Beobachtergruppe die Feuerwehrler die ganze Zeit im Blick und analysieren die Arbeit der Einsatzkräfte: zum Beispiel Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister, Kreisbrandinspektor Georg Lipp und Vertreter vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamtes Augsburg. Auch Andreas Schnepp schaut den Männern und Frauen genau zu. „Die Schwierigkeit für die Einsatzkräfte ist hier, dass der normale Betrieb im Industriepark weiterläuft.“ Überall sind Zwischenebenen, heiße Rohre und Unbeteiligte, die sich in der Anlage bewegen.

Ohne Fehler kann man nichts verbessern

Nach eineinhalb Stunden packen die Einsatzkräfte langsam zusammen. Sie streichen sich über die verschwitzte Stirn, klopfen sich lobend auf die Schultern. Andreas Schnepp zieht schon mal ein erstes Fazit: „Es ist gut gelaufen. Wir haben keine groben Schnitzer gesehen. Aber es ist wichtig, dass bei einer Übung Fehler auftauchen. Sonst kann man nichts verbessern.“

Eindrücke von der Übung sehen Sie in einem Video auf der Facebook-Seite des Augsburger Landboten.

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