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16.08.2016

Anhausen und ein gewisser „Anno“

Der Diedorfer Ortsteil hat eine interessante Geschichte und bekannte Einwohner

Tödliche Gerichtsbarkeit, der Name eines weltberühmten Komponisten und ein ebenso bekannter Golfspieler – all das ist mit unserem heutigen Ort ebenso in Verbindung zu bringen wie eine mittelalterliche Bräustätte und eine Badestube. Heute ist das einst selbstständige Dorf Anhausen mit seinen nahezu 2000 Bewohnern ein Teil von Diedorf.

Der weltberühmte Musiker war natürlich Mozart, wenngleich er wohl nie in Anhausen war. Aber ein Denkmal auf dem Mozart-Weg, der durch Anhausen führt, erinnert an ihn. Und die Wurzeln der Familie liegen ja bekanntlich in dieser Region. Der andere, eigentlich unnötig es zu schreiben, ist das von hier stammende Golf-As Bernhard Langer, zu dessen 50. Geburtstag auf dem gleichnamigen Platz eine Stele aufgestellt wurde.

Keine Rätsel birgt der Name der Siedlung. Es war ein Alemanne, ein gewisser „Anno“, der sich hier mit zwei anderen Familien im 6./7. Jahrhundert niederließ. Nebenbei bemerkt: „Anno“ war wohl einst ein recht häufiger Name in der Region. Denn es gibt mehrere Orte, die nach einem „Anno“ benannt sind: zwei Anhofen etwa und Anried.

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Im Jahr 1067 werden unsere „Häuser des Anno“ als „Annenhusa“ erstmals schriftlich erwähnt. Schon Mitte des 15. Jahrhunderts hat der Ort seinen heutigen Namen angenommen.

Lehensträger, also Pächter mit weitreichenden Befugnissen, waren die Kämmerer von Wellenburg, das Domkapitel Augsburg sowie später verschiedene Augsburger Bürger. Bis zum 16. Jahrhundert, so heißt es in der Chronik des Diedorfer Internetauftritts, wurde in Anhausen die „hohe Gerichtsbarkeit ausgeübt“, soll heißen die Todesstrafe am Galgen vollzogen. Belegt ist außerdem, dass in Anhausen von alters her Bier gebraut wurde, und ein Badehaus gab es auch.

Zwei Sehenswürdigkeiten in Anhausen dürfen nicht unerwähnt bleiben. Einmal die 1716 eingeweihte Kirche St. Adelgundis und zum anderen eine über 300 Jahre alte Eiche mit einem Stammumfang von 6,20 Metern.

Das seit 1952 geführte Wappen ist gespalten in Rot und Silber; vom Betrachter aus rechts sind oben und unten getrennt durch einen silbernen Balken jeweils drei spitze schwarze Wecken (Rauten) abgebildet; die linke Seite des Wappens ist durchgängig rot.

Die Farben Rot und Silber beziehen sich auf das Augsburger Domkapitel, die schwarzen Rauten auf die Familie Onsorg, die im 14. Jahrhundert, so Professor Walter Pötzl in seiner Geschichte der Wappen, als Wellenburger auch Gerichtsherren von Anhausen waren.

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