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Maifest

19.05.2015

Aber bitte mit Smartphone

Verquert, hintersinnig und doch immer lustig: Werner Meier bei seinem Auftritt im Stegherr-Stadel in Bonstetten.
Bild: Ursula Puschak

Kabarettist Werner Meier unterhält in der „Apfelgemeinde“ Bonstetten und prophezeit: „Apps geht immer“

„Lasst euer Smartphone ruhig an – ich mach’s auch! Sonst versäum’ a was!“ Ein wenig irritiert reagierte das Publikum im Feststadel in Bonstetten schon, schließlich bitten Künstler sonst um uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Aber „apps geht imma“, meinte Werner Meier, der den ersten Teil seines Programms dem iPhone gewidmet hatte. Denn: „Wir sind ja alle Mitglieder der Apfelgemeinde, auch wenn der Apfel schon angebissen ist!“ Aber Meier will nicht schuld sein, wenn einer seiner Gäste eine Freundschaftsanfrage bei Facebook nicht sofort beantworten kann und daran eine Freundschaft scheitert.

Mit subtilen Anspielungen nahm der wortgewandte Kabarettist die Manie der Handy-Freaks auf die Schippe und landete so einen Treffer nach dem anderen. Auch auf andere Themen ging Meier ein: Etwa die visionären Stromanbauer, die ihr Leben der siebten Fruchtfolge, den schwarzglänzenden Photovoltaikanlagen, gewidmet haben und so Biostrom frisch vom Feld bekommen. So werde der verteufelte Atomstrom überflüssig. Einen Haken gibt es trotzdem: Es würden Chinazellen verwendet – „billig, aber saugiftig in Herstellung und Entsorgung!“

Die Lacher auf seiner Seite hatte „Bayerns bester Meier“ auch mit seinen Liedern. Mit 30 Jahren sei ein Mann zum ersten Mal verliebt. Kein Problem, könnte man meinen. Doch dann wird klar: „Er ist ein verliebter Pfarrer!“ Diese Pointe erntete stürmischen Applaus. Doch für die Aufforderung Meiers, dieses Lied als Abschluss des Pfarrfestes zu singen oder die entsprechende CD dem Ortspfarrer zu schenken, konnten sich die Bonstetter nicht erwärmen.

Voller Inbrunst sangen jedoch alle mit, als Meier die „Ketten“ anprangert. Schließlich „ham Brez’n und Semmeln no kei Bäckerei von innen g’sehn, wenn sie in den Kett’n über den Tresen geh’n.“ Den Refrain „I bin a Kett’nhasser“ empfiehlt er vor allem Einzelhändlern. Meier wechselt zwischen Lachern und nachdenklichen Weisen und erinnert in seiner ersten Zugabe, seinem „Audio-Giveaway“, daran, dass das Leben keine Sparkasse sei, das Leben g’hört verbraucht! Deshalb wünscht er seinen Gästen, dass sie nicht spar’n an der Liebe, die Zeit ist zu kostbar! Diese nachdenkliche Zugabe gefällt seinen Zuhörern. Der Künstler schickt sie mit „Großkampftag bei Aldi“ und mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause. Schließlich wundert es ihn nicht, dass manche Helme tragen, wenn sie bei der Aldi-Zeit am Wühltisch stehen. (upu)

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