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Fasching

17.02.2015

Am Aschermittwoch endet bei den Prinzenpaaren die Liebe

Auch im Alltag zusammen: Das Prinzenpaar der Laugnataler Faschingskracher Pirnt Michael II. und Prinzessin Jasmin I.
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Auch im Alltag zusammen: Das Prinzenpaar der Laugnataler Faschingskracher Pirnt Michael II. und Prinzessin Jasmin I.
Bild: Michaela Krämer

Prinzenpaare stehen wochenlang im Licht der Öffentlichkeit. Am Aschermittwoch ist das vorbei. Viele gehen dann wieder getrennte Wege.

Es ist dieser eine alles entscheidende Moment. Ein Blick, ein Augenaufschlag, ein Lächeln. Das Knistern ist förmlich greifbar und die Luft fängt an zu brennen. Das ist sie, die perfekte Illusion. Wenn das Publikum in Begeisterung verfällt, hat alles funktioniert, dann war es echt. Und darum geht es ja, es muss authentisch sein, weil es sonst nicht zündet.

Prinzenpaare können diesen Zustand auf Knopfdruck herstellen. Dauerlächeln, Händchen halten, viel winken. Die Gerüchteküche „Sind sie oder sind sie nicht?“ muss brodeln. Nur so behält der Mythos vom verliebten Prinzenpaar seinen Zauber.

Zusamtaler Bettschoner: Stefanie und Martin sind nur gute Freunde

Stefanie Heiße und Martin Weber können den Funken auf Kommando überspringen lassen. Die beiden sind die aktuellen Regenten der Zusamtaler Bettschoner und damit berufsmäßig verliebt. Zugegeben, ihre Vorstellung ist perfekt. Sie sind jung und schön und zusammen erzeugen sie sofort einen Schmelz-Effekt. Dabei sind die beiden seit Jahren nichts weiter als gute Freunde.

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Der 27-jährige gebürtige Zusmarshauser Martin lebt in Bad Tölz und pendelt seit Jahren nur für den Fasching zwischen alter und neuer Heimat. Stefanie und er, das harmoniere einfach gut. Prinzenpaar zu sein, für die beiden eine Frage der Professionalität. „Wir haben das Tanzen im Blut“, sagt Stefanie. Doch wie geht das, schmachtende Blicke und der Flirt auf der Bühne, so ganz ohne Gefühl? Es sei die Leidenschaft für die Show, sagt Martin „wir machen das unbewusst, das ist auch nicht gekünstelt, wir fühlen das in dem Moment wirklich.“ Fällt aber der Vorhang, geht wieder jeder seiner eigenen Wege. Das sei auch gut so. „Ich könnte mir vorstellen, dass es echt schwierig wäre, den Stress mit nach Hause zu nehmen und dann die ganze Woche aufeinander zu hocken“, erklärt Stefanie.

„Ich bin froh, dass wir kein echtes Paar sind“

Erst Recht, wenn es mal nicht so geklappt wie gewünscht, wenn der Anspruch aneinander zu hoch wird. „Ich bin froh, dass wir kein echtes Paar sind“, sagt sie und lacht. Und auch Martin kann es sich nicht vorstellen, mit seiner Prinzessin ein Paar zu sein.

Es geht aber auch anders. Bei den Laugnataler Faschingskrachern wird nicht geschauspielert. Jasmin Görlich und Michael Eberhard turteln auch nach Aschermittwoch weiter. Seit drei Jahren sind die 21-jährige Schwabmünchnerin und der 23-jährige Weldener ein Paar. Aus Liebe zu Michael ist Jasmin im letzten Jahr Mitglied der Faschingskracher geworden.

Echtes Paar als Prinzenpaar bei Laugnataler Faschingskrachern

Schon als kleines Kind stand sie auf der Bühne, später war sie Teil der Schwabmünchner Garde. Jetzt wurde sie im Eilverfahren zur Prinzessin von Welden gekürt. Eine Belastungsprobe für die Liebe, vor allem wenn man die Speerspitze eines ganzen Vereins ist. „Der Druck ist wahnsinnig groß“, sagt Jasmin.

Ein Auftritt reiht sich an den anderen, Zeit zum Durchatmen gibt es keine, auch nicht, um sich für einen Moment aus dem Weg zu gehen. „Da fällt manchmal das ein oder andere Wort, was man hinterher bereut“, erzählt Prinz Michael. Dennoch – die Illusion sei eben nicht gespielt. „Ich glaube, dass wir echter rüber kommen“, sagt Jasmin.

Und das gegenseitige Vertrauen sei auch nicht zu unterschätzen. Das würde auf der Bühne vieles leichter machen. „Man hat keine Scheu voreinander und traut sich einfach mehr“, sagt sie. Und nach dem letzten Gruß in die Menge, wenn auch der letzte Auftritt absolviert wurde? Bekommt die Liebe eine Katerstimmung? Michael winkt ab. „Nein, überhaupt nicht. Es ist schon heftig aber eigentlich bringt uns der Fasching sogar noch enger zusammen.“

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