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Neujahrsempfang

19.01.2015

Alte Heimat, neue Heimat

Erstmals gab es beim Neujahrsempfang in Neusäß im vorderen Bereich mehrere Sitzplätze. Insgesamt war die Stadthalle gestern Vormittag recht gut gefüllt.
Bild: Marcus Merk

In Neusäß kommen langjährige Einwohner, junge Bürger und neu zugezogene Flüchtlinge zusammen

Heimat ist nicht nur ein Ort, Heimat ist auch ein Gefühl. Auf diese Liedzeile des Sängers Herbert Grönemeyer griff der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner gestern bei seiner Neujahrsansprache zurück. Der Begriff Heimat zog sich wie ein roter Faden durch seinen Rück- und Ausblick. Erstmals an dem sehr gut besuchten Empfang in der Stadthalle nahmen auch die Flüchtlinge teil, die in der Mühlbachstraße in Neusäß zumindest vorübergehend eine neue Heimat gefunden haben.

Als Bürgermeister Greiner die Menschen, die vor etwa einem Jahr nach Neusäß gekommen waren, ausdrücklich willkommen hieß, gab es herzlichen Applaus von den Zuhörern. Ähnlich starken Beifall gab es an einer anderen Stelle der Rede: Als es um die Finanzlage der Stadt ging. Greiner betonte, dass in diesem Jahr zwar hohe Investitionen getätigt werden, die Kommune aber auf angespartes Geld zurückgreifen könne. Es müssten daher keine Schulden aufgenommen werden, die Pro-Kopf-Verschuldung könne sogar noch einmal von fünf auf drei Euro gesenkt werden. Das hörten die Neusässer gerne.

Überhaupt gehe es den Menschen im Augsburger Land sehr gut, sagte Greiner. Angesichts der vielen Unruhen und Konflikte in der Welt, erfahre der Begriff Heimat für viele wieder eine Renaissance. Der Stadtrat wolle dafür sorgen, dass sich vor allem Familien in Neusäß wohlfühlen. Die Einweihung der neuen Krippe St. Thomas Morus und die noch heuer stattfindende Eröffnung der Kindertagesstätte in der evangelischen Emmausgemeinde seien zwei Bausteine dafür. Die Schule in Täfertingen ist fertig saniert, jetzt steht der Umbau der Eichenwaldschule auf dem Programm, der zehn Millionen Euro kosten wird.

Das noch junge Jahr wird in Neusäß ein weiteres wichtiges Datum haben: Das neue Haus der Musik mit dem Jugendkulturhaus Stereoton unter einem Dach wird im Frühsommer eröffnet.

Damit sich Menschen heimisch fühlen, möchten sie so wohnen, wie sie es sich wünschen. Immer mehr Senioren beispielsweise wollen ihre Häuser aufgeben und lieber in eine zentral gelegene und barrierefreie Wohnung ziehen. Das Sailer-Areal an der Beethovenstraße soll laut Greiner ein Schritt sein, um den dringend in zentraler Lage benötigten Wohnraum zu vergrößern. Wie es in der Stadtmitte nach dem Abriss des Gasthauses Schuster genau weitergehen wird, sei noch offen, sagte Greiner. Hier müssten noch „intensive Gespräche“ geführt werden. Die Vergrößerung des Edeka-Marktes sei aber auf jeden Fall ein wichtiger Schritt, um die Nahversorgung sicherzustellen.

Wie bei fast allen Neujahrsansprachen in diesem Jahr kam auch in Neusäß die Sprache auf die Terroranschläge in Paris. Sowohl Stadt als auch Partnerschaftsverein haben den französischen Freunden in Cusset ihr Mitgefühl ausgedrückt. Bald wird es auch ein Wiedersehen geben. Mitte Mai sind Neusässer in der Auvergne, um 15 Jahre Städtepartnerschaft mit Cusset zu feiern.

Neben den Jungbürgern und Bürgermeistern aus der Nachbarschaft war Ehrenbürger Adolf Glogger mit Ehefrau ein Gast beim Empfang. Ehrenbürger Manfred Nozar hatte sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen. Er wolle aber nächstes Jahr wieder dabei sein, berichtete Greiner. Besonders begrüßt wurde auch der neue Polizeichef der Gersthofer Polizei, Markus Schwarz. Auf ihm ruhen viele Erwartungen, die Neusässer Bürger sind bekanntlich seit einigen Monaten durch die gehäuften Einbrüche aufgeschreckt und in Sorge. Greiner bat Schwarz daher auch, im Stadtgebiet Neusäß „für eine bestmögliche Präsenz“ zu sorgen.

Landrat Martin Sailer dankte dem Unterstützerkreis, der sich in Neusäß um die Asylbewerber kümmert. Er kündigte an, dass in diesem Jahr im Landkreis noch weitere 1000 Flüchtlinge zu erwarten seien, die aufgenommen werden müssten. Sailer mahnte angesichts der Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, nicht zu vergessen, „wie gut es uns allen geht“.

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