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Kutzenhausen

21.09.2018

Achtung Kinder, aufgepasst!

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Ende März 2017 startete der Bau auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten rund 3100 Quadratmeter großen Grundstück unterhalb des Park- und Ride-Platzes am Bahnhof.
Bild: Marcus Merk

Auf dem neuen Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen werden in Zukunft nicht nur Viertklässler realitätsnah auf den Straßenverkehr vorbereitet. 

Sie sind die ersten, die den neuen Verkehrsübungsplatz ausprobieren dürfen: Kutzenhauser Grundschüler drehten gestern bei der Einweihung der 700 000-Euro-Anlage einige Runden. Der Platz gehört zu den modernsten in Bayern. Unterrichtet werden dort in Zukunft in erster Linie Viertklässler der beteiligten Gemeinden. Zudem plant die Verkehrswacht unter anderem Kurse für den Umgang mit E-Bikes und Rollatoren für ältere Menschen sowie Verkehrssicherheitsaufklärungen für Flüchtlinge.

„Geht doch!“ Diese saloppe Feststellung traf gestern der Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Präsident der Landesverkehrswacht, Florian Herrmann. Bei der Einweihung lobte er das Miteinander der Beteiligten, die mit Beharrlichkeit zielorientiert an einem Strang gezogen und so den Neubau einer Jugendverkehrsschule in Kutzenhausen ermöglicht hätten. Mit dem Projekt gelinge es, die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren. „Es genügt nicht, die Verkehrsregeln im Kopf zu haben“, richtete er sich an die Grundschüler. „Es geht auch darum, sie zu üben.“ Die Schüler legten los: „Der Platz sei richtig cool“, stellte Celina anerkennend fest. Sebastian und Ben hatten es vor allem die Drahtesel angetan. „Die fahren super“, meinten die Buben übereinstimmend.

Ein Beispiel für Teamarbeit und grenzenloses Engagement

Auch Kutzenhausens Bürgermeisterin Silvia Kugelmann und Landrat Martin Sailer sprachen den nicht immer leichten Projektweg an. Es sei mitunter schwierig gewesen, alle beteiligten Kommunen und Bürgermeister davon zu überzeugen und unter einen Hut zu bringen, verdeutlichte Sailer. Doch die Ziele seien hartnäckig verfolgt und mit viel Durchhaltevermögen realisiert worden, ergänzte Kugelmann. „Der Verkehrsübungsplatz ist ein Beispiel für Teamarbeit und grenzenloses Engagement“, sagte sie. Für sie persönlich sei der größte Antrieb gewesen, die Verkehrserziehung der Kinder auf sichere Füße zu stellen, zum anderen die Bauarbeiten abzuschließen und den Platz nutzbar zu machen. Die Baumaßnahme wertete sie als einen Meilenstein sowohl für die beteiligten Entscheidungsträger als auch für die Sicherheit der Kinder.

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Bis es soweit war, vergingen etliche Jahre. Die ersten Besprechungen reichen bis auf das Jahr 2012 zurück. Viele örtliche Verkehrsübungsplätze in den Gemeinden des Landkreises waren damals veraltet und nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Um allen Viertklässlern im westlichen Landkreis eine moderne und effiziente Verkehrsausbildung zu bieten, sollte ein neuer zentral gelegener Übungsplatz entstehen, der alle Anforderungen an den heutigen Straßenverkehr erfüllt. In einer Bürgermeisterbesprechung wurde dann für einen Standort geworben. Kutzenhausen machte das Rennen. Schließlich waren 15 Gemeinden zwischen Welden und Heretsried über Zusmarshausen und Adelsried bis Horgau, Langenneufnach und Fischach sowie das Landratsamt und die Verkehrswacht, die auch als Bauherr fungierte, mit im Boot. Dazu wurde gemeinsam eine Zweckvereinbarung unterzeichnet.

Baukosten liefen nicht nach Plan

Ende März 2017 startete der Bau auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten rund 3100 Quadratmeter großen Grundstück unterhalb des Park- und Ride-Platzes am Bahnhof. Die für Oktober 2017 geplante Fertigstellung musste zwei Mal verschoben werden. Einmal fehlten Ampeln, dann ein Teil der Einrichtung des Betriebshauses, zudem entschied man sich für den Einbau einer modernen Lüftungsanlage und der Verlegung der Bushaltestelle. Nicht nach Plan liefen auch die Baukosten.

Zunächst war eine Summe von einer halben Million Euro veranschlagt. Jetzt liegen die Gesamtkosten bei knapp über 700 000 Euro, teilte der Vorsitzende der Verkehrswacht Augsburg, Martin Schomanek, mit. Die Verkehrswacht ist es auch, die den Platz im Auftrag der Gemeinden betreibt.

Das Projekt habe ihn schlaflose Nächte und heftige Diskussionen, aber auch viele schöne Momente beschert, gestand Schomanek. Doch nun sei ein „tolles und vorzeigbares Projekt“ entstanden, bei dem lediglich noch ein paar Kleinigkeiten und die Bepflanzung fehle.

Der Polizeipräsident von Schwaben Nord, Michael Schwald, freute sich über die künftige Belebung des Verkehrsübungsplatzes. Die Infrastruktur dafür sei bestens, meinte er. Die Polizei werde dazu mit kompetenten Verkehrserziehern ihren Teil beitragen.

Nachdem Kaplan Zacharias Thondamkulam die kirchliche Segnung des Platzes vorgenommen hatte, stimmten Grundschüler das Lied „Achtung Kinder, aufgepasst!“ an. Passend zur Einweihung erklärte es spielerisch und einprägsam die Gefahren des typischen Alltags. Doch dann gab es für die Kleinen kein Halten mehr. Sie stürmten auf den Platz. Und wer eines der bereitgestellten Fahrräder ergatterte, testete sein Können an den Abfahrten, den realitätsnah aufgebauten Verkehrssituationen und den Kreuzungen.

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