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Gemeinderat

15.06.2020

Adelsried denkt über Notbetreuung nach

Eltern und Team des Kindergartens sehen einen starken Bedarf. Über eine Probezeit für Kinder mit besonderem Förderungsbedarf soll noch einmal beraten werden

Kathrin Ostermeier, Elternbeiratsvorsitzende des Kindergartens, nutzte die Bürgerfrageviertelstunde während der jüngsten Gemeinderatssitzung in Adelsried, um Klarheit über Schließungszeiten während der Sommerferien zu bekommen.

„Normalerweise sind hier drei Wochen vorgesehen“, erklärt Ostermeier. Durch die Coronakrise sei der Urlaub mancher Eltern bereits aufgebraucht, da die Kinder zu Hause betreut werden mussten. Deshalb wäre es wünschenswert, eine Notbetreuung in den Ferien aufrechtzuerhalten und dies den Eltern zeitnah mitzuteilen.

Daniela Hanf, Leiterin des Kindergartens, bestätigte, dass dies schon länger Thema im Kindergarten sei. In der Kinderkrippe sei es fast nicht möglich, eine Betreuung zu gewährleisten beziehungsweise ein entsprechendes Betreuungsangebot zu machen. Im Kindergarten kommen die Mitarbeiterinnen bereits aus ihrem Resturlaub zurück und haben jetzt ihre Überstunden abgebaut.

Adelsried denkt über Notbetreuung nach

In den bevorstehenden Sommerferien würden erneut zahlreiche Überstunden anfallen. Eine aktuelle Urlaubsplanung liege noch nicht vor, sagt Hanf. Rund 50 Prozent der Mitarbeiterinnen nehmen wegen der eigenen Kinder während der Ferienzeit ihren Urlaub. Mit Teilzeitkräften sei es nicht abzudecken. „Wir dürfen auch die Kindergruppen nicht mischen“, erklärt sie weiter. „Die Kinder müssen in ihren Stammgruppen bleiben, damit Infektionsketten nicht ausgeweitet werden.“ Das sei ein großes Problem in der Kinderbetreuung.

Adelsried ist nicht die einzige Gemeinde, die vor dieser Herausforderung steht. „Es ist gut möglich, dass vonseiten der Staatsregierung entschieden wird, dass eine Notbetreuung aufrechterhalten werden muss. Wir wissen leider nicht, wo wir in den nächsten Wochen Corona-bedingt stehen“, sagte Bernhard, zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass sich bis August die Lage auch für die Kinderbetreuung entspannen wird.

Stefan Kramer (FWG) hätte es gerne gesehen, wenn die Gemeinde die Kindergartengebühren für die Notbetreuung übernehmen würde. Das war jedoch nicht mehrheitsfähig. Stattdessen stimmte die Mehrheit im Gremium für eine Spitzabrechnung. Heißt: Die tatsächlichen Kosten werden den Eltern berechnet. In der Aussage vom Landratsamt steht: Wer sein Kind abgegeben hat, muss auch bezahlen.

Für die Unterbringung der fünften Gruppe des Kindergartens hatte sich der Gemeinderat für den Bewegungsraum (Nähstube) entschieden. Hier wurde bereits in der Vergangenheit schon einmal eine Gruppe untergebracht. Vorteil: Dies könne am schnellsten umgesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist die baurechtliche Zustimmung.

Eine zwölfwöchige „Probezeit“ für neu aufgenommene Kinder des Kindergartens soll noch einmal auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung kommen. Martina Feyrsinger (Grüne) findet diesen Passus grenzwertig und wollte, dass er gestrichen werde. Im Dezember 2019 wurde diese Probezeit für Kindergartenkinder, die einen besonders hohen pflegerischen Aufwand brauchen, erstmals besprochen. Warum dieses Thema im April wieder behandelt worden war, ist nicht mehr ganz nachvollziehbar.

Hannelore Zirch (FWG) erinnerte sich, dass diese Problematik auch vom Kindergarten selbst ausgegangen war. Damals schon waren sich die Räte einig, dass eine Fachkraft überprüfen sollte, ob der Kindergarten in Adelsried der richtige Platz für ein behindertes Kind mit einer notwendigen Rundumbetreuung sei. Grundsätzlich herrschte im Gremium allerdings Einigkeit darüber, dass diese Probezeit „ein schlechtes Bild auf den Kindergarten werfe“, wie Hannelore Zirch es im Dezember formuliert hatte.

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