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Dinkelscherben

12.06.2019

Alter Bahnhof wird zu neuer Heimat für Flüchtlinge

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4 Bilder
Die Marktgemeinde Dinkelscherben hat das alte Bahnhofsgebäude 2013 ersteigert. Lange stand es leer. Jetzt gibt es zwei Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge darin. Auch für den Rest des Bahnhofareals gibt es große Pläne.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Im Dinkelscherber Bahnhof gibt es zwei neue Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Diese sind jetzt eingeweiht worden. Wer darin lebt und wie es aussieht.

Stolz steht Khaier Alrefa in seinem neuen Wohnzimmer. Er fühlt sich wohl hier, zusammen mit seiner Frau Hanan und seinem kleinen Sohn Taim. Die syrische Familie lebt seit Anfang des Jahres in einer der beiden neuen Wohnungen im alten Dinkelscherber Bahnhofsgebäude. Es hat sich viel getan, seit die Kommune das heruntergekommene Haus 2013 ersteigerte. Jetzt soll Dinkelscherben damit zum Vorreiter werden.

Rund 160 Jahre alt ist der Bahnhof in Dinkelscherben. Die Bahn wollte das Gebäude nicht mehr haben. Lange stand das sanierungsbedürftige Gebäude leer. 2013 ersteigerte die Kommune es schließlich – mit großen Plänen. Sichtbar werden diese nun in den beiden Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Sie wurden umfassend saniert. Möglich machte das ein spezielles Förderprogramm vom Freistaat. Von den 435 000 Euro Sanierungskosten wurden 315 000 Euro gefördert. Die Voraussetzung: In den ersten sieben Jahren dürfen nur anerkannte Flüchtlinge in die Wohnungen ziehen. Den Preis (etwa 4,20 Euro pro Quadratmeter) legt das Landratsamt fest.

Sie fühlen sich wohl in den neuen Wohnungen in Dinkelscherben. Der Syrer Khaier Alrefa (Mitte), seine Frau Hanan und Sohn Taim leben hier seit Anfang des Jahres. 
Bild: Philipp Kinne

Projekt soll zum Vorreiter werden

Für den stellvertretenden Landrat Heinz Liebert ist das Projekt in Dinkelscherben ein Teil gelebter Integration. Die Kommune habe Mut bewiesen, in das heruntergekommene Gebäude zu investieren. Daran sollte man sich andernorts ein Beispiel nehmen: „Viel zu viele alte Bahnhöfe stehen leer“, sagte Liebert. Auch Landtagsabgeordneter Fabian Mehring (Freie Wähler) lobte das Projekt. Er sprach von einer „verqueren Asyldiskussion“. Statt Ideologien von links oder von rechts, müsse man die Debatte durch Pragmatismus lösen. Wie dieser aussieht, sehe man am Beispiel Dinkelscherben.

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So sieht die neue Wohnung heute aus. Die beiden Wohnungen haben 108 Quadratmeter. 
Bild: Markt Dinkelscherben

Bislang gebe es in der Region nur drei ähnliche Projekte, erklärte Christine Schweiger von der Regierung von Schwaben. Dabei habe man das Förderprogramm bereits 2016 ins Leben gerufen. Daran teilnehmen können Kommunen, die in leer stehenden Gebäuden Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge schaffen wollen.

Mit der Sanierung wurde 2016 begonnen

Mit der Sanierung der Wohnungen im alten Bahnhof wurde 2016 begonnen, erinnert sich Dominik Miller vom Bauamt der Gemeinde. Frisch im Beruf stand er damals vor einer Herausforderung. Froh sei er daher, dass die Wohnungen nun bezogen sind. „Wir hatten viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.“ Es gibt einen neuen Außenanstrich, neue Fenster und Türen, Heizung, Sanitär und Elektro werden saniert. Die beiden Wohnungen liegen im ersten beziehungsweise zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes. Die beiden Vier-Zimmer-Wohnungen haben jeweils 108 Quadratmeter. Die Zimmer sind groß und hell, die alten Balken im Wohnzimmer erinnern an frühere Zeiten.

2013 hatte die Gemeinde das alte Gebäude in marodem Zustand gekauft. 
Bild: Markt Dinkelscherben

Große Pläne für den Rest des Geländes

Auch für den Rest des alten Geländes hat die Gemeinde große Pläne. So ist der Umzug der Bücherei ins Erdgeschoss des Hauses geplant. Auch das über 4000 Quadratmeter große Maischberger Areal daneben hat die Kommune erworben. Das alte Gasthaus dort soll laut Bürgermeister Edgar Kalb wieder „in den Originalzustand“ gebracht werden. Als Problem bei den Vorhaben auf dem alten Bahnhofsgelände gelte die sogenannte Nutzungspflicht. Noch sei unklar, für welche Zecke das Gelände künftig genutzt werden dürfe. Man stehe in Gesprächen, versichert Kalb. Er hoffe, dass es im kommenden Jahr vorangeht

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