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Horgau/Welden

23.04.2015

Als Lotse Lösungen  finden

„Ich bin ein Lotse, der Menschen hilft, den richtigen Ansprechpartner zu finden", sagt Gertrud Gokorsch.
Bild: kräm

Altenpflegerin Gertrud Gokorsch ist neue Lotsin des VdK-Ortsverbands Horgau/Welden. Dabei geht es darum, das Leben für viele leichter zumachen.

Gertrud Gokorsch aus Friedberg ist die neue VdK-Lotsin des Ortsverbands Horgau/Welden. Die Altenpflegerin ist seit zehn Jahren Vorstandsmitglied beim VdK. „Das habe ich meinem Vater zu verdanken. Er war damals Kassier und hat die Aufgabe an mich abgegeben“, berichtete Gokorsch bei der Generalversammlung in Bonstetten.

Für das Amt im Ortsverband Horgau/Welden hat sie sich einiges vorgenommen. Sie will die bestehenden Aktivitäten erhalten und fortführen. Sie wünscht sich, dass die Menschen früher auf sie zukommen und nicht erst dann, wenn die Lage als ausweglos erscheint. Oftmals seien sie nicht gut informiert und fühlen sich im Stich gelassen. Manche seien auch nur bedingt in der Lage, Zusammenhänge zu verstehen. Erschreckend sei, wie viele Menschen sich nach dem Tod des Partners hilflos fühlen. „Das hat alles immer mein Mann oder meine Frau erledigt“, hört sie sehr oft. Viele hätten Probleme mit Verwaltungsangelegenheiten. Bedrückend auch, dass sich die alleine gebliebenen Senioren erst einmal keine Hilfe suchen. Sie würden sich zurückziehen, bis sie eines Tages feststellen: „Ich brauche jemanden.“ Sei es, um einen gewaltigen Schuldenberg abzutragen, Behördengänge zu erledigen oder Unterstützung bei Antragsstellungen zu suchen. Auch für die kleinen Wehwehchen ist die Lotsin da. „Ich bin schon mal gefragt worden, ob ich wisse, wie der Rasenmäher funktioniert.“

Die Aufgabenliste von Gertrud Gokorsch ist lang. Zu ihr kommen jene Menschen, die an ihre Grenzen gestoßen sind und nicht mehr weiterwissen. Ihre Anliegen sind groß. Sie suchen Anteilnahme und Trost. Im ersten Schritt ist daher immer das Zuhören wichtig. Erst danach werden die unterschiedlichen Lösungen für die Probleme erörtert.

„Ich bin ein Lotse, der Menschen hilft, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Auch das Behördendeutsch muss manchmal übersetzt werden“, sagt Gertrud Gokorsch. „Ich helfe, Lösungen zu finden. Und natürlich bin ich auch für diejenigen da, die Anteilnahme und Trost suchen und ihre Probleme in einem vertraulichen Gespräch führen möchten.“

Die 63-Jährige ist nach wie vor zweimal im Monat ehrenamtlich im Pflegeheim tätig. „Diese Aufgabe möchte ich nicht missen“, sagt sie. Entspannung findet sie in ihrem Garten. Sie liebt die Blumen. Um sich körperlich fit zu halten, geht sie regelmäßig zum Bauchtanz. Und auf die Reisen in den Bayerischen Wald zusammen mit ihrem Mann möchte sie nicht verzichten, auch wenn sie immer zu kurz kommen. „Ich liebe diese Gegend“, sagt sie. „es gibt so viel zu entdecken und beim Wandern finde ich dann die nötige Erholung und Entspannung.“

Die Funktion als Lotse wurde vor ungefähr vier Jahren ins Leben gerufen. Er soll nicht nur Hilfe bei Ämtern und Behörden vermitteln, sondern selbst mit sozialer Kompetenz und Lebenserfahrung zur Seite stehen. Wenn Gertrud Gokorsch sagt, sie ist für Menschen da, dann mit viel Herz. Sie hat einen eigenen Zugang zu den Menschen. „Ohne Vertrauen geht gar nichts. Das ist für diese Aufgabe besonders wichtig“, sagt sie.

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