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Ausgrabungen

12.10.2019

Archäologen erforschen den Theklaberg

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Bei Ausgrabungen auf dem Theklaberg haben Archäologen schon allerhand entdeckt. Der Bericht stieß in Welden auf großes Interesse.

Was wurde in Welden gefunden? Darüber gibt jetzt eine Publikation Aufschluss. Sie wurde jetzt im Markttreff vorgestellt

Abenteuer Heimatgeschichte: Metertief in die Vergangenheit der Burg Welden vorgedrungen sind Archäologen. Zum Teil mit Fahrradhelmen geschützt gruben ehrenamtliche Helfer. Der Bericht über die archäologischen Entdeckungen auf dem Theklaberg stieß nun in Welden auf großes Interesse. Immer wieder mussten Stühle herangeschafft werden, um den Besuchern im Markttreff Platz zu bieten.

Sie lauschten den Ausführungen der Kreisheimatpflegerin für Archäologie, Gisela Mahnkopf, und von Udo Gruber. Die Grabungen wurden vom Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Leitung Bernd Päffgen) und dem Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg vorgenommen. Eine Publikation, 111 Seiten stark, dokumentiert die Ergebnisse der Ausgrabungen.

„Je mehr wir uns mit den Ausgrabungen beschäftigt haben, umso mehr Fragen sind aufgetaucht“, sagte Gisela Mahnkopf. „Bis auf neun Meter Tiefe sind wir durchgedrungen. Und ich war jedes Mal froh, dass dabei nichts passiert ist.“

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Zwischen den Ausgrabungen bis hin zur Veröffentlichung ist viel Zeit vergangen. Zurückzuführen ist diese Zeitspanne auf die Reinigung der Funde, die oft unerwartete Einsichten in die Vergangenheit ermöglichten, so Udo Gruber.

Schon 2014 hatte es die ersten Grabungen auf dem Burgberg, nahe der Theklakirche, gegeben. Neben vielen Scherben wurden auch verzierte Fragmente einer Kanne mit Tülle und eines Leuchterfußes geborgen – beides aus der Zeit um 1200. Auf dem Burgberg konnte neben zahlreichen Keramikscherben mit Karniesrand auch ein sehr gut erhaltener Armbrustbolzen entdeckt werden.

Besonders in den Sommermonaten 2016 ist das Team der Geschichte der Burg buchstäblich auf den Grund gegangen. „Richtig eng war es unten, man konnte sich kaum bewegen“, sagte Gruber. „Die Ehrenamtlichen haben sogar mit Fahrradhelmen gebuddelt.“ Hier konnten die Grundmauern des mächtigen Bergfrieds, als auch Fundamentreste einer Außenmauer noch in Originallage dokumentiert werden.

Auf eine Reihe archäologisch besonders interessanter Funde ist das Team bei den Grabungen gestoßen: Ein Daumen eines Panzerhandschuhs, eine Münze von Bischof Burkhard von Ellerbach, ein Schlüssel in echter Handarbeit, Keramikscherben mit Dekor, ein Fragment einer romanischen Fenstersäule, grün glasierte Ofenkacheln, Mauerreste und massenhaft Knochen von Tieren und vieles mehr. Die Freilegung des Turms stellte eine richtige Herausforderung dar, denn das Wurzelwerk eines Baumstumpfs war hartnäckiger als gedacht. „Da musste der Bauhof vorsichtig mit der Kreissäge heran“, sagte Gruber.

Die landesgeschichtlich wichtige Burg von Welden dürfte im 12. bis 13. Jahrhundert erbaut worden sein. Mit einem Grundriss von 20 mal 30 Meter zählt sie zu den kleineren Anlagen. Warum der Graben in Welden so tief ist, bleibt reine Spekulation. Wollten die Herren von Welden auf Nummer sicher gehen?

Am Ende richtete Rudi Zitzelsberger-Jakobs vom Heimatverein an alle Besucherinnen und Besucher die Frage: Was geschieht mit den Funden? Was passiert mit den noch freigelegten Stellen? Soll eine Informationstafel aufgestellt werden oder eine überdachte Grabungsstelle mit einem kleinen Museum? Die Funde jedenfalls sind Eigentum der Marktgemeinde Welden. „Sie können jederzeit ausgestellt werden“, so Bürgermeister Peter Bergmeir, der den Gästen ein Exemplar der Broschüre „Burg und Theklaberg in Welden“ kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

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