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Allmannshofen

15.12.2018

Allmannshofen verliert Förderung über 100.000 Euro

Für den Bau der Kirchberghalle wollte die Gemeinde Allmannshofen von der Dorferneuerung Fördergel kassieren. Doch diese Rechnung ging nicht auf.
Bild: Marcus Merk

Die Gemeinde Allmannshofen streitet mit der Dorferneuerung über die Kirchberghalle. Im Kern geht es um den Baubeginn. War der Start zu früh?

Der Bau der Kirchberghalle liegt schon einige Jahre zurück. Abgeschlossen ist das Kapitel aber noch nicht: Die Gemeinde klagte jüngst am Verwaltungsgericht Augsburg gegen den Freistaat. Im Kern ging es um einen Bescheid, der die Bewilligung einer Förderung von 100.000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm widerrief. Der Grund: Die Gemeinde Allmannshofen soll mit dem Bau der Halle im Dorfzentrum begonnen haben, bevor die Erlaubnis zum Maßnahmebeginn vorlag. Das Problem: Mit dem Bau geförderter Maßnahmen darf erst begonnen werden, wenn die Erlaubnis vorliegt. Aber wie definiert sich eigentlich der Baubeginn?

Laut Auskunft eines Sprechers des Verwaltungsgerichts wollte die Gemeinde in einem Aufwasch den Abriss der Fundamente eines alten Lagergebäudes auf dem Grundstück und weitere Erdarbeiten erledigen. Doch das war offenbar schon zu viel. Nach Ansicht des Gerichts sei zwar ein Herrichten des Grundstücks für die folgenden Bauarbeiten in Ordnung. Im vorliegenden Fall seien aber die Erdarbeiten etwas „über das unschädliche Herrichten des Baugrundstücks“ hinausgegangen, auch wenn die Abgrenzung in diesem Fall sicherlich nicht einfach gewesen sei. 

Vorbereitung des Baugrunds oder bereits Baubeginn

Die Gemeinde zog am Ende ihre Klage gegen den Bescheid zurück. Bürgermeister Manfred Brummer sagt: „Wir waren der Meinung, dass es sich um eine Vorbereitung des Baugrunds handelte.“ Nach dem Abriss des alten Lagergebäudes seien auch die Fundamente und eine alte Klärgrube entfernt worden. Brummer: „Das musste raus.“ Der Bürgermeister sieht in der Nachbetrachtung einen Unterschied zu einem Bau auf der grünen Wiese – wenn dort der Bagger anrollt und das Erdreich aushebt, dann handele es sich ganz klar um einen Baubeginn.

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Ein angestrebter Vergleich lehnte das Amt für ländliche Entwicklung vor Gericht kategorisch ab. Am Ende zog die Gemeinde ihre Klage gegen den Bescheid zurück. Bürgermeister Brummer ist enttäuscht. Schließlich sei es beim Projekt doch darum gegangen, etwas für Menschen zu schaffen.

Etwa 2,6 Millionen Euro hatte die Halle gekostet

Auch ohne die 100.000 Euro ist die Halle im Ortszentrum ein Schmuckstück und ein Aushängeschild geworden: Bis zu 250 Personen finden dort Platz, sei es bei Geburtstagen, Hochzeiten, Konzerten, Flohmärkten oder Gymnastikstunden. Neben dem Innenraum samt Bühne, Musik- und Lichtanlage findet sich in der Halle oberhalb des Foyers auch eine Kindertagesstätte. Etwa 2,6 Millionen Euro hatte die Halle gekostet. Letztlich bekam die Gemeinde knapp 400.000 Euro an Zuschuss, den Großteil davon für die Kindertagesstätte. Bis vor dem Bau war Allmannshofen schuldenfrei. Bis spätestens 2030 soll die Halle abbezahlt sein.

2008 begannen die Planungen. Damals kaufte die Gemeinde das Grundstück, auf dem damals noch die Raiffeisenhalle stand – eine Lagerhalle zur landwirtschaftlichen Nutzung. Deren Bausubstanz war jedoch so marode, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kam. Die Idee: Etwas Neues sollte her. „Auf einer Bürgerversammlung haben wir damals Ideen gesammelt“, erinnert sich Bürgermeister Manfred Brummer. Von einer Parkanlage über Wohnhäuser bis hin zu einem Dorfladen war vieles im Gespräch. „Die Mehrheit hat geäußert, dass sie sich eine Kinderbetreuung vor Ort sowie eine Halle für kulturelle Veranstaltungen wünscht“, erinnert sich Brummer. Im Oktober 2012 begannen die Bauarbeiten. Mit dem Dorfzentrum hat sich die kleine Gemeinde auch verjüngt – das Angebot und vor allem die Kindertagesstätte zieht immer wieder junge Familie in den Norden des Augsburger Landes.

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