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Abschied von AVV-Chef ist ein ungewöhnlicher Alleingang

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Kommentar Von Christoph Frey
11.07.2019

Nun wäre es an der Zeit zu fragen, ob das Konstrukt AVV überhaupt in der Lage ist, den Weg in die Zukunft zu beschreiten.

Sinn und Zweck von Zeitverträgen für herausgehobene Positionen wie die des AVV-Chefs ist es, sie auch auslaufen lassen zu können, wenn es nicht mehr passt. Insofern ist der erzwungene Abschied von Olaf von Hoerschelmann jetzt so ungewöhnlich nicht. Auch bei Klinikum und Müllverbrennung wurden auf diese Weise schon die Spitzen ausgetauscht.

Ungewöhnlich allerdings ist, dass einer von vier kommunalen Partnern den Abgang des AVV-Chefs im Alleingang durchgedrückt hat. Möglich macht dies die Konstruktion des Verkehrsverbundes, in der sich alle Partner auf einen Nenner einigen müssen, um gemeinsam etwas zustande zu bringen. Ist nur einer dagegen, wird es nichts. Das hat zum Beispiel bei der Tarifreform zu langwierigsten Verhandlungen und am Ende zu einem Kompromiss geführt, der viele nicht befriedigt und von Hoerschelmann jetzt mit den Job gekostet hat.

Ansprüche an den Nahverkehr steigen

Die Ansprüche an den öffentlichen Nahverkehr werden in den kommenden Jahren enorm steigen. Um die viel beschworene Verkehrswende einzuleiten, muss er zum Rückgrat eines vernetzten Systems werden, das es dem Kunden ermöglicht, rasch zwischen den verschiedensten Verkehrsmitteln umzusteigen. Die Räte aus dem Augsburger Land haben es Olaf von Hoerschelmann nicht zugetraut, den AVV auf diesen Weg zu führen. Nun wäre es an der Zeit zu fragen, ob das Konstrukt AVV überhaupt in der Lage ist, diesen Weg zu beschreiten.

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