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Verkehr

24.06.2019

Anwohner befürchten noch mehr Verkehr

Die Verkehrsbelastung auf der Bahnhofstraße und wie sie vermindert werden könnte ist ein Dauerbrenner in Gersthofen. „Seit das Durchfahrverbot aufgehoben wurde, donnern die Brummis bei uns durch.“

Bei einer öffentlichen Sitzung der Gersthofer CSU-Stadtratsfaktion äußern Bürger ihren Zweifel am Konzept der Stadt für das Zentrum. Sorgen gibt es in der Bauernstraße

Was will die Stadt unternehmen, um das Zentrum Gersthofens, und vor allem die Bahnhofstraße vom Verkehr zu entlasten? Diese Frage diskutierten Mitglieder der Gersthofer CSU bei einer öffentlichen Fraktionssitzung mit Bürgern.

Zu diesem neuen Format hatte Fraktionsvorsitzender Max Poppe geladen. Künftig sollen in relativ regelmäßigen Abständen die Bürger über dieses Projekt informiert werden und in öffentlichen Fraktionssitzungen mitdiskutieren.

Poppe erklärte zunächst den rund 30 erschienenen Bürgern – vor allem Anwohner der Bahnhof- und der Bauernstraße – das bisher angedachte Verkehrskonzept. So sollen, wie berichtet, die Fahrspuren an der Strasser-Kreuzung umgestaltet werden. „Die Kreuzung ist ein Moloch mit einer vierspurigen Autobahn im Kreuzungsbereich.“ Für Fahrer von Osten solle es daher unattraktiv werden, über die Kreuzung in die Bahnhofstraße einzufahren. Diese wurde bereits im Bereich von der B2 bis zur Strasser-Kreuzung von einer Staats- zur Ortsstraße umgestuft. Damit muss sie nicht mehr als offizielle Umleitungsstrecke dienen, wenn es auf der Autobahn verkehrsmäßig mal wieder „klemmt“.

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Der Verkehr soll von Norden her über die B-2-Anschlussstellen Gersthofen Nord und Donauwörther Straße über die Strasser-Kreuzung wieder auf die Bauernstraße geleitet werden. In Ost-West-Richtung biegen die Autos dann an der Strasser-Kreuzung aus der Bauernstraße nach rechts in die Donauwörther Straße ein und fahren dann über diese nach Gersthofen Nord auf die B2 – meiden also die Bahnhofstraße.

Wer dennoch ins Zentrum einfährt, soll künftig auf Höhe des Rathausplatzes in die Schulstraße umgeleitet und von dort über eine Spange an der Nordseite des „Gersthofer Lochs“ über einen Kreisverkehr vor dem Helmhof auf die Donauwörther Straße geleitet werden. Auf der Bahnhofstraße soll künftig höchstens noch Tempo 30 möglich sein. Dies soll über eine bauliche Umgestaltung mit schmalen Fahrspuren, auf denen auch Radfahrer unterwegs sein sollen, und zumindest auf einer Seite von Bäumen gesäumten, deutlich breiteren Fußwegen geschehen, erläuterte Poppe derzeit im Stadtrat diskutierte Konzeptvorschläge.

Max Poppe machte aber auch deutlich, dass sich der Verkehr im Stadtzentrum nur begrenzt verringern lassen werde: „Bei mehreren Verkehrszählungen wurde deutlich, dass über 80 Prozent der Fahrzeuge, die auf der Bahnhof-, Bauern, Donauwörther und Augsburger Straße Ziel- und Quellverkehr sind.“ Die Gersthofer seien also auch innerorts überwiegend mit dem Auto unterwegs und trügen somit erheblich zur Verkehrsbelastung bei.

Einige anwesende Bürger störten sich daran, dass bei diesen Plänen die Bauernstraße nicht berücksichtigt wird. „Wir bekommen den zusätzlichen Verkehr“, hieß es da beispielsweise. „Die Bauernstraße ist noch weit entfernt von der Planungshoheit“, entgegnete Poppe.

Eine Zuhörerin fand einen Umbau der Bahnhofstraße „zugunsten der Menschen“ gut. Andere hingegen fürchteten, dass es bei schmaleren Fahrspuren für Fahrradfahrer noch gefährlicher werde, dort unterwegs zu sein, vor allem wenn dort noch Lastwagen unterwegs seien. „Wir sollten uns darum bemühen, alle Voraussetzungen zu schaffen, dass man die Lastwagen raus-bringt.“ Dazu seien aber auch Rückbaumaßnahmen erforderlich. „Einfach so Gesperrt-Schilder aufstellen ist rechtlich gar nicht möglich.“ Völlig abgelehnt wurde die Schulstraßen-Trasse mit dem Kreisverkehr am Helmhof, dessen Sinn die Bürger anzweifelten. „Die Fachbüros haben den Nachweis erbracht, dass dieser Kreisel leistungsfähig genug ist“, so Poppe. Er kritisierte allerdings, dass die Zusammenarbeit der Abteilungen im Rasthaus vielfach nicht optimal sei. „Da könnte hausintern noch einiges besser verzahnt werden.“

Über Schwerlastverkehr klagte auch ein Anwohner der Sportallee: „Seit das Durchfahrverbot aufgehoben wurde, donnern die Brummis bei uns durch.“ Hinzu kommen im Sommer noch die Autos der Badegäste der Gerfriedswelle, die zu allem Überfluss die angrenzenden Straßen mit ihren geparkten Autos verstopfen.

Da sei man im Stadtrat zurzeit ratlos, wie diese Belastung vermieden werden konnte. „Deswegen wurde auch die dringend erforderliche Reparatur der Straße bisher geschoben, um die Durchfahrt möglichst unattraktiv zu halten“, so Max Poppe.

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