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Landkreis Augsburg

22.02.2019

A8: Polizei hat die Raser im Visier

Vor allem zwischen Adelsried und Zusmarshausen ist die A8 der Unfallbrennpunkt schlechthin. Die Polizei fordert daher entsprechende Schilderbrücken. 
Bild: Marcus Merk

Plus Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums erreicht die Zahl der Verkehrstoten einen neuen Tiefststand. Nur im Augsburger Land gibt es ein großes Sorgenkind.

Etwa alle 19 Minuten ereignet sich im Bereich des auch für das Augsburger Land zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Nord ein Verkehrsunfall. Dabei wird aufs ganze Jahr umgerechnet alle 107 Minuten ein Mensch verletzt und etwa alle zwei Wochen stirbt eine Person bei einem Verkehrsunfall.

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Der erste Blick auf diese Zahlen, die die Polizei am gestrigen Freitag veröffentlicht hat, lässt vermuten, dass Autofahrer so rücksichtslos wie noch nie unterwegs sind. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall – mit einer Ausnahme.

Der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik

Die Zahl der Verkehrstoten konnte im vergangenen Jahr erneut auf einen neuen Tiefstwert reduziert werden. Nachdem in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 30 Menschen auf den nordschwäbischen Straßen starben, waren 2018 nur noch 25 Todesopfer zu beklagen, teilt die Polizei mit. Dieser Wert stellt somit den niedrigsten Stand seit Statistikbeginn dar. Dies trifft allerdings für den Landkreis Augsburg nicht zu. Hier verloren im vergangenen Jahr neun Menschen durch Unfälle ihr Leben, im Jahr davor waren es acht. Zugenommen hat auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Im Augsburger Land hat es 2018 exakt 11016 Mal gekracht, was eine Steigerung von knapp 1,3 Prozent bedeutet. Das größte Sorgenkind bleibt für die Polizei jedoch die Autobahn.

Vor allem zwischen Adelsried und Zusmarshausen ist die A8 der Unfallschwerpunkt schlechthin. Mit 984 Unfällen stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle auf diesem Teilstück im Vergleich zum Vorjahr (892) um mehr als zehn Prozentpunkte an. Und nicht nur das. Während allgemein der positive Trend zu verzeichnen ist, dass durch immer bessere Sicherheitstechnik der Autos mit entsprechenden elektronischen Fahrassistenten die Zahl der Verletzten bei den Unfällen rückläufig ist, ist auf der A8 das Gegenteil der Fall.

Die Steigerung liegt bei 19 Prozent

„Auch die Zahl der Verletzten stieg deutlich an, von 288 im Jahr 2017 auf 345 im Jahr 2018“, teilt Pressesprecher Siegfried Hartmann mit. Der Polizeihauptkommissar hat errechnet, dass diese prozentuale Steigerung somit bei 19 Prozent liegt. Und die Gründe dafür erklären sich ebenfalls beim Blick auf die Statistik. „Mehr als jeder Dritte dieser verletzten Personen hat den Unfall verursacht, als er nachgewiesen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 130 Stundenkilometern unterwegs war.“

Erstaunlich, dass es dennoch auf der A8 im vergangenen Jahr wie auch im Vorjahr lediglich ein Todesopfer zu beklagen gab. Das Polizeipräsidium Schwaben-Nord befürwortet daher mit Blick auf die steigenden Unfallzahlen ganz klar die aktuelle Planung für die Installation einer sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlage. Gemeint sind damit die Schilderbrücken, wie es sie bereits auf der B17 südlich von Augsburg gibt. Mit diesen Anlagen kann durch die moderne Telematik je nach Anlass und Verkehrsaufkommen die Geschwindigkeit reguliert werden.

Post aus dem Augsburger Land

Damit dürfte die Polizei bei Stefan Vogg aus Streitheim offene Türen einlaufen. Wie berichtet, hat Vogg bereits an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unzählige Briefe geschrieben. Auch der neue Staatsminister Hans Reichhart erhält Post aus dem Augsburger Land. Thema ist jedes Mal die Telematik auf der A8. Vogg sagt: „So kann es nicht weitergehen. Eine Verbesserung muss zeitnah umgesetzt und herbeigeführt werden.“

Angestiegen ist zudem die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. Mit 402 Kollisionen wurde der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre erreicht. Auch die Anzahl der von der Polizei festgestellten Alkoholfahrten, die nicht zu einem Verkehrsunfall führten, nahmen um fast fünf Prozent auf insgesamt 1500 Fälle zu. Das Polizeipräsidium Schwaben Nord beobachtet diese gefährliche Entwicklung deshalb sehr genau und wird auch vermehrt Alkoholkontrollen durchführen.

Grundschüler werden in Kutzenhausen bestens vorbereitet

Doch die Unfallstatistik hat auch etwas Positives für das Augsburger Land zu berichten. So hob Polizeivizepräsident Norbert Zink insbesondere die Präventionsarbeit im Bereich der Verkehrssicherheit hervor. Insgesamt 8020 Schüler nahmen im vergangenen Jahr an der Ausbildung der Jugendverkehrsschulen zum sicheren Radfahren teil. „Sehr erfreulich ist hierbei die Fertigstellung der neuen, hochmodernen Jugendverkehrsschule des Landkreises Augsburg in Kutzenhausen“, lobte Zink. Somit können die Grundschüler im Landkreis noch besser auf die aktuellen Herausforderungen des Straßenverkehrs für Radfahrer vorbereitet werden. Und den Erfolg dieser Maßnahme belegen ebenfalls die Zahlen. Im Jahr 2018 ist kein einziges Kind auf dem Schulweg ums Leben gekommen – in keiner Minute oder Stunde der gesamten 365 Tage.

Lesen Sie zum Unfallbrennpunkt zwischen Adelsried und Zusmarshausen auch unseren Kommentar: Es muss etwas passieren

Hier finden Sie unseren Artikel über die Aktionen von Stefan Vogg zur A8: Warum dieser Mann immer wieder an den Minister schreibt

Über die A8 erscheint in Kürze im Fernsehen ein Beitrag: Weshalb DMAX an der A8 dreht

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