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Landwirtschaftsamt

07.03.2015

Abgeordneter tobt: Ministerium hat mich belogen

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Herbert Woerlein

Johann Häusler (FW) und Herbert Woerlein (SPD) kritisieren Umzug des Amtes – und schießen scharf gegen die CSU

Der mögliche Umzug des Landwirtschaftsamtes von Stadtbergen nach Schwabmünchen erhitzt die Gemüter. Nachdem wir in unserer gestrigen Ausgabe über die Pläne berichtet hatten, regt sich in der Politik heftiger Widerstand. Die beiden Landtagsabgeordneten Johann Häußler (FW) und Herbert Woerlein (SPD) schießen scharf gegen das Projekt. Häusler wettert, vom Landwirtschaftsministerium belogen worden zu sein.

Als der Abgeordnete Anfang der Woche von den Plänen gerüchteweise von den Umzugsplänen hörte, wendete er sich an das Landwirtschaftsministerium. Dort teilte man Häusler eigenen Angaben zufolge mit, dass über derartige Überlegungen keinerlei Informationen vorliegen würden.

Dass die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner (CSU) in unserer gestrigen Ausgabe von Gesprächen über einen möglichen Umzug des Amtes berichtete, bringt Häusler auf die Palme: „Als gewählter Abgeordneter des Bayerischen Landtags lasse ich mich nicht von einem Ministerium belügen. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, den ich schon deshalb nicht hinnehmen werde, weil die damit verbundene Entscheidung ein beispielloser Murks ist.“ Für viele Landwirte entstünde durch die Verlagerung des Amtes in den Landkreissüden ein erheblicher Umweg. In Schwabmünchen wird nach einer Verwendung für das kürzlich sanierte Amtsgerichtsgebäude gesucht.

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Unterstützung bekommt Häusler von Herbert Woerlein. Der Stadtberger, der Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist, lässt kein gutes Haar an den Plänen des Ministeriums: Die derzeitige Lage des Amtes an der B17 und der A8 sowie an der Straßenbahnlinie 3 sei optimal. Zudem teilt Woerlein die Ansicht des Bauernverbands, wonach von dem Umzug auch die Landwirtschaftsschule betroffen wäre.

Enttäuscht zeigt sich Woerlein von der CSU: Von Bürgermeister Paul Metz erhofft er sich deutlichere Impulse für den Erhalt des Landwirtschaftsamtes. „Vom Bürgermeister einer Stadt erwarte ich, dass er sich mit vollem Einsatz für sie einsetzt. Verhaltenheit und Halbherzigkeit sind da fehl am Platz.“ Auch für die Haltung von Trautner zeigt Woerlein kein Verständnis. Sie hatte betont, zum Wohl des Stimmkreises handeln zu müssen: „Ich darf daran erinnern, dass auch Stadtbergen zum Stimmkreis Augsburg-Land-Süd gehört, für den Kollegin Trautner und ich gewählt sind!“ Sowohl Woerlein als auch Häusler kündigten an, den Umzug verhindern wollen. Während Häusler noch gestern einen „Brandbrief an Landtagspräsidentin Barbara Stamm“ verfasste, kündigte Woerlein an, mit einer Petition oder einem Dringlichkeitsantrag nachziehen zu wollen.

Landrat Martin Sailer äußerte sich verhalten: „Wir müssen die Entscheidung des Justiz- und des Umweltministeriums abwarten. Dann wird es gegebenenfalls ein Thema für den Landkreis.“ Dem gehört das Gebäude in der Stadtberger Bismarckstraße, in dem bislang das Amt untergebracht ist.

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