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Kutzenhausen

01.07.2019

Alle sind Feuer und Flamme

Großen Spaß hatten die Kinder beim Spritzen. Der Wassernebel half gleich gegen die große Hitze.
Bild: Siefgfried P. Rupprecht

 Vorschulkinder und Grundschüler erleben einen besonderen Tag zum Thema Brandschutz. Fünf Feuerwehren sind bei der Veranstaltung in Kutzenhausen dabei.

8.30 Uhr. Grundschule Kutzenhausen, Schulstraße. Der Hausalarm schrillt. Die Schüler schrecken auf. Unter Aufsicht der Lehrkräfte verlassen sie das Schulgebäude. Wenige Augenblicke später sind Martinshörner zu hören. Feuerwehrfahrzeuge brausen mit Blaulicht heran.

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Das beeindruckende Szenarium mit Flucht- und Rettungsablauf und dem Eintreffen der Rettungskräfte war Bestandteil des Feuerwehr-Aktionstags. Sowohl die Feuerwehr aus Kutzenhausen als auch die Brandschützer aus den Ortsteilen Agawang, Buch, Maingründel und Rommelsried fuhren mit allem auf, was sie zu bieten hatten. Sehr zur Freude der Vorschulkinder des Kindergartens St. Nikolaus und der Schüler. An fünf Stationen rund um die Grundschule lernten sie einen Vormittag lang das komplette Leistungsspektrum und Equipment der Wehren kennen.

Es geht um die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr

Dabei erfuhren die Kinder viel Interessantes über die Aufgaben der Feuerwehr, über ihre Ausrüstung und die Koordinierung eines Einsatzes. So manches Kind war erstaunt darüber, dass die Rettungskräfte nicht nur Bände löschen, sondern auch bei Unfällen und Überschwemmungen Hilfe leisten.

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Begehrt war bei den Mädchen und Jungen das Auslösen von Martinshorn und Blaulicht. Maschinist Josef Burkhard von der Feuerwehr Maingründel ließ sie schmunzelnd gewähren, klärte den Nachwuchs aber auch darüber auf, dass es inner- und außerorts verschiedene Tonlagen des Alarms gebe. Seine Kollegen von der Bucher Wehr stimmten die Kinder auf die Brandlehre ein. Bei der Verbrennung verbinde sich Sauerstoff unter Wärmeabgabe mit dem brennbaren Stoff, erläuterte Kommandant Christian Sperger. Weiter verwies er auf das richtige Verhalten beim Wählen des Notrufs 112: „Hier sind die fünf Ws wichtig?“ Als er fragende Augen erntete, zählte er auf: „Wo ist das Ereignis? Wer ruft an? Was ist passiert? Wie viele Personen sind betroffen? Schließlich: Warten auf Rückfragen.“ Diese Informationen seien wichtig, damit schnell geeignete Einsatzkräfte alarmiert werden können.

Feueralarm zum Spaß auslösen? Lieber nicht

Ludwig Schmid von der Rommelsrieder Wehr unterrichtete die Schulklassen über die Handhabung von Feuerlöscher und Rauchmelder. Was sei, wenn man einen Feueralarm aus Spaß auslöse?, wollte eine Grundschülerin wissen. „Da gibt es mächtig Ärger“, entgegnete Schmid. Zudem werde es sehr teuer. Mit Feuereifer stürzten sich die Kinder vor allem in die Übungen. So lernten sie bei einer meterhohen Flamme den richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher. Spaß und Zielgenauigkeit waren dagegen bei der Feuerwehr Agawang beim Eimer umspritzen mit einem schweren C-Stahlrohr gefragt.

Das Thema Brandschutz und Feuer war den Grundschülern übrigens nicht fremd. „Im Heimat- und Sachunterricht wird auf Brennen und Löschen eingegangen und auch, wie man einen Notruf absetzt“, berichtete Lehrerin Astrid Baier-Lepel. Ziel des Aktionstags aus Sicht des Nachwuchses sei es gewesen, einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehren zu bieten, eventuelle Ängste zu nehmen und zu zeigen, dass kompetente Menschen für Sicherheit sorgen.

Das Miteinander der Wehren ist nichts Neues

Das Miteinander der fünf Feuerwehren ist übrigens nichts Neues. „Jedes Jahr absolvieren wir eine gemeinsame Großübung“, verdeutlichte der Kommandant der Feuerwehr Maingründel, Klaus Steiger. Der jetzige Aktionstag sei allerdings eine Premiere, ergänzte sein Kollege Christian Geßler von der Rommelsrieder Wehr.

Die Idee zu dem Feuerwehrtag hatte Matthias Böck, Kommandant der Floriansjünger aus Kutzenhausen: „Wir wollen damit unsere Vielfalt präsentieren, aber auch wie wichtig unsere Arbeit ist.“ Ein weiterer Aspekt sei die Mitgliederwerbung. Beeindruckt habe ihn, wie gut bereits viele Kinder informiert seien, was im Brandfall zu tun sei.

Bürgermeisterin Silvia Kugelmann bezeichnete den Aktionstag als „tolle Sache“, bei der alle Ortswehren an einem Strang zögen. „Cool“ fanden auch die Schüler durchweg die Veranstaltung. „Feuerwehrmann ist ein mutiger Job“, so die Stimme eines Grundschülers. Ein anderer zog ein ganz persönliches Fazit: „Das war der schönste Tag in meinem Leben.“

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