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Komödie

27.11.2019

Amüsantes Gedränge in der Etagenwohnung

Rudis (Christoph Seidl, 2. von links) Liebeserklärung an Charly (Simon Litzel, links) sorgt bei Monika und Alfons Leitner (Sarah Kraus und Christian Enderle) für Missverständnisse. Dabei üben die beiden für Rudis Versöhnung mit seiner Frau.
Foto: Helene Weinold

Theatergruppe Unterschöneberg begeistert mit „A ganz normale Familie“. Für weitere Vorstellungen gibt es Karten

Eigentlich freuen sich Monika und Alfons Leitner darauf, endlich mehr Zeit füreinander zu haben, nachdem auch die jüngste Tochter flügge geworden ist. Doch es kommt alles anders: Kleine und größere Katastrophen treiben den Nachwuchs in die elterliche Etagenwohnung zurück – und dann nistet sich auch noch die neugierig-nervige Nachbarin auf der Flucht vor dem Gerichtsvollzieher ein.

In der Komödie „A ganz normale Familie“ von Harald Helfrich, die das Ensemble der Theatergruppe Unterschöneberg aufführt, bekommt das Wort „Familienbande“ eine ganz neue Bedeutung. Nerven und Geduld der Eltern (Sarah Kraus und Christian Enderle) werden aufs Äußerste strapaziert, als Charly (Simon Litzel), der angehende Arzt, ihnen eröffnet, dass er lieber eine Kneipe statt einer Praxis eröffnen will, Tochter Manuela (Christine Rieger) vor ihrem Mann Rudi (Christoph Seidl) davonläuft, weil er ohne „Bitte“ das Salz gefordert hat, und Nesthäkchen Anni (Sandra Bulla) schon nach einem Tag die Nase vom WG-Leben voll hat. Frau Neubauer (Sabine Albrecht), samt ihrer Ming-Vase ungebetener Dauergast in der ohnehin schon überfüllten Wohnung, nimmt interessiert Anteil an den familiären Verwicklungen, die immer weiter eskalieren. Erst als Charlys Flamme Peggy (Sabrina Seidl) aus Chemnitz mit ihrem Baby René auftaucht, beruhigt sich die Lage allmählich wieder.

Bei der Premiere und der zweiten Aufführung vor vollem Haus rissen die Akteure ihr Publikum mit. Sabine Albrecht und Stefan Baur, die Regie führten, hatten zusammen mit ihrem Ensemble eine Reihe von Gags in die Komödie eingebaut, die mit Szenenapplaus und viel Gelächter quittiert wurden: Sabine Albrecht schmettert als Nachbarin im roten Satin-Morgenmantel mit Handtuch-Turban und Badebürsten-Mikrofon Sinatra-Hits auf der „Showtreppe“ vor dem Badezimmer, und Sabrina Seidl sächselt sich durch ihre Szenen. Christoph Seidl, der verlassene und ob seines Übergewichts ständig gemobbte Rudi, übt an Schwager Charly alias Simon Litzel überzeugende Liebeserklärungen – eine Szene, die von den Eltern gründlich missverstanden wird. Er gewinnt das Herz seiner Liebsten aber nicht mit Blumen, sondern mit Renés fachmännisch gewechselter Stinkewindel zurück. Mit kräftigem Applaus feierten die Zuschauer die beiden Hauptdarsteller Sarah Kraus in der Rolle der temperamentvollen Mutter mit Herz und Christian Enderle als Vater, der im Grunde nichts anderes will als seine Ruhe. Peter Otto, Stefan Baur und Christoph Seidl hatten für das Stück eine überzeugend konservative Wohnung als Bühnenbild gestaltet. Manuela Geißler, Steffi Höchstötter und Lisa Hörmann schminkten und frisierten die Akteure, Johanna Dirr soufflierte, und Stefan Seitel war für die Technik verantwortlich.

Weitere Aufführungen: Freitag und Samstag, 29. und 30. November, jeweils um 20 Uhr. Karten können von Montag bis Freitag zwischen 18.30 und 19.30 Uhr telefonisch unter der Nummer 08295/6692857 bei Familie Seidl vorbestellt werden.

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