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Adelsried

16.02.2018

Anwohner ärgern sich über Weg ins Wohngebiet

Im Südwesten Adelsrieds, auf dem Hang im Hintergrund, soll das Wohngebiet Wölfle-Ost entstehen. Anwohner des Wölflewegs, unter ihnen Andreas Klein, fordern eine Zufahrt vom Ortseingang über Laugna und Weldenbahnradweg.
Bild: Marcus Merk

Für das Adelsrieder Neubaugebiet gibt es viele Interessenten. Sie sollen einmal über den Wölfleweg fahren. Das gefällt einigen Anliegern nicht. Sie machen einen anderen Vorschlag.

Die künftigen Bewohner des Adelsrieder Neubaugebiets werden ihr Haus schon sehen, wenn sie von der Autobahn in den Ort hinein fahren. Daheim sind sie dann aber noch nicht. Sie müssen erst etwa einen Kilometer über die Hauptstraße fahren, dann nach dem Rathaus links abbiegen und den Wölfleweg bis zum Ende hochfahren. Einigen Anwohnern dieser Straße gefällt das nicht. Sie fürchten den zunehmenden Verkehr und fordern eine eigene Zufahrt ins Neubaugebiet vom Ortseingang her.

Einer von ihnen ist Andreas Klein. Er fragt: „Warum holt die Gemeinde den Verkehr zurück ins Dorf, den sie durch die neue Umgehungsstraße endlich rausbekommt?“ Klein steht an der Staatsstraße beim Küchenstudio und zeigt nach Westen auf den Hang, wo das Wohngebiet entstehen soll. Mehrere Feldwege führen dort nach Westen über die Laugna. Da könnte man doch eine Erschließungsstraße direkt ins Neubaugebiet bauen, findet er. Nach einem Blick auf die Karte wäre diese Idee „schon bestechend“, gibt Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann (SPD) zu. Realisierbar sei sie aber nicht. Sie sieht mehrere Probleme. Vor allem: Die Straße müsste den Weldenbahnradweg queren, der dort neben der Laugna verläuft. „Viel zu gefährlich“, findet die Bürgermeisterin. Außerdem müsste der Feldweg ausgebaut, Beleuchtung und Entwässerung ergänzt werden.

Schon 60 Interessenten für Bauplätze

Im Baugebiet Wölfle-Ost sind 21 Parzellen geplant – die meisten für Einfamilienhäuser, dazu ein paar Doppel- und zwei kleine Mehrfamilienhäuser. Wenn alles läuft wie geplant, dann ist der Bebauungsplan im Mai rechtskräftig. Anschließend beginnt die Erschließung. Frühestens Ende 2019 können die Häuslebauer starten. Doch schon jetzt hat die Bürgermeisterin eine „riesige Warteliste“: Ungefähr 60 Interessenten stehen drauf. Etwa ein Drittel komme aus Adelsried, der Rest aus dem Großraum Augsburg.

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Der Planer rechnet durch das Neubaugebiet mit 100 bis 150 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag im Wölfleweg – Anwohner wie Andreas Klein halten das für „unterdimensioniert“. Bernhard Huber wohnt ebenfalls dort. Er sagt, dass es in der Straße oft eng zugeht – besonders im Winter, wenn Schnee am Rand liegt. „Mein parkendes Auto ist schon zweimal angefahren worden“, erzählt er. Mit dem neuen Wohngebiet werde der Verkehr deutlich zunehmen – „auf dem Land hat ja jede Familie mindestens zwei Autos“. Und während der Bauzeit werde es bestimmt noch schlimmer.

Gemeinderat: Zufahrt soll bleiben wie geplant

Die Bürgermeisterin sagt, die Polizei sehe dort auch kein Problem. Die Kurve sei zwar ungünstig und schwer einsehbar, aber man müsse eben langsam fahren. Das Wohngebiet ist Tempo-30-Zone. Stegherr-Haußmann sagt: „Das ist beherrschbar und bewältigbar.“ So sehen es auch die anderen Fraktionen. Zweiter Bürgermeister Karl Mayer (CSU) findet: „Der Wölfleweg verträgt das ohne Weiteres.“ Eine eigene Zufahrt sei finanziell nicht machbar. Anton Rittel (FW) sagt sogar: „Der Weg ist so wenig frequentiert wie lange nicht mehr.“ Schließlich habe der landwirtschaftliche Verkehr dort deutlich abgenommen. Der Grund: Durch den A8-Ausbau seien viele Äcker und Felder verschwunden, durch das Baugebiet werden weitere aufgelöst.

Einige Anlieger haben ihre Bedenken in einem Brief an den Gemeinderat und in der Sitzung geäußert. Andreas Klein ist enttäuscht, dass er bis jetzt noch keine schriftliche Antwort bekommen hat. In der jüngsten Ratssitzung war die Sache jedoch klar: Die Zufahrt soll bleiben wie geplant, über den Wölfleweg.

Klein fühlt sich nicht richtig ernst genommen. Er betont: „Wir sind keine Revoluzzer, wir befürworten das Baugebiet.“ Die Weiterentwicklung des Dorfs funktioniere nur durch Neubaugebiete. „Aber man sollte das mit Rücksicht auf die Bürger machen.“ Langfristig könnte es übrigens doch noch eine andere Lösung geben: Wenn an der Umgehungsstraße ein Gewerbegebiet entsteht, könnte es dort möglicherweise in ein paar Jahren eine Zufahrt zum Wölfle geben.

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